Kommentar zur Fußball-Bundesliga: Dünnhäutige Dortmunder

Thomas Kühlmann

Borussia Dortmunds Achterbahnfahrt durch die Fußball-Wettbewerbe geht weiter. Beim 2:2 im Spiel bei Eintracht Frankfurt hat der selbst ernannte Titelanwärter einmal mehr die letzte Konsequenz vermissen lassen. Lange Zeit besser geweesen, den Sieg dicht vor Augen, und am Ende wieder nur mit einem Punkt den Platz verlassen. Das gleiche Szenario mussten Reus und Co. bereits im Champions-League-Knüller vor eigenem Publikum gegen den FC Barcelona verdauen. Dass derartige Rückschläge nicht ohne Folgen bleiben, hat der Ausraster von Marco Reus im TV-Interview eindrucksvoll belegt.

Sind auf einmal doch wieder die Medien schuld, die mit ihren bohrenden Fragen in Bezug auf Mentalität und Nervenstärke den Kickern unwillkommenermaßen den Spiegel vorhalten? Klar, der BVB-Star hat deutlich gemacht, was im Spiel gegen Frankfurt schief gelaufen ist. Ist das allerdings die ganze Wahrheit? Vielmehr liegt die Vermutung nahe, dass sich der selbst auferlegte Druck in Bezug auf den Titelanspruch lähmend auf Beine und Kopf auswirkt.

Bislang ist im Meisterschaftsrennen allerdings noch nicht viel passiert, der BVB gehört mit nur einem Rückstand auf Rekordmeister FC Bayern zum Kreis der Jäger von RB Leipzig. Und in dieser Jägerrolle haben sich die Schwarz-Gelben nach eigenen Angaben in den vergangenen Jahren immer wohler gefühlt als in der des voraneilenden Überteams. Diese Aufgabe hatte meistens der Dauerrivale aus München übernommen – bis zur vergangenen Saison zumindest. Doch egal, ob Jäger oder gejagter, derart fahrlässige Auftritte darf sich die Borussia nicht mehr allzu oft erlauben, soll es mit dem so sehnlichst erhofften Titel klappen. Gegen Bremen bietet sich die willkommene Chance, alle Kritiker wieder leiser werden zu lassen.

Copyright © Mindener Tageblatt 2020
Texte und Fotos von MT.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Kommentare

Das Kommentieren ist nur mit einem Abo oder Tagespass möglich.

Kommentar zur Fußball-Bundesliga: Dünnhäutige DortmunderThomas KühlmannBorussia Dortmunds Achterbahnfahrt durch die Fußball-Wettbewerbe geht weiter. Beim 2:2 im Spiel bei Eintracht Frankfurt hat der selbst ernannte Titelanwärter einmal mehr die letzte Konsequenz vermissen lassen. Lange Zeit besser geweesen, den Sieg dicht vor Augen, und am Ende wieder nur mit einem Punkt den Platz verlassen. Das gleiche Szenario mussten Reus und Co. bereits im Champions-League-Knüller vor eigenem Publikum gegen den FC Barcelona verdauen. Dass derartige Rückschläge nicht ohne Folgen bleiben, hat der Ausraster von Marco Reus im TV-Interview eindrucksvoll belegt. Sind auf einmal doch wieder die Medien schuld, die mit ihren bohrenden Fragen in Bezug auf Mentalität und Nervenstärke den Kickern unwillkommenermaßen den Spiegel vorhalten? Klar, der BVB-Star hat deutlich gemacht, was im Spiel gegen Frankfurt schief gelaufen ist. Ist das allerdings die ganze Wahrheit? Vielmehr liegt die Vermutung nahe, dass sich der selbst auferlegte Druck in Bezug auf den Titelanspruch lähmend auf Beine und Kopf auswirkt. Bislang ist im Meisterschaftsrennen allerdings noch nicht viel passiert, der BVB gehört mit nur einem Rückstand auf Rekordmeister FC Bayern zum Kreis der Jäger von RB Leipzig. Und in dieser Jägerrolle haben sich die Schwarz-Gelben nach eigenen Angaben in den vergangenen Jahren immer wohler gefühlt als in der des voraneilenden Überteams. Diese Aufgabe hatte meistens der Dauerrivale aus München übernommen – bis zur vergangenen Saison zumindest. Doch egal, ob Jäger oder gejagter, derart fahrlässige Auftritte darf sich die Borussia nicht mehr allzu oft erlauben, soll es mit dem so sehnlichst erhofften Titel klappen. Gegen Bremen bietet sich die willkommene Chance, alle Kritiker wieder leiser werden zu lassen.