Petershagen

Landesliga: RW Maaslingen steht nach Debakel mitten im Abstiegskampf

Sebastian Külbel

Schon vor der Pause waren die Angriffsbemühungen von Jan-Christoph Thom (links) und seinen Maaslinger Kollegen oft nicht zwingend genug. Am Ende stand eine klare Niederlage. MT- - © Foto: Sebastian Külbel
Schon vor der Pause waren die Angriffsbemühungen von Jan-Christoph Thom (links) und seinen Maaslinger Kollegen oft nicht zwingend genug. Am Ende stand eine klare Niederlage. MT- (© Foto: Sebastian Külbel)

Petershagen (mt). Am Ende des Debakels schnappte sich Jan-Werner Schmitz das Ballnetz und ging auf Distanz zu seiner Mannschaft. Auf die übliche Ansprache verzichtete der Trainer diesmal, zu sehr hatten ihn seine Spieler vor allem in der zweiten Halbzeit enttäuscht und sich fast wehrlos in eine völlig verdiente 0:4 (0:0)-Niederlage gegen SC Verl II ergeben. Die verschärft die Lage des Vorletzten in der Fußball-Landesliga deutlich und beschert ihm ein brisantes Kellerduell.

Am nächsten Sonntag ist Aufsteiger TuS Bruchmühlen in Maaslingen zu Gast, der ebenfalls erst einen Punkt, aber das deutlich schlechtere Torverhältnis im Vergleich zu RWM hat. Auch der Westfalenliga-Absteiger muss sich allerdings Gedanken um seine Zukunft machen: Dem bestechend starken Westfalenpokalspiel gegen Nottuln am Donnerstag folgte nur drei Tage später eine zweite Hälfte, die einer Aufgabe gleichkam.

Schmitz machte für diesen Offenbarungseid allein die Spieler verantwortlich: „Diesen Schuh ziehe ich mir heute nicht an, die Mannschaft weiß, woran es gelegen hat.“ Ober damit auf ein Einstellungsproblem oder eine mangelhafte Spielvorbereitung anspielte, wollte der Coach schon nicht mehr sagen und schimpfte nur noch: „Das hatte mit Fußball nichts zu tun, eine Unverschämtheit.“

So schlecht war es vor der Pause allerdings gar nicht gewesen, als die Maaslinger dem Gegner in einem seltsam verhaltenen Spiel beider Seiten noch ebenbürtig waren. Bastian Rode hatte sogar eine sehr gute Chance zur Führung, seinen Schuss kratzte Timur Rieger allerdings von der Linie (25.). Wenig später setzte Rode zum Doppelpass mit Qendrim Krasniqi an, kam dann aber nicht an Torwart Massimo Drobe nicht vorbei (29.).

Die Gäste setzten in der 37. Minute das erste Signal, als Paul Hennig erst an den Pfosten köpfte und der Nachschuss von Christoph Schepp geblockt wurde (37.). Der hatte auch in Hälfte zwei die erste Chance, scheiterte jedoch an RWM-Torwart Karsten Römbke (47.). Als dieser dann kurz darauf einen Schuss von Philipp Lamkemeyer zu kurz abwehrte, kam Schepp im dritten Anlauf per Abstauber endlich zum Erfolg (49.).

Wer danach eine Antwort der Maaslinger erwartet hatte, wurde enttäuscht. Den Gastgebern fehlten sichtlich die mentalen und körperlichen Mittel, Verl musste nur auf den nächsten Fehler warten. Der unterlief Sinan Boga, dessen Ballverlust Schepp zu einer maßgenauen Vorlage für Kubilay Arayan nutzte, dessen abgefälschter Schuss sich ins Netz senkte (61.). Beim 0:3 von Patrice Yoann Heisinger wurde RWM dann klassisch ausgespielt (69.).

Auch das Lebenszeichen von Janek Barg, der den Ball in der 78. Minute an den Pfosten grätschte, änderte nichts am Gesamteindruck: Die Maaslinger Spieler wirkten in der zweiten Halbzeit frisch wie nach einer durchzechten Nacht und ließen das Geschehen fast widerstandslos über sich ergehen. Das führte am Ende auch noch zum 0:4 von Sekouba Cissoko und zu der Erkenntnis, dass RWM in dieser Form ein langer Kampf um den Klassenerhalt bevor steht.

RW Maaslingen: Römbke - Cakici (80. A. Fuchs), Franzmeier, Waltke, Kollhorst (67. Barg), Boga, Schreiber, Rusteberg (28. Krasniqi), Thom, Riechmann (56. Celik), Rode.

Tore: 0:1 Schepp (49.), 0:2 Arayan (61.), 0:3 Heisinger (69.), 0:4 Cissoko (88.).

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PetershagenLandesliga: RW Maaslingen steht nach Debakel mitten im AbstiegskampfSebastian KülbelPetershagen (mt). Am Ende des Debakels schnappte sich Jan-Werner Schmitz das Ballnetz und ging auf Distanz zu seiner Mannschaft. Auf die übliche Ansprache verzichtete der Trainer diesmal, zu sehr hatten ihn seine Spieler vor allem in der zweiten Halbzeit enttäuscht und sich fast wehrlos in eine völlig verdiente 0:4 (0:0)-Niederlage gegen SC Verl II ergeben. Die verschärft die Lage des Vorletzten in der Fußball-Landesliga deutlich und beschert ihm ein brisantes Kellerduell. Am nächsten Sonntag ist Aufsteiger TuS Bruchmühlen in Maaslingen zu Gast, der ebenfalls erst einen Punkt, aber das deutlich schlechtere Torverhältnis im Vergleich zu RWM hat. Auch der Westfalenliga-Absteiger muss sich allerdings Gedanken um seine Zukunft machen: Dem bestechend starken Westfalenpokalspiel gegen Nottuln am Donnerstag folgte nur drei Tage später eine zweite Hälfte, die einer Aufgabe gleichkam. Schmitz machte für diesen Offenbarungseid allein die Spieler verantwortlich: „Diesen Schuh ziehe ich mir heute nicht an, die Mannschaft weiß, woran es gelegen hat.“ Ober damit auf ein Einstellungsproblem oder eine mangelhafte Spielvorbereitung anspielte, wollte der Coach schon nicht mehr sagen und schimpfte nur noch: „Das hatte mit Fußball nichts zu tun, eine Unverschämtheit.“ So schlecht war es vor der Pause allerdings gar nicht gewesen, als die Maaslinger dem Gegner in einem seltsam verhaltenen Spiel beider Seiten noch ebenbürtig waren. Bastian Rode hatte sogar eine sehr gute Chance zur Führung, seinen Schuss kratzte Timur Rieger allerdings von der Linie (25.). Wenig später setzte Rode zum Doppelpass mit Qendrim Krasniqi an, kam dann aber nicht an Torwart Massimo Drobe nicht vorbei (29.). Die Gäste setzten in der 37. Minute das erste Signal, als Paul Hennig erst an den Pfosten köpfte und der Nachschuss von Christoph Schepp geblockt wurde (37.). Der hatte auch in Hälfte zwei die erste Chance, scheiterte jedoch an RWM-Torwart Karsten Römbke (47.). Als dieser dann kurz darauf einen Schuss von Philipp Lamkemeyer zu kurz abwehrte, kam Schepp im dritten Anlauf per Abstauber endlich zum Erfolg (49.). Wer danach eine Antwort der Maaslinger erwartet hatte, wurde enttäuscht. Den Gastgebern fehlten sichtlich die mentalen und körperlichen Mittel, Verl musste nur auf den nächsten Fehler warten. Der unterlief Sinan Boga, dessen Ballverlust Schepp zu einer maßgenauen Vorlage für Kubilay Arayan nutzte, dessen abgefälschter Schuss sich ins Netz senkte (61.). Beim 0:3 von Patrice Yoann Heisinger wurde RWM dann klassisch ausgespielt (69.). Auch das Lebenszeichen von Janek Barg, der den Ball in der 78. Minute an den Pfosten grätschte, änderte nichts am Gesamteindruck: Die Maaslinger Spieler wirkten in der zweiten Halbzeit frisch wie nach einer durchzechten Nacht und ließen das Geschehen fast widerstandslos über sich ergehen. Das führte am Ende auch noch zum 0:4 von Sekouba Cissoko und zu der Erkenntnis, dass RWM in dieser Form ein langer Kampf um den Klassenerhalt bevor steht. RW Maaslingen: Römbke - Cakici (80. A. Fuchs), Franzmeier, Waltke, Kollhorst (67. Barg), Boga, Schreiber, Rusteberg (28. Krasniqi), Thom, Riechmann (56. Celik), Rode. Tore: 0:1 Schepp (49.), 0:2 Arayan (61.), 0:3 Heisinger (69.), 0:4 Cissoko (88.).