Porta Westfalica

Kreisliga A: TuS Holzhausen/Porta zieht erste Mannschaft nach Skandal-Video zurück

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Beim TuS Holzhausen/Porta wird am Sonntag wieder Fußball gespielt. Die erste Mannschaft jedoch wurde zurückgezogen. - © Foto: Alex Lehn
Beim TuS Holzhausen/Porta wird am Sonntag wieder Fußball gespielt. Die erste Mannschaft jedoch wurde zurückgezogen. (© Foto: Alex Lehn)

Porta Westfalica (kül). Der TuS Holzhausen/Porta hat seine erste Mannschaft mit sofortiger Wirkung vom Spielbetrieb in der Fußball-Kreisliga A zurückgezogen. Das gab der 1. Vorsitzende Matthias Adamkowitsch in einer Pressemitteilung am Samstagnachmittag bekannt. Mit dieser Entscheidung zieht der Vorstand des Vereins die Konsequenzen aus dem seit Mittwoch kursierenden Skandal-Video, in dem einige Spieler bei der Aufstiegsfeier "Sieg heil" rufen.

"Veranlasst durch das nicht zu tolerierende Fehlverhalten Einzelner hat der Gesamtvorstand auf Basis des Ethik-Kodex des DFB beschlossen, die erste Mannschaft mit sofortiger Wirkung vom laufenden Spielbetrieb zurückzuziehen. Der Trainer ist von seinen Aufgaben im Verein freigestellt", heißt es in der Mitteilung: "Nach Abschluss des laufenden staatsanwaltlichen Ermittlungsverfahrens, in dem die persönliche Verantwortung Einzelner geklärt wird, behält sich der Vorstand personelle Konsequenzen vor."

Damit hat der TuS Holzhausen/Porta nach drei schweren Tagen eine der wichtigsten Fragen geklärt. Schon am Mittwochabend hatten die Vereinsverantwortlichen deutlich gemacht, dass es sich bei den Geschehnissen im Rahmen der Aufstiegsfeier um ein nicht zu tolerierendes Verhalten handele. Am Freitagabend kam der Vorstand mit der ersten Mannschaft zusammen, die zu den Vorfällen Stellung nehmen konnte. "In diesem intensiven Gespräch kam das Bedauern der ersten Mannschaft über diesen Vorfall zum Ausdruck. Es wurde deutlich gemacht, dass sich die erste Mannschaft zu demokratischen Werten bekennt und keine rechtsradikalen Inhalte vertritt oder gutheißt", schreibt Adamkowitsch.

Die Aufgabe des Vorstands sei es jetzt, weiteren Schaden vom Verein und der ersten Mannschaft abzuwenden. Deren Abmeldung ist als klares Signal an die Öffentlichkeit zu werten, die den Skandal um die Nazi-Parolen geschockt aufgenommen hatte. Schon am Freitag hatte die Mindener Fußballszene aber auch ihre Solidarität mit dem TuS Holzhausen/Porta bekundet, weil das Fehlverhalten Einzelner nicht auf den gesamten Verein übertragen werden dürfe.

Das Vereinsleben bei am Holzhauser Sportplatz geht bereits am morgigen Sonntag weiter. Um 11 Uhr tritt die dritte Fußball-Mannschaft in der Kreisliga C1 gegen RW Rehme II an. Im Anschluss empfängt die Zweitvertretung in der Kreisliga B Süd um 12.45 Uhr den SC BW Lerbeck. Wie es mit den Spielern der abgemeldeten ersten Mannschaft weitergeht, teilte der Verein nicht mit.

Die Erklärung des TuS Holzhausen/Porta vom Samstag im Wortlaut:

Bereits direkt nach Bekanntwerden der Geschehnisse im Rahmen der Aufstiegsfeier der 1. Mannschaft hat der Vorstand des TuS Holzhausen 1905 deutlich gemacht, dass es zu einem nicht zu tolerierenden Fehlverhalten gekommen ist, von dem sich der Vorstand distanziert. Am 06.09.2019 erhielten nun die 1. Mannschaft und der Trainer die Gelegenheit, zu den Vorkommnissen Stellung zu nehmen.

In diesem intensiven Gespräch kam das Bedauern der 1. Mannschaft über diesen Vorfall zum Ausdruck. Es wurde deutlich gemacht, dass sich die 1. Mannschaft zu demokratischen Werten bekennt und keine rechtsradikalen Inhalte vertritt oder gutheißt.

Vorstandsvorsitzender Matthias Adamkowitsch: „Ein unseren ethischen Werten widersprechendes und zudem strafrechtliches Verhalten kann im TuS Holzhausen nicht toleriert werden. Hier muss intern und öffentlich ein klares Signal gesetzt und im Weiteren auch die Auseinandersetzung darüber geführt werden. Der Vorstand hat jetzt die Aufgabe, weiteren Schaden vom TuS Holzhausen und der 1. Mannschaft abzuwenden.“

Veranlasst durch das nicht zu tolerierende Fehlverhalten Einzelner hat der Gesamtvorstand auf Basis des Ethik-Kodex des DFB beschlossen, die 1. Mannschaft mit sofortiger Wirkung vom laufenden Spielbetrieb zurückzuziehen. Der Trainer ist von seinen Aufgaben im Verein freigestellt.

Nach Abschluss des laufenden staatsanwaltlichen Ermittlungsverfahrens, in dem die persönliche Verantwortung Einzelner geklärt wird, behält sich der Vorstand personelle Konsequenzen vor.

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