Minden

Frauen-Westfalenliga: Die Ausrichtung bleibt bei der SVKT gleich

Sebastian Külbel

SV Kutenhausen-Todtenhausens Frauen in der Saison 2019/2020: Luise Ellerkamp (obere Reihe von links), Belinda Bockhop, Michelle Rösener, Kim Müller, Lisa Sophie Reimer, Leonie Vogt, Katja Selchow, Melonie Grabowski, Geschäftsführer Dieter Rademacher (mittlere Reihe von links), Torwarttrainer Torsten Keese, Christin Horst, Mara Luckenbach, Beverlie Bockhop, Maisha Höbel, Co-Trainerin Darinka Struck, Trainer Ronny Vogt, Lisa Lange (untere Reihe von links), Paula Frohwitter, Carina Louisa Frenz, Celine Camacho Schneider, Nina Göking, Vanessa Wiehe, Alexandra Mallwitz und Franziska Neuse. MT- - © Foto: Sebastian Külbel
SV Kutenhausen-Todtenhausens Frauen in der Saison 2019/2020: Luise Ellerkamp (obere Reihe von links), Belinda Bockhop, Michelle Rösener, Kim Müller, Lisa Sophie Reimer, Leonie Vogt, Katja Selchow, Melonie Grabowski, Geschäftsführer Dieter Rademacher (mittlere Reihe von links), Torwarttrainer Torsten Keese, Christin Horst, Mara Luckenbach, Beverlie Bockhop, Maisha Höbel, Co-Trainerin Darinka Struck, Trainer Ronny Vogt, Lisa Lange (untere Reihe von links), Paula Frohwitter, Carina Louisa Frenz, Celine Camacho Schneider, Nina Göking, Vanessa Wiehe, Alexandra Mallwitz und Franziska Neuse. MT- (© Foto: Sebastian Külbel)

Minden (mt). Der Abgang von Trainer Patrick Zahn geht mit einer kleinen Zäsur einher. Fünf Abgängen stehen bei SV Kutenhausen-Todtenhausens Fußballerinnen acht Zugänge gegenüber, die das Team deutlich verjüngen. Die Westfalenliga will aber auch der neue Coach Ronny Vogt unbedingt halten. Und er weiß auch schon wie.

„Wir waren in der Vorsaison die drittbeste Offensive der Liga, wir waren schwer auszurechnen und zu verteidigen“, sagt Vogt und betont: „Das wollen wir beibehalten.“ Besser werden muss in seinen Augen das Abwehrverhalten, denn die SVKT-Frauen kassierten zuletzt auch die drittmeisten Gegentore: „Dagegen müssen wir angehen.“

Die grundlegende Ausrichtung will der neue Coach aber beibehalten, denn die Stärke des Kaders liegt weiter im Angriffsspiel. In diesem Mannschaftsteil verzeichnet das Team mit Thandie Reinkensmeier nur einen Abgang, in der Defensive sind es dagegen vier, darunter die langjährigen Stützen Annina Kühme und Darinka Struck. „Die Abwehr wird ein komplett anderes Gesicht haben und deutlich jünger sein“, sagt Vogt.

Denn in Katja Selchow (25) kommt nur eine etwas erfahrenere Spielerin neu ins Team, sie ist zudem der einzige externe Zugang. Die übrigen Neuen rücken aus der zweiten Mannschaft auf und sind allesamt unter 20. Team-Küken Luise Ellerkamp ist sogar erst 16 Jahre alt. „Wir ernten die Früchte unserer Nachwuchsarbeit“, sagt Vogt, der einst selbst fünf Jahre lang die B-Mädchen betreute.

Deshalb hatte er nach seinem Gastspiel als C-Jugend-Trainer auch keine Anpassungsprobleme: „Der Umgang mit den Mädchen und Frauen ist mir vertraut, ich weiß, worauf ich achten muss.“ Den größten Unterschied zu den Männern sieht er im Tempo: „Die Spritzigkeit ist einfach eine andere“, sagt Vogt, begründet das mit den muskulären Voraussetzungen und schließt daraus: „In der Athletik sehe ich das größte Potenzial im Frauenfußball.“

Da passt es gut, dass der neue Mann im Team auch auf diesem Gebiet ein Experte ist: Ronny Vogt besitzt nicht nur als Fußball-, sondern auch als Fitnesstrainer die B-Lizenz und hat in diesem Bereich auch schon viel mit seinen Schützlingen gearbeitet: „Wir haben die Intensität langsam gesteigert mit dem Trainingslager in Warendorf als Höhepunkt.“

In dieser Zeit hat sich auch die Struktur der Mannschaft neu gebildet, die tragende Säulen verloren hat. „Es ist spannend zu sehen, wie die Spielerinnen in diese Lücken reinstoßen und Verantwortung übernehmen“, schildert Vogt den Weg zur neuen Hierarchie. Der verlief bislang positiv: „Die älteren Spielerinnen haben die jüngeren gut angenommen, wir sind schon eine Einheit geworden.“ Vor allem von den Neulingen erhofft sich der Coach einen Schub: „Sie bringen einen unheimlichen Drang mit. Einige von ihnen werden schnell in die Startelf rutschen.“ Das gilt umso mehr, weil Alexandra Mallwitz (Meniskus-Operation) und Michelle Rösener (Knieprobleme) noch länger ausfallen.

Dennoch will sich der Sechste der Vorsaison möglichst schnell von der Abstiegszone entfernen, um ein langes Zittern wie im vergangenen Frühjahr zu vermeiden. Nach dem Rückzug der Warendorfer SU steht der erste Absteiger zwar schon fest. Spannend könnte es trotzdem wieder werden: „Als Favoriten sehe ich Vizemeister DJK Arminia Ibbenbüren und Regionalliga-Absteiger SV Germania Hauenhorst. Der Rest ist auf Augenhöhe und wird sehr eng zusammenbleiben.“ Das Auftaktspiel in Ibbenbüren wird somit gleich zur ersten großen Prüfung für das junge SVKT-Team.

Dessen großer Trumpf soll wieder die starke Einstellung sein, die auch in der abgelaufenen Serie zum letztlich souveränen Klassenerhalt führte. „Mich fasziniert der Aufwand, den die Spielerinnen betreiben“, sagt Vogt: „Für die ist das ihr Leben, so spielen und trainieren sie.“ Auch das ist ein Erbe seines Vorgängers, der große Fußstapfen hinterlassen hat: „Man merkt, wie geprägt die Mannschaft von Patrick ist. Die Mädchen sind aber auch offen und nehmen die Dinge gut an. Sie wollen gefordert werden.“

Und so wird auch Ronny Vogt schnell seine eigene Handschrift einbringen, die den erfolgreichen Weg des Frauenfußballs bei der SVKT fortsetzen soll: „Wir wollen nicht verteidigen, sondern geschlossen gegen den Ball arbeiten und diesen erobern. Und wir wollen nicht mehr so offen stehen und leichte Gegentore vermeiden.“

SV Kutenhausen-Todtenhausen 2019/20

Abgänge: Lena Abraham (Umzug nach Bremen), Nelly-Isabel Kerbs (berufliche Auszeit), Annina Kühme, Darinka Struck (beide Trainerteam), Thandie Reinkensmeier (USA-Aufenthalt).

Zugänge: Luise Ellerkamp, Paula Frohwitter, Melonie Grabowski, Hannah Kieslich, Lisa Lange, Emily Rusch, Leonie Vogt (alle eigene 2. Mannschaft), Katja Selchow (Herforder SV II).

Kader: Celine Camacho Schneider, Nina Göking - Linda Backhaus, Belinda Bockhop, Beverlie Bockhop, Luise Ellerkamp, Carina Louisa Frenz, Paula Frohwitter, Melonie Grabowski, Maisha Höbel, Christin Horst, Hannah Kieslich, Lisa Lange, Mara Luckenbach, Alexandra Mallwitz, Kim Müller, Franziska Neuse, Lisa Sophie Reimer, Michelle Rösener, Emily Rusch, Eva-Lotta Scheer, Katja Selchow, Leonie Vogt, Vanessa Wiehe.

Trainer: Ronny Vogt, Co-Trainerin Darinka Struck, Torwarttrainer Torsten Keese, Athletiktrainer Günter Masbruch, Teammanagerin Annina Kühme.

Saisonziel: Klassenerhalt

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MindenFrauen-Westfalenliga: Die Ausrichtung bleibt bei der SVKT gleichSebastian KülbelMinden (mt). Der Abgang von Trainer Patrick Zahn geht mit einer kleinen Zäsur einher. Fünf Abgängen stehen bei SV Kutenhausen-Todtenhausens Fußballerinnen acht Zugänge gegenüber, die das Team deutlich verjüngen. Die Westfalenliga will aber auch der neue Coach Ronny Vogt unbedingt halten. Und er weiß auch schon wie. „Wir waren in der Vorsaison die drittbeste Offensive der Liga, wir waren schwer auszurechnen und zu verteidigen“, sagt Vogt und betont: „Das wollen wir beibehalten.“ Besser werden muss in seinen Augen das Abwehrverhalten, denn die SVKT-Frauen kassierten zuletzt auch die drittmeisten Gegentore: „Dagegen müssen wir angehen.“ Die grundlegende Ausrichtung will der neue Coach aber beibehalten, denn die Stärke des Kaders liegt weiter im Angriffsspiel. In diesem Mannschaftsteil verzeichnet das Team mit Thandie Reinkensmeier nur einen Abgang, in der Defensive sind es dagegen vier, darunter die langjährigen Stützen Annina Kühme und Darinka Struck. „Die Abwehr wird ein komplett anderes Gesicht haben und deutlich jünger sein“, sagt Vogt. Denn in Katja Selchow (25) kommt nur eine etwas erfahrenere Spielerin neu ins Team, sie ist zudem der einzige externe Zugang. Die übrigen Neuen rücken aus der zweiten Mannschaft auf und sind allesamt unter 20. Team-Küken Luise Ellerkamp ist sogar erst 16 Jahre alt. „Wir ernten die Früchte unserer Nachwuchsarbeit“, sagt Vogt, der einst selbst fünf Jahre lang die B-Mädchen betreute. Deshalb hatte er nach seinem Gastspiel als C-Jugend-Trainer auch keine Anpassungsprobleme: „Der Umgang mit den Mädchen und Frauen ist mir vertraut, ich weiß, worauf ich achten muss.“ Den größten Unterschied zu den Männern sieht er im Tempo: „Die Spritzigkeit ist einfach eine andere“, sagt Vogt, begründet das mit den muskulären Voraussetzungen und schließt daraus: „In der Athletik sehe ich das größte Potenzial im Frauenfußball.“ Da passt es gut, dass der neue Mann im Team auch auf diesem Gebiet ein Experte ist: Ronny Vogt besitzt nicht nur als Fußball-, sondern auch als Fitnesstrainer die B-Lizenz und hat in diesem Bereich auch schon viel mit seinen Schützlingen gearbeitet: „Wir haben die Intensität langsam gesteigert mit dem Trainingslager in Warendorf als Höhepunkt.“ In dieser Zeit hat sich auch die Struktur der Mannschaft neu gebildet, die tragende Säulen verloren hat. „Es ist spannend zu sehen, wie die Spielerinnen in diese Lücken reinstoßen und Verantwortung übernehmen“, schildert Vogt den Weg zur neuen Hierarchie. Der verlief bislang positiv: „Die älteren Spielerinnen haben die jüngeren gut angenommen, wir sind schon eine Einheit geworden.“ Vor allem von den Neulingen erhofft sich der Coach einen Schub: „Sie bringen einen unheimlichen Drang mit. Einige von ihnen werden schnell in die Startelf rutschen.“ Das gilt umso mehr, weil Alexandra Mallwitz (Meniskus-Operation) und Michelle Rösener (Knieprobleme) noch länger ausfallen. Dennoch will sich der Sechste der Vorsaison möglichst schnell von der Abstiegszone entfernen, um ein langes Zittern wie im vergangenen Frühjahr zu vermeiden. Nach dem Rückzug der Warendorfer SU steht der erste Absteiger zwar schon fest. Spannend könnte es trotzdem wieder werden: „Als Favoriten sehe ich Vizemeister DJK Arminia Ibbenbüren und Regionalliga-Absteiger SV Germania Hauenhorst. Der Rest ist auf Augenhöhe und wird sehr eng zusammenbleiben.“ Das Auftaktspiel in Ibbenbüren wird somit gleich zur ersten großen Prüfung für das junge SVKT-Team. Dessen großer Trumpf soll wieder die starke Einstellung sein, die auch in der abgelaufenen Serie zum letztlich souveränen Klassenerhalt führte. „Mich fasziniert der Aufwand, den die Spielerinnen betreiben“, sagt Vogt: „Für die ist das ihr Leben, so spielen und trainieren sie.“ Auch das ist ein Erbe seines Vorgängers, der große Fußstapfen hinterlassen hat: „Man merkt, wie geprägt die Mannschaft von Patrick ist. Die Mädchen sind aber auch offen und nehmen die Dinge gut an. Sie wollen gefordert werden.“ Und so wird auch Ronny Vogt schnell seine eigene Handschrift einbringen, die den erfolgreichen Weg des Frauenfußballs bei der SVKT fortsetzen soll: „Wir wollen nicht verteidigen, sondern geschlossen gegen den Ball arbeiten und diesen erobern. Und wir wollen nicht mehr so offen stehen und leichte Gegentore vermeiden.“ SV Kutenhausen-Todtenhausen 2019/20 Abgänge: Lena Abraham (Umzug nach Bremen), Nelly-Isabel Kerbs (berufliche Auszeit), Annina Kühme, Darinka Struck (beide Trainerteam), Thandie Reinkensmeier (USA-Aufenthalt). Zugänge: Luise Ellerkamp, Paula Frohwitter, Melonie Grabowski, Hannah Kieslich, Lisa Lange, Emily Rusch, Leonie Vogt (alle eigene 2. Mannschaft), Katja Selchow (Herforder SV II). Kader: Celine Camacho Schneider, Nina Göking - Linda Backhaus, Belinda Bockhop, Beverlie Bockhop, Luise Ellerkamp, Carina Louisa Frenz, Paula Frohwitter, Melonie Grabowski, Maisha Höbel, Christin Horst, Hannah Kieslich, Lisa Lange, Mara Luckenbach, Alexandra Mallwitz, Kim Müller, Franziska Neuse, Lisa Sophie Reimer, Michelle Rösener, Emily Rusch, Eva-Lotta Scheer, Katja Selchow, Leonie Vogt, Vanessa Wiehe. Trainer: Ronny Vogt, Co-Trainerin Darinka Struck, Torwarttrainer Torsten Keese, Athletiktrainer Günter Masbruch, Teammanagerin Annina Kühme. Saisonziel: Klassenerhalt