Porta Westfalica

Fußballkreis Minden: Bekannte Probleme - Schiedsrichtermangel und Strukturreform

Sebastian Külbel

Ralf Schlingmann (links) übergibt den Staffelstab an Ulrich Faymann. MT-Fotos: Külbel
Ralf Schlingmann (links) übergibt den Staffelstab an Ulrich Faymann. MT-Fotos: Külbel

Porta Westfalica (mt). Die ganz großen Probleme wurden angesprochen, aber noch nicht angegangen: Die Spielklassenstrukturreform ist das nächste Projekt im Fußballkreis Minden, wie dessen Vorsitzender Thomas Schickentanz am Ende der Arbeitstagung andeutete. Der Schiedsrichtermangel ist dagegen ein altbekanntes Thema, das sich aber immer mehr zuspitzt.

42 Unparteiische fehlen für die anstehende Saison, wie Schiedsrichter-Obmann Udo Quast mitteilte. Bei einer Soll-Zahl von 124 Referees könne man sich ausrechnen, wie viel das prozentual sei: genau 30 Prozent. „Die Problematik wird immer schlimmer“, meinte Quast. Gründe dafür sind vor allem die nachlässige Behandlung der Schiedsrichter in den Vereinen sowie das, was sie regelmäßig auf den Plätzen erleben müssen.

„Die Beleidigungen gegen Schiedsrichter und Gegenspieler haben Überhand genommen. Das sind Sätze aus der untersten Schublade, da kommt mir das Grauen“, sagte Ralf Schlingmann. Zum letzten Mal sprach er als Vorsitzender der Kreisfußballausschusses über die abgelaufene Saison, schon beim Kreistag im April wurde Ulrich Faymann als sein Nachfolger gewählt. Schlingmann steht im seitdem helfend zur Seite und will das auch weiterhin tun. Am Dienstagabend übergab er Faymann den symbolischen Staffelstab. Danach schlug ihn Kreis-Chef Schickentanz als Ehrenvorsitzenden des Kreisfußballausschusses vor, die Delegierten stimmten geschlossen zu.

Andre Krietemeier (Mitte) nahm den Fairness-Pokal für den SC Hille entgegen, die Meisterurkunden holten (von links) Karl-Heinz Hassfeld (TuS Petershagen-Ovenstädt), Tanja Herber (TuS Holzhausen/Porta), Uwe Schneider (SV Kutenhausen-Todtenhausen IV), Karl-Gerhard Schlusen (SC BW Lerbeck) und Daniel Gieseking (RW Maaslingen) ab.
Andre Krietemeier (Mitte) nahm den Fairness-Pokal für den SC Hille entgegen, die Meisterurkunden holten (von links) Karl-Heinz Hassfeld (TuS Petershagen-Ovenstädt), Tanja Herber (TuS Holzhausen/Porta), Uwe Schneider (SV Kutenhausen-Todtenhausen IV), Karl-Gerhard Schlusen (SC BW Lerbeck) und Daniel Gieseking (RW Maaslingen) ab.

Es war der emotionale Höhepunkt eines Abends, der ansonsten die üblichen Inhalte bot. Geehrt wurden die Meister sowie der SC Hille mit dem Fairness-Pokal. Schlingmann führte noch einmal auf, dass in der Kreisliga B Süd vor, während oder nach der Saison stolze fünf Mannschaften zurückgezogen wurden. Auch der Aufstiegsverzicht in den Kreisligen C ist mittlerweile gängige Praxis – nicht zur Freude des Kreisvorstands. Der kam den Vereinen bei der Erstellung der Spielpläne entgegen. So gibt es in den Kreisligen A, B Süd und C2 wieder Wochenspieltage, um Terminprobleme in der kalten Jahreszeit zu vermeiden. Die Kreisligen B Süd und C1 spielen nur nach einem 14er-Schlüssel – bei einem 16er-Schlüssel wären die Pausen zu lang gewesen.

Die künftige Bemessung der Spielklassen soll im Herbst erneut Thema einer Arbeitssitzung sein. Bereits vor der abgelaufenen Saison hatte Kreis-Chef Schickentanz die Vereine nur für diesen Punkt eingeladen, unter anderem steht eine eingleisige Kreisliga B zur Debatte. Jetzt wird das Ganze neu aufgerollt, einen Termin gibt es noch nicht.

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Porta WestfalicaFußballkreis Minden: Bekannte Probleme - Schiedsrichtermangel und StrukturreformSebastian KülbelPorta Westfalica (mt). Die ganz großen Probleme wurden angesprochen, aber noch nicht angegangen: Die Spielklassenstrukturreform ist das nächste Projekt im Fußballkreis Minden, wie dessen Vorsitzender Thomas Schickentanz am Ende der Arbeitstagung andeutete. Der Schiedsrichtermangel ist dagegen ein altbekanntes Thema, das sich aber immer mehr zuspitzt. 42 Unparteiische fehlen für die anstehende Saison, wie Schiedsrichter-Obmann Udo Quast mitteilte. Bei einer Soll-Zahl von 124 Referees könne man sich ausrechnen, wie viel das prozentual sei: genau 30 Prozent. „Die Problematik wird immer schlimmer“, meinte Quast. Gründe dafür sind vor allem die nachlässige Behandlung der Schiedsrichter in den Vereinen sowie das, was sie regelmäßig auf den Plätzen erleben müssen. „Die Beleidigungen gegen Schiedsrichter und Gegenspieler haben Überhand genommen. Das sind Sätze aus der untersten Schublade, da kommt mir das Grauen“, sagte Ralf Schlingmann. Zum letzten Mal sprach er als Vorsitzender der Kreisfußballausschusses über die abgelaufene Saison, schon beim Kreistag im April wurde Ulrich Faymann als sein Nachfolger gewählt. Schlingmann steht im seitdem helfend zur Seite und will das auch weiterhin tun. Am Dienstagabend übergab er Faymann den symbolischen Staffelstab. Danach schlug ihn Kreis-Chef Schickentanz als Ehrenvorsitzenden des Kreisfußballausschusses vor, die Delegierten stimmten geschlossen zu. Es war der emotionale Höhepunkt eines Abends, der ansonsten die üblichen Inhalte bot. Geehrt wurden die Meister sowie der SC Hille mit dem Fairness-Pokal. Schlingmann führte noch einmal auf, dass in der Kreisliga B Süd vor, während oder nach der Saison stolze fünf Mannschaften zurückgezogen wurden. Auch der Aufstiegsverzicht in den Kreisligen C ist mittlerweile gängige Praxis – nicht zur Freude des Kreisvorstands. Der kam den Vereinen bei der Erstellung der Spielpläne entgegen. So gibt es in den Kreisligen A, B Süd und C2 wieder Wochenspieltage, um Terminprobleme in der kalten Jahreszeit zu vermeiden. Die Kreisligen B Süd und C1 spielen nur nach einem 14er-Schlüssel – bei einem 16er-Schlüssel wären die Pausen zu lang gewesen. Die künftige Bemessung der Spielklassen soll im Herbst erneut Thema einer Arbeitssitzung sein. Bereits vor der abgelaufenen Saison hatte Kreis-Chef Schickentanz die Vereine nur für diesen Punkt eingeladen, unter anderem steht eine eingleisige Kreisliga B zur Debatte. Jetzt wird das Ganze neu aufgerollt, einen Termin gibt es noch nicht.