Bad Oeynhausen

Neue Turnierform "Funino" in der Test-Phase: „Einfach mal machen“

Jörg Wehling

Manfred Flake hatte sichtbar Spaß an der Jugendarbeitstagung. Links neben ihm Katrin Schäkel, verantwortlich für die Öffentlichkeitsarbeit. MT-Fotos: Jörg Wehling
Manfred Flake hatte sichtbar Spaß an der Jugendarbeitstagung. Links neben ihm Katrin Schäkel, verantwortlich für die Öffentlichkeitsarbeit. MT-Fotos: Jörg Wehling

Bad Oeynhausen (mt). Wenn in einem scheinbar funktionierenden System eines Verbandes etwas Neues eingeführt werden soll, dann macht sich schnell Skepsis breit. „Zu teuer“ oder „Funktioniert nicht“ und „Das können die Vereine nicht leisten“ lauten die Kritikpunkte.

Die Anzahl der Zweifler aber auch Befürworter hielt sich bei der Jugendarbeitstagung des Fußball-Kreises Minden im Sportheim des SuS Wulferdingsen die Waage. Auslöser des ganzen war „Funino“. Dabei handelt es sich nicht um einen Wirbelsturm, sondern eine vom Deutschen Fußball-Bund empfohlene neue Spielform, die als Minifußballs oder eben „Funino“ speziell im Kinder- und Jugendtraining Anwendung findet.

Die Vorteile stellte Thorsten Wöbking, Koordinator für Qualifizierung und Lehrarbeit im heimischen Fußballkreis, jetzt den Jugendobmännern vor.

Urkunden für die Staffelsieger (ab 2. v.l.): Alexander Wagner, Bastian Brand und Benedict Hus.
Urkunden für die Staffelsieger (ab 2. v.l.): Alexander Wagner, Bastian Brand und Benedict Hus.

„Man muss schon Überzeugungsarbeit leisten. Ich glaube aber, dass ich zu den Leuten durchgedrungen bin“, sagte Wöbking im Nachgang zur Jugendarbeitstagung. In drei bis fünf Jahren, so die Erwartung des Verbandes, soll Funino andere Spielformen wie zum Beispiel einen Ligabetrieb in dieser Altersklasse ablösen (MT-Bericht vom 7. Juli).

Warum diese Neuerung sein muss? Weil auch den Fußballern der Nachwuchs nicht mehr automatisch zu läuft und weil man international betrachtet in Sachen Talentsichtung hinterher läuft.

Lieferte gestenreich Erklärung: Thorsten Wöbking
Lieferte gestenreich Erklärung: Thorsten Wöbking

Das Grundprinzip von Funino, das auch in den weiterführenden Altersklassen wie der F-Jugend und E-Jugend praktiziert werden kann, soll dafür sorgen, dass die Kinder wieder mehr Spaß am Fußball bekommen. Weil sie in Kleingruppen auf kleineren Spielfeldern ohne Torwart auf kleine Tore gegeneinander spielen. Sie werden so viel häufiger in das Spiel eingebunden, als wenn traditionell zwei Mannschaften gegeneinander spielen und zu viele Kinder zuschauen, anstatt mitzuspielen. Diesen Kindern fehlt allzu oft das Erfolgserlebnis.

Der Grundtenor nach dem Vortrag von Thorsten Wöbking war bei den heimischen Funktionären, dass man Funino als Ergänzung, nicht aber als Alternative zum laufenden Spielbetrieb anbieten möchte.

Nach kurzer Diskussion erklärten sich die Verantwortlichen des FSC Eisbergen, des TuS Lahde/Quetzen und des TuS Petershagen-Ovenstädt bereit, im September ein entsprechendes Funino-Turnier auszutragen. „Wir finden diese Spiel- und Turnierform gut. Zum Teil haben wir das auch schon im Training probiert“, sagte etwa Tobias Lyck vom FSC Eisbergen. Auch Mirko Büsterfeld (TuS Lahde-Quetzen) und Bastian Brand (TuS Peterhagen-Ovenstädt) entschieden sich spontan, ein Turnier in dieser Form anzubieten.

Der Fußballkreis liefert mit entsprechenden Empfehlungen und Tipps den Vereinen die notwendige Unterstützung.

„Wichtig ist doch, dass man erst mal macht und diese Turnierform ausprobiert“, sagt Wöbking und nimmt den Zweiflern weiteren Wind aus den Segeln: „Die Kosten halten sich im Rahmen. Bei vergleichsweise geringem Aufwand kann man über Einnahmen aus Catering die Kosten für Material auch schnell wieder hereinbekommen“, sagt Wöbking und untermauert dies mit einer Kalkulation des DFB, weil Erfahrungswerte noch fehlen.

Apropos Erfahrung: In den benachbarten Kreisen Lübbecke und Herford hat es zwei Turnier-Versuche gegeben. „In Lübbecke hat es funktioniert, in Herford allerdings nicht“, sagt Wöbking. Dort waren Mannschaften nicht gekommen.

Die vorangegangenen Tagesordnungspunkte wie Rückblick auf die vergangene Saison, der Ausblick auf die anstehende Serie und der Austragung des Jugend-Kreispokals wurden schnell und routiniert abgehandelt, dank der Vorarbeit von Manfred Flake, dem Koordinator Spielbetrieb des Fußballkreises. Die Wünsche der Vereine bei den Staffeleinteilungen berücksichtigte Flake gerne. 194 Mannschaften nehmen in dieser Saison am Spielbetrieb teil. „Das sind Zahlen auf Vorjahres-Niveau“, spricht Flake hier von einer Konstanz.

Staffelsieger geehrt

Vom Kreisjugendausschuss-Vorsitzenden Michael Grützkowski bekamen die Staffelsieger traditionell ihre Urkunden überreicht. Benedict Hus (SV Eidinghausen-Werste) nahm die Präsente für die A- und C-Jugend entgegen, Alexander Wagner für die B-Jungen der SV Kutenhausen-Todtenhausen und Bastian Brand für die D-Jugend der JSG Petershagen-Ovenstädt/Maaslingen.

Im September soll es einen Dialogtag zwischen dem Fußball- und Leichtathletik-Verband FLVW und den heimischen Funktionären geben. Gedacht ist ein Gedankenaustausch, um über anstehende Probleme zu diskutieren, zum Beispiel Themen aus dem Spielbetrieb.

Die wesentlichste Änderung im Kreispokal ist, dass es bei unentschiedenem Spielstand nach regulärer Spielzeit sofort ein Neun- beziehungsweise ein Elfmeterschießen geben wird. Das empfahl jedenfalls auf Nachfrage von Manfred Flake der als Gast anwesende Fußball-Kreisvorsitzende Thomas Schickentanz. (jöw)

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Bad OeynhausenNeue Turnierform "Funino" in der Test-Phase: „Einfach mal machen“Jörg WehlingBad Oeynhausen (mt). Wenn in einem scheinbar funktionierenden System eines Verbandes etwas Neues eingeführt werden soll, dann macht sich schnell Skepsis breit. „Zu teuer“ oder „Funktioniert nicht“ und „Das können die Vereine nicht leisten“ lauten die Kritikpunkte. Die Anzahl der Zweifler aber auch Befürworter hielt sich bei der Jugendarbeitstagung des Fußball-Kreises Minden im Sportheim des SuS Wulferdingsen die Waage. Auslöser des ganzen war „Funino“. Dabei handelt es sich nicht um einen Wirbelsturm, sondern eine vom Deutschen Fußball-Bund empfohlene neue Spielform, die als Minifußballs oder eben „Funino“ speziell im Kinder- und Jugendtraining Anwendung findet. Die Vorteile stellte Thorsten Wöbking, Koordinator für Qualifizierung und Lehrarbeit im heimischen Fußballkreis, jetzt den Jugendobmännern vor. „Man muss schon Überzeugungsarbeit leisten. Ich glaube aber, dass ich zu den Leuten durchgedrungen bin“, sagte Wöbking im Nachgang zur Jugendarbeitstagung. In drei bis fünf Jahren, so die Erwartung des Verbandes, soll Funino andere Spielformen wie zum Beispiel einen Ligabetrieb in dieser Altersklasse ablösen (MT-Bericht vom 7. Juli). Warum diese Neuerung sein muss? Weil auch den Fußballern der Nachwuchs nicht mehr automatisch zu läuft und weil man international betrachtet in Sachen Talentsichtung hinterher läuft. Das Grundprinzip von Funino, das auch in den weiterführenden Altersklassen wie der F-Jugend und E-Jugend praktiziert werden kann, soll dafür sorgen, dass die Kinder wieder mehr Spaß am Fußball bekommen. Weil sie in Kleingruppen auf kleineren Spielfeldern ohne Torwart auf kleine Tore gegeneinander spielen. Sie werden so viel häufiger in das Spiel eingebunden, als wenn traditionell zwei Mannschaften gegeneinander spielen und zu viele Kinder zuschauen, anstatt mitzuspielen. Diesen Kindern fehlt allzu oft das Erfolgserlebnis. Der Grundtenor nach dem Vortrag von Thorsten Wöbking war bei den heimischen Funktionären, dass man Funino als Ergänzung, nicht aber als Alternative zum laufenden Spielbetrieb anbieten möchte. Nach kurzer Diskussion erklärten sich die Verantwortlichen des FSC Eisbergen, des TuS Lahde/Quetzen und des TuS Petershagen-Ovenstädt bereit, im September ein entsprechendes Funino-Turnier auszutragen. „Wir finden diese Spiel- und Turnierform gut. Zum Teil haben wir das auch schon im Training probiert“, sagte etwa Tobias Lyck vom FSC Eisbergen. Auch Mirko Büsterfeld (TuS Lahde-Quetzen) und Bastian Brand (TuS Peterhagen-Ovenstädt) entschieden sich spontan, ein Turnier in dieser Form anzubieten. Der Fußballkreis liefert mit entsprechenden Empfehlungen und Tipps den Vereinen die notwendige Unterstützung. „Wichtig ist doch, dass man erst mal macht und diese Turnierform ausprobiert“, sagt Wöbking und nimmt den Zweiflern weiteren Wind aus den Segeln: „Die Kosten halten sich im Rahmen. Bei vergleichsweise geringem Aufwand kann man über Einnahmen aus Catering die Kosten für Material auch schnell wieder hereinbekommen“, sagt Wöbking und untermauert dies mit einer Kalkulation des DFB, weil Erfahrungswerte noch fehlen. Apropos Erfahrung: In den benachbarten Kreisen Lübbecke und Herford hat es zwei Turnier-Versuche gegeben. „In Lübbecke hat es funktioniert, in Herford allerdings nicht“, sagt Wöbking. Dort waren Mannschaften nicht gekommen. Die vorangegangenen Tagesordnungspunkte wie Rückblick auf die vergangene Saison, der Ausblick auf die anstehende Serie und der Austragung des Jugend-Kreispokals wurden schnell und routiniert abgehandelt, dank der Vorarbeit von Manfred Flake, dem Koordinator Spielbetrieb des Fußballkreises. Die Wünsche der Vereine bei den Staffeleinteilungen berücksichtigte Flake gerne. 194 Mannschaften nehmen in dieser Saison am Spielbetrieb teil. „Das sind Zahlen auf Vorjahres-Niveau“, spricht Flake hier von einer Konstanz. Staffelsieger geehrt Vom Kreisjugendausschuss-Vorsitzenden Michael Grützkowski bekamen die Staffelsieger traditionell ihre Urkunden überreicht. Benedict Hus (SV Eidinghausen-Werste) nahm die Präsente für die A- und C-Jugend entgegen, Alexander Wagner für die B-Jungen der SV Kutenhausen-Todtenhausen und Bastian Brand für die D-Jugend der JSG Petershagen-Ovenstädt/Maaslingen. Im September soll es einen Dialogtag zwischen dem Fußball- und Leichtathletik-Verband FLVW und den heimischen Funktionären geben. Gedacht ist ein Gedankenaustausch, um über anstehende Probleme zu diskutieren, zum Beispiel Themen aus dem Spielbetrieb. Die wesentlichste Änderung im Kreispokal ist, dass es bei unentschiedenem Spielstand nach regulärer Spielzeit sofort ein Neun- beziehungsweise ein Elfmeterschießen geben wird. Das empfahl jedenfalls auf Nachfrage von Manfred Flake der als Gast anwesende Fußball-Kreisvorsitzende Thomas Schickentanz. (jöw)