Porta Westfalica

Schulungen gegen den Schwund - Bernd Rust treibt im Fußballkreis die Vereinsentwicklung voran

Sebastian Külbel

Bernd Rust geht seine neue Aufgabe mit Elan an. Er plant Schulungstermine in vier Städten. MT- - © Foto: Külbel
Bernd Rust geht seine neue Aufgabe mit Elan an. Er plant Schulungstermine in vier Städten. MT- (© Foto: Külbel)

Porta Westfalica (mt). Bernd Rust geht sein neues Aufgabengebiet mit dem gleich Elan an, mit dem er das vorige wiederbelebt hat. „Damals hieß es, da kommt doch keiner, und dann hatten wir im ersten Jahr 35 Teilnehmer und im zweiten 43“, erzählt der 52-Jährige von der C-Trainer-Ausbildung, die er seit 2011 im Fußballkreis Minden voran getrieben hat. Ähnliches plant Rust nun auch mit dem neu gegründeten Ausschuss für Kreis- und Vereinsentwicklung.

„So richtig weiß keiner, was dahinter steckt“, sagte der A-Lizenz-Trainer am Montag bei der ersten Informationsveranstaltung in Barkhausen. Nach gut einer Stunde wussten die Vereinsvertreter dann, wohin Bernd Rust in den nächsten drei Jahren will.

Das oberste Ziel ist es, dem Mannschaftsschwund entgegen zu wirken. Auch im Fußballkreis Minden gibt es seit dieser Saison zwei Männer-Spielgemeinschaften, bei der Jugend und den Altherren ist diese Praxis längst alltäglich. „Das ist für die Vereine zunächst auch eine gute Sache, trotzdem gehen dadurch Spieler verloren“, betonte Rust.

Als Kernproblem hat der Fußball- und Leichtathletikverband Westfalen den Mangel an ehrenamtlicher Mitarbeit ausgemacht. Der wirkt sich auf breiter Basis aus: Es fehlen Trainer und Betreuer, Vorstandsämter werden nicht besetzt oder wechseln häufig, manchmal finden Vereine nicht einmal Helfer für den Verkauf von Bratwürsten und Getränken.

Behoben werden soll dieser Mangel mit Kurzschulungen zur Mitarbeitergewinnung. In drei bis vier Lerneinheiten à 45 Minuten wird zunächst eine Bedarfsanalyse erstellt und eine Lösung erarbeitet. Ein Weg könnte etwa sein, die Aufgaben im Verein über Projektarbeit zu erledigen. „Viele Menschen wollen mithelfen, aber sie wollen sich keine festen Positionen“, erklärte Rust.

Neben der Mitarbeitergewinnung will er zunächst das Thema Steuern in den Mittelpunkt stellen. Hier wird in den Kurzschulungen des FLVW Grundlagenwissen im Bereich der Gemeinnützigkeit und im Vereinssteuerrecht vermittelt. Ein dritter Schwerpunkt der Vereinsentwicklung wäre das Thema Integration.

Vor den ersten Kurzschulungen steht jedoch die Bildung des Ausschusses für Vereinsentwicklung, die Rust bis zum 12. August abgeschlossen haben möchte. Danach will er bis Juli 2020 je eine Schulung in den Städten Bad Oeynhausen, Minden, Petershagen und Porta Westfalica anbieten.

Auch ein weiteres Element zur Vereinsentwicklung will er danach etablieren: Beim Vorstandstreff sollen sich Verantwortliche aus dem ganzen Kreis über ihre Herausforderungen und Erfahrungen austauschen. Kosten entstehen für die Vereine bei allen Maßnahmen nicht. Sie müssen nur den Willen einbringen, ihre Probleme anzugehen.

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Porta WestfalicaSchulungen gegen den Schwund - Bernd Rust treibt im Fußballkreis die Vereinsentwicklung voranSebastian KülbelPorta Westfalica (mt). Bernd Rust geht sein neues Aufgabengebiet mit dem gleich Elan an, mit dem er das vorige wiederbelebt hat. „Damals hieß es, da kommt doch keiner, und dann hatten wir im ersten Jahr 35 Teilnehmer und im zweiten 43“, erzählt der 52-Jährige von der C-Trainer-Ausbildung, die er seit 2011 im Fußballkreis Minden voran getrieben hat. Ähnliches plant Rust nun auch mit dem neu gegründeten Ausschuss für Kreis- und Vereinsentwicklung. „So richtig weiß keiner, was dahinter steckt“, sagte der A-Lizenz-Trainer am Montag bei der ersten Informationsveranstaltung in Barkhausen. Nach gut einer Stunde wussten die Vereinsvertreter dann, wohin Bernd Rust in den nächsten drei Jahren will. Das oberste Ziel ist es, dem Mannschaftsschwund entgegen zu wirken. Auch im Fußballkreis Minden gibt es seit dieser Saison zwei Männer-Spielgemeinschaften, bei der Jugend und den Altherren ist diese Praxis längst alltäglich. „Das ist für die Vereine zunächst auch eine gute Sache, trotzdem gehen dadurch Spieler verloren“, betonte Rust. Als Kernproblem hat der Fußball- und Leichtathletikverband Westfalen den Mangel an ehrenamtlicher Mitarbeit ausgemacht. Der wirkt sich auf breiter Basis aus: Es fehlen Trainer und Betreuer, Vorstandsämter werden nicht besetzt oder wechseln häufig, manchmal finden Vereine nicht einmal Helfer für den Verkauf von Bratwürsten und Getränken. Behoben werden soll dieser Mangel mit Kurzschulungen zur Mitarbeitergewinnung. In drei bis vier Lerneinheiten à 45 Minuten wird zunächst eine Bedarfsanalyse erstellt und eine Lösung erarbeitet. Ein Weg könnte etwa sein, die Aufgaben im Verein über Projektarbeit zu erledigen. „Viele Menschen wollen mithelfen, aber sie wollen sich keine festen Positionen“, erklärte Rust. Neben der Mitarbeitergewinnung will er zunächst das Thema Steuern in den Mittelpunkt stellen. Hier wird in den Kurzschulungen des FLVW Grundlagenwissen im Bereich der Gemeinnützigkeit und im Vereinssteuerrecht vermittelt. Ein dritter Schwerpunkt der Vereinsentwicklung wäre das Thema Integration. Vor den ersten Kurzschulungen steht jedoch die Bildung des Ausschusses für Vereinsentwicklung, die Rust bis zum 12. August abgeschlossen haben möchte. Danach will er bis Juli 2020 je eine Schulung in den Städten Bad Oeynhausen, Minden, Petershagen und Porta Westfalica anbieten. Auch ein weiteres Element zur Vereinsentwicklung will er danach etablieren: Beim Vorstandstreff sollen sich Verantwortliche aus dem ganzen Kreis über ihre Herausforderungen und Erfahrungen austauschen. Kosten entstehen für die Vereine bei allen Maßnahmen nicht. Sie müssen nur den Willen einbringen, ihre Probleme anzugehen.