Gütersloh/Bad Oeynhausen

Per Ochsentour in die Landesliga: Der FC Bad Oeynhausen schafft den Aufstieg

Egon Bieber

So sehen Aufsteiger aus: Der FC Bad Oeynhausen hat am Pfingstsonntag das Relegations-Endspiel nach Verlängerung gewonnen und freut sich riesig auf die Landesliga. - © Foto: Egon Bieber
So sehen Aufsteiger aus: Der FC Bad Oeynhausen hat am Pfingstsonntag das Relegations-Endspiel nach Verlängerung gewonnen und freut sich riesig auf die Landesliga. (© Foto: Egon Bieber)

Gütersloh/Bad Oeynhausen (nw). Die Sehnsucht ist gestillt, die Mission erfüllt, der Traum Wirklichkeit geworden und das sportliche Drama vom 26. Mai an diesem Pfingstsonntag doch noch mit einem Happy End gekrönt worden. Die Fußballer des FC Bad Oeynhausen haben mit einem 3:1-Sieg nach Verlängerung im Endspiel der Relegation gegen den SVC Neuenbeken den Aufstieg in die Landesliga geschafft.

Als das überragende Team der Bezirksliga hatte sich der FCO ausgerechnet am 26. Mai die einzige Saisonniederlage gegen das dann die Tabellenführung übernehmende Team vom TuS Bruchmühlen geleistet und war anschließend regelrecht in Schockstarre gefallen.

Die währte glücklicherweise für den FCO nicht allzu lange. Die Spieler nahmen die Herausforderung und ihre zweite Chance auf den Landesliga-Aufstieg über den Umweg Relegation schnell an – und leisteten auf der Ochsentour mit vier Spielen innerhalb von elf Tagen Überragendes. Die Mannschaft schweißte sich von Match zu Match zu einer Einheit zusammen, in der frei nach dem Filmklassiker „Die vier Musketiere“ alle für einen, einer für alle fighteten und sich diesen Aufstieg mit klasse Spielen wahrlich verdienten. Mehr als die Hälfte der Bezirksliga gratulierte per WhatsApp-Nachrichten, die auf dem Handy von Betreuer Wolfgang Rasche einliefen.

Der FCO ist zurück in seinem „Wohnzimmer“, der Fußball-Landesliga. In dieser Spielklasse kickten Mannschaften viele Jahrzehnte, unterbrochen von vielen Jahren in der Verbandsliga (auch Westfalenliga genannt), bis zum Abstieg im Jahr 2015. Nach vier Jahren in dieser Spielklasse soll es das aber auch für lange Zeit gewesen sein. „Nie wieder Bezirksliga“ skandierten die Spieler nach dem Schlusspfiff und tanzten im Kreis.

Es war eine Nerven aufreibende Partie mit Höhen und Tiefen über 120 Spielminuten plus X – und dann explodierten die Gefühle, herzten sich alle und es flossen auch Tränen der Freude. Dabei hatte das Spiel gegen den SCV Neuenbeken nicht schlechter beginnen können. Nach einer Doppelchance binnen von Sekunden über Betim Sahitaj und Hashem Celik (15.), bei denen der beste Neuenbekener, Torwart Alexander Wulf, überragend parierte, geriet der FCO durch einen traumhaft geschossen Freistoß von Miguel Jan Soylu in Rückstand (18.). Frei nach dem Motto von Oliver Kahn „Weiter, immer weiter“ schüttelten sich die FCO-Jungs kurz und machten weiter Druck. Der Lohn war das 1:1 durch ein Traumtor von Benedikt Valldorf aus etwa 30 Meter in den Torgiebel (28.). Niklas Bobe (29.) und Tim Möller (40.) boten sich weitere Topchancen, um nach einer überragenden ersten Halbzeit schon zur Pause eine Vorentscheidung heraus zu schießen.

In der zweiten Halbzeit lief es nicht mehr so rund beim FCO, häuften sich die Fehlpässe, gab es ein offenes Match mit dem SCV. Dem boten sich top Chancen zur Führung. Und dann gab es denkwürdige fünf Minuten mit drei Hochkarätern für den FCO durch Hashem Celik (77., 82., jeweils knapp vorbei und drüber) und Jeger Ghauem (79., Torwart parierte glänzend), in der die Entscheidung hätte fallen müssen. Beide Teams mussten aber zwei Mal 15 Minuten nachsitzen – und da machte der FCO in mittlerweile dreifacher Überzahl nach Toren von Niklas Bobe (108.) und Betim Sahitaj (119.) den Landesliga-Aufstieg perfekt. Danach gab es nur noch Freude, Glückstränen und Party nach der Rückkehr im Vereinsheim in Bad Oeynhausen.

STIMMEN ZUM SPIEL

Holm Windmann (Trainer FCO): „Wir haben eine überragende erste Halbzeit gespielt und müssen mit zwei Toren Vorsprung in die Pause gehen. Die zweite Halbzeit war ausgeglichen. Und dann hat es die Mannschaft in der Verlängerung gerockt. Wir sind ein absolut verdienter Sieger heute und auch ein verdienter Aufsteiger. Das Team ist ein überragender Haufen!“

Dirk Göhner (Vorsitzender FCO): „Wenn einer vor 14 Tagen gesagt hätte, das es heute so endet, hätte es niemand auch nur annähernd geglaubt. Alle waren wir nach der Niederlage gegen Bruchmühlen in ein tiefes Loch gefallen. Wie sich die Mannschaft herausgezogen hat, davor kann ich nur den Hut ziehen. Sie hat Überragendes geleistet. Das hat auch mit Charakter zu tun.

Kevin Reimer (FCO-Kapitän, wechselt zum FC Preußen Espelkamp): „Ich glaube, man kann sich keinen besseren Abschied wünschen. Das ist einfach nur überragend, dass es nach dem Schock doch noch ein Happy End geworden ist.“

STATISTIK

Relegation zu Landesliga

FC Bad Oeynhausen - SCV Neuenbeken n.V. 3:1

FC Bad Oeynhausen: M. Göhner - Cuwalsky (91. Richter), Reimer, Czinski (101. . Göhner), Bobe, Ammo, Mühlmeier, Valldorf, Sahitaj, Möller (72. Ghauem), Celik.

SCV Neuenbeken: Wulf - Doms, Nesic, Wegs (46. Janik), Schröder, Dick, Dalecki, Bornefeld, Gourgi, Wiehmeier (108. Hölscher), Soylu (77. Lütkefedder).

Tore: 0:1 Soylu (18.); 1:1 Valldorf (28.); 2:1 Bobe (108.); 3:1 Sahitaj (119.).

Rote Karten: Janik (87., Nachtreten), Gourgi (120., Schiedsrichter-Beleidigung).

Gelb-Rote Karte: Nesic (108., wiederholtes Foulspiel).

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Gütersloh/Bad OeynhausenPer Ochsentour in die Landesliga: Der FC Bad Oeynhausen schafft den AufstiegEgon BieberGütersloh/Bad Oeynhausen (nw). Die Sehnsucht ist gestillt, die Mission erfüllt, der Traum Wirklichkeit geworden und das sportliche Drama vom 26. Mai an diesem Pfingstsonntag doch noch mit einem Happy End gekrönt worden. Die Fußballer des FC Bad Oeynhausen haben mit einem 3:1-Sieg nach Verlängerung im Endspiel der Relegation gegen den SVC Neuenbeken den Aufstieg in die Landesliga geschafft. Als das überragende Team der Bezirksliga hatte sich der FCO ausgerechnet am 26. Mai die einzige Saisonniederlage gegen das dann die Tabellenführung übernehmende Team vom TuS Bruchmühlen geleistet und war anschließend regelrecht in Schockstarre gefallen. Die währte glücklicherweise für den FCO nicht allzu lange. Die Spieler nahmen die Herausforderung und ihre zweite Chance auf den Landesliga-Aufstieg über den Umweg Relegation schnell an – und leisteten auf der Ochsentour mit vier Spielen innerhalb von elf Tagen Überragendes. Die Mannschaft schweißte sich von Match zu Match zu einer Einheit zusammen, in der frei nach dem Filmklassiker „Die vier Musketiere“ alle für einen, einer für alle fighteten und sich diesen Aufstieg mit klasse Spielen wahrlich verdienten. Mehr als die Hälfte der Bezirksliga gratulierte per WhatsApp-Nachrichten, die auf dem Handy von Betreuer Wolfgang Rasche einliefen. Der FCO ist zurück in seinem „Wohnzimmer“, der Fußball-Landesliga. In dieser Spielklasse kickten Mannschaften viele Jahrzehnte, unterbrochen von vielen Jahren in der Verbandsliga (auch Westfalenliga genannt), bis zum Abstieg im Jahr 2015. Nach vier Jahren in dieser Spielklasse soll es das aber auch für lange Zeit gewesen sein. „Nie wieder Bezirksliga“ skandierten die Spieler nach dem Schlusspfiff und tanzten im Kreis. Es war eine Nerven aufreibende Partie mit Höhen und Tiefen über 120 Spielminuten plus X – und dann explodierten die Gefühle, herzten sich alle und es flossen auch Tränen der Freude. Dabei hatte das Spiel gegen den SCV Neuenbeken nicht schlechter beginnen können. Nach einer Doppelchance binnen von Sekunden über Betim Sahitaj und Hashem Celik (15.), bei denen der beste Neuenbekener, Torwart Alexander Wulf, überragend parierte, geriet der FCO durch einen traumhaft geschossen Freistoß von Miguel Jan Soylu in Rückstand (18.). Frei nach dem Motto von Oliver Kahn „Weiter, immer weiter“ schüttelten sich die FCO-Jungs kurz und machten weiter Druck. Der Lohn war das 1:1 durch ein Traumtor von Benedikt Valldorf aus etwa 30 Meter in den Torgiebel (28.). Niklas Bobe (29.) und Tim Möller (40.) boten sich weitere Topchancen, um nach einer überragenden ersten Halbzeit schon zur Pause eine Vorentscheidung heraus zu schießen. In der zweiten Halbzeit lief es nicht mehr so rund beim FCO, häuften sich die Fehlpässe, gab es ein offenes Match mit dem SCV. Dem boten sich top Chancen zur Führung. Und dann gab es denkwürdige fünf Minuten mit drei Hochkarätern für den FCO durch Hashem Celik (77., 82., jeweils knapp vorbei und drüber) und Jeger Ghauem (79., Torwart parierte glänzend), in der die Entscheidung hätte fallen müssen. Beide Teams mussten aber zwei Mal 15 Minuten nachsitzen – und da machte der FCO in mittlerweile dreifacher Überzahl nach Toren von Niklas Bobe (108.) und Betim Sahitaj (119.) den Landesliga-Aufstieg perfekt. Danach gab es nur noch Freude, Glückstränen und Party nach der Rückkehr im Vereinsheim in Bad Oeynhausen. STIMMEN ZUM SPIEL Holm Windmann (Trainer FCO): „Wir haben eine überragende erste Halbzeit gespielt und müssen mit zwei Toren Vorsprung in die Pause gehen. Die zweite Halbzeit war ausgeglichen. Und dann hat es die Mannschaft in der Verlängerung gerockt. Wir sind ein absolut verdienter Sieger heute und auch ein verdienter Aufsteiger. Das Team ist ein überragender Haufen!“ Dirk Göhner (Vorsitzender FCO): „Wenn einer vor 14 Tagen gesagt hätte, das es heute so endet, hätte es niemand auch nur annähernd geglaubt. Alle waren wir nach der Niederlage gegen Bruchmühlen in ein tiefes Loch gefallen. Wie sich die Mannschaft herausgezogen hat, davor kann ich nur den Hut ziehen. Sie hat Überragendes geleistet. Das hat auch mit Charakter zu tun. Kevin Reimer (FCO-Kapitän, wechselt zum FC Preußen Espelkamp): „Ich glaube, man kann sich keinen besseren Abschied wünschen. Das ist einfach nur überragend, dass es nach dem Schock doch noch ein Happy End geworden ist.“ STATISTIK Relegation zu Landesliga FC Bad Oeynhausen - SCV Neuenbeken n.V. 3:1 FC Bad Oeynhausen: M. Göhner - Cuwalsky (91. Richter), Reimer, Czinski (101. . Göhner), Bobe, Ammo, Mühlmeier, Valldorf, Sahitaj, Möller (72. Ghauem), Celik. SCV Neuenbeken: Wulf - Doms, Nesic, Wegs (46. Janik), Schröder, Dick, Dalecki, Bornefeld, Gourgi, Wiehmeier (108. Hölscher), Soylu (77. Lütkefedder). Tore: 0:1 Soylu (18.); 1:1 Valldorf (28.); 2:1 Bobe (108.); 3:1 Sahitaj (119.). Rote Karten: Janik (87., Nachtreten), Gourgi (120., Schiedsrichter-Beleidigung). Gelb-Rote Karte: Nesic (108., wiederholtes Foulspiel).