Petershagen

Westfalenliga: Eine gute Halbzeit genügt nicht - RW Maaslingen taumelt dem Abstieg entgegen

Marcus Riechmann

Mit dem flinken und technisch starken Loris Deiters (rechts) hatte die Maaslinger Abwehr in der ersten Halbzeit viel Mühe. Hier kämpft Finn Wiese, beobachtet von Egor Pyntja (links) gegen den Münsteraner an. MT- - © Foto: Riechmann
Mit dem flinken und technisch starken Loris Deiters (rechts) hatte die Maaslinger Abwehr in der ersten Halbzeit viel Mühe. Hier kämpft Finn Wiese, beobachtet von Egor Pyntja (links) gegen den Münsteraner an. MT- (© Foto: Riechmann)

Petershagen (mt). Als Lukas Franzmeier mit schmerzendem Fuß im Nieselregen vom Platz humpelte, besaß das durchaus Symbolcharakter für den Zustand seines gleichermaßen erschöpften wie angeschlagenen Teams: Fußball-Westfalenligist RW Maaslingen taumelt dem Abstieg entgegen. Der Aufsteiger vermochte der 1:0-Überraschung beim SC Roland vom ersten April-Wochenende gestern keine zweite folgen zu lassen. Das Tabellenschlusslicht unterlag dem Spitzenreiter FC Peußen Münster II am Sonntagnachmittag 1:3 (0:3).

Fünf Tage vor Saisonende verschlechterte sich damit die Situation der Rot-Weißen, da der im Tabellenkeller unmittelbar vor Maaslingen auf Rang 14 platzierte SV Mesum bei SV Rödinghausen II 2:1 gewann und nun vier Punkte Vorsprung besitzt. Zum Relegationsplatz 13, den die Spvg Beckum belegt, beträgt der Maaslinger Rückstand bereits sieben Zähler.

Gegen die Münsteraner Drittliga-Reserve wurde Maaslingen bei eisigem Wind kalt erwischt. Die nach dem kurzfristigen Ausfall von Routinier Stefan Ihlo (Rückenbeschwerden) umgestellte Abwehr war noch nicht ganz auf der Höhe, da nutzte bereits in der 5. Spielminute Nils Burchardt die erste Torgelegenheit des Tages nach einer mittig in den Strafraum platzierten Flanke per Kopf zum 0:1. Münster spielte in der Folge seine technischen Fertigkeiten aus, agierte drückend überlegen und ließ die durchaus engagierten Maaslinger mit feinem Passspiel ins Leere laufen. „Das haben die gut gemacht, die haben uns kaum in die Zweikämpfe kommen lassen“, stellte RWM-Coach Stefan Heitmann fest. Sein Team mühte sich hingegen vergeblich: Nicht eine einzige echte Torchance spielten sich die Maaslinger in den ersten 45 Minuten heraus.

Wenig überraschend erzielte Fabian Kerelaj für die Gäste das 0:2 in der 21. Minute. Sören Wald ließ rund zehn Minuten später das 0:3 folgen. Man musste Schlimmes für die Gastgeber befürchten, die im Hinspiel mit 0:8 untergegangen waren. „Wir haben die erste Hälfte dominiert und verdient geführt. Vielleicht etwas hoch, aber wir waren sehr effektiv“, meinte Gästecoach Sören Weinfurtner.

Doch weiter wollten sich die Maaslinger nicht vor eigenem Publikum vorführen lassen. Sie kämpften sich in der zweiten Halbzeit in die Partie. Die Mannschaft von Trainer Heitmann agierte nun galliger, zwang die Gäste in Zweikämpfe und spielte entschlossener nach vorn. Das zahlte sich aus: Nach einem Foul an Bastian Schreiber gab es einen unumstrittenen Elfmeter, den Connor Wlotzka in der 50. Minute zum 1:3 verwandelte. Fortan war Maaslingen ein ebenbürtiger Gegner. Heitmann witterte eine kleine Chance. Er brachte mit Philipp Rusteberg und dem zunächst wegen seiner Leistenprobleme zuschauenden Bastian Rode erst frische Stürmer (69.), dann mit Kürsat Celik eine zusätzliche Offensivkraft. Am Ende trieb er Lukas Franzmeier nach vorn. Heitmanns Team besaß die besseren Torchancen. Doch der Erfolg blieb wie so oft in dieser Saison aus: der zweite Treffer gelang nicht.

Die klarste Gelegenheit brach Franzmeier frei vor dem Tor ab: „Er meinte, der Ball war versprungen“, erklärte Heitmann später und bedauerte: „Der hat so einen Schuss, wenn der abzieht fackelt das.“ Doch Franzmeier, vergangenen Woche Schütze des Siegtores, zog nicht ab. Die Verletzung am linken Knöchel, die er sich später in einem Zweikampf zuzog, bereitet dem Coach Sorgen: „Das sah nicht gut aus“, befürchtet Heitmann einen längeren Ausfall.

Als RWM in den Schlussminuten alles auf Angriff setzte, ergaben sich den Gästen noch einige Kontergelegenheiten, doch der exzellente RWM-Keeper Karsten Römke hielt seinen Kasten sauber und ein ordentliches Ergebnis gegen den Tabellenführer fest. Doch ordentliche Ergebnisse, das weiß man in Maaslingen, helfen in der Tabelle nicht weiter. „Münster macht in der ersten Halbzeit aus drei Chancen drei Tore“, haderte Heitmann, „das hat bei uns gefehlt. Die Leistung in der zweiten Halbzeit war absolut in Ordnung. Das Spiele haben wir vorher verloren. “

Westfalenliga

RW Maaslingen - Preußen Münster II 1:3 (0:3)

RW Maaslingen: Römke - Franzmeier, Waltke, Pyntja, Wiese, J. Fuchs, Hilgemeyer (78. Celik), Cakici (69. Rusteberg), Wlotzka, Schreiber, Barg (69. Rode).

Preußen Münster II: Dedovic - Borgmann, Klann, Klauke, Mause, Deiters (74. Wegmann), Wald (89. Lackmann), Burchardt, Tezel, Hölscher (89. Özmen), Kerelaj.

Tore: 0:1 Burchardt (5.), 0:2 Kerelaj (21.), 0:3 Wald (32.), 1:3 Wlotzka (50., Foulelfmeter).

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PetershagenWestfalenliga: Eine gute Halbzeit genügt nicht - RW Maaslingen taumelt dem Abstieg entgegenMarcus RiechmannPetershagen (mt). Als Lukas Franzmeier mit schmerzendem Fuß im Nieselregen vom Platz humpelte, besaß das durchaus Symbolcharakter für den Zustand seines gleichermaßen erschöpften wie angeschlagenen Teams: Fußball-Westfalenligist RW Maaslingen taumelt dem Abstieg entgegen. Der Aufsteiger vermochte der 1:0-Überraschung beim SC Roland vom ersten April-Wochenende gestern keine zweite folgen zu lassen. Das Tabellenschlusslicht unterlag dem Spitzenreiter FC Peußen Münster II am Sonntagnachmittag 1:3 (0:3). Fünf Tage vor Saisonende verschlechterte sich damit die Situation der Rot-Weißen, da der im Tabellenkeller unmittelbar vor Maaslingen auf Rang 14 platzierte SV Mesum bei SV Rödinghausen II 2:1 gewann und nun vier Punkte Vorsprung besitzt. Zum Relegationsplatz 13, den die Spvg Beckum belegt, beträgt der Maaslinger Rückstand bereits sieben Zähler. Gegen die Münsteraner Drittliga-Reserve wurde Maaslingen bei eisigem Wind kalt erwischt. Die nach dem kurzfristigen Ausfall von Routinier Stefan Ihlo (Rückenbeschwerden) umgestellte Abwehr war noch nicht ganz auf der Höhe, da nutzte bereits in der 5. Spielminute Nils Burchardt die erste Torgelegenheit des Tages nach einer mittig in den Strafraum platzierten Flanke per Kopf zum 0:1. Münster spielte in der Folge seine technischen Fertigkeiten aus, agierte drückend überlegen und ließ die durchaus engagierten Maaslinger mit feinem Passspiel ins Leere laufen. „Das haben die gut gemacht, die haben uns kaum in die Zweikämpfe kommen lassen“, stellte RWM-Coach Stefan Heitmann fest. Sein Team mühte sich hingegen vergeblich: Nicht eine einzige echte Torchance spielten sich die Maaslinger in den ersten 45 Minuten heraus. Wenig überraschend erzielte Fabian Kerelaj für die Gäste das 0:2 in der 21. Minute. Sören Wald ließ rund zehn Minuten später das 0:3 folgen. Man musste Schlimmes für die Gastgeber befürchten, die im Hinspiel mit 0:8 untergegangen waren. „Wir haben die erste Hälfte dominiert und verdient geführt. Vielleicht etwas hoch, aber wir waren sehr effektiv“, meinte Gästecoach Sören Weinfurtner. Doch weiter wollten sich die Maaslinger nicht vor eigenem Publikum vorführen lassen. Sie kämpften sich in der zweiten Halbzeit in die Partie. Die Mannschaft von Trainer Heitmann agierte nun galliger, zwang die Gäste in Zweikämpfe und spielte entschlossener nach vorn. Das zahlte sich aus: Nach einem Foul an Bastian Schreiber gab es einen unumstrittenen Elfmeter, den Connor Wlotzka in der 50. Minute zum 1:3 verwandelte. Fortan war Maaslingen ein ebenbürtiger Gegner. Heitmann witterte eine kleine Chance. Er brachte mit Philipp Rusteberg und dem zunächst wegen seiner Leistenprobleme zuschauenden Bastian Rode erst frische Stürmer (69.), dann mit Kürsat Celik eine zusätzliche Offensivkraft. Am Ende trieb er Lukas Franzmeier nach vorn. Heitmanns Team besaß die besseren Torchancen. Doch der Erfolg blieb wie so oft in dieser Saison aus: der zweite Treffer gelang nicht. Die klarste Gelegenheit brach Franzmeier frei vor dem Tor ab: „Er meinte, der Ball war versprungen“, erklärte Heitmann später und bedauerte: „Der hat so einen Schuss, wenn der abzieht fackelt das.“ Doch Franzmeier, vergangenen Woche Schütze des Siegtores, zog nicht ab. Die Verletzung am linken Knöchel, die er sich später in einem Zweikampf zuzog, bereitet dem Coach Sorgen: „Das sah nicht gut aus“, befürchtet Heitmann einen längeren Ausfall. Als RWM in den Schlussminuten alles auf Angriff setzte, ergaben sich den Gästen noch einige Kontergelegenheiten, doch der exzellente RWM-Keeper Karsten Römke hielt seinen Kasten sauber und ein ordentliches Ergebnis gegen den Tabellenführer fest. Doch ordentliche Ergebnisse, das weiß man in Maaslingen, helfen in der Tabelle nicht weiter. „Münster macht in der ersten Halbzeit aus drei Chancen drei Tore“, haderte Heitmann, „das hat bei uns gefehlt. Die Leistung in der zweiten Halbzeit war absolut in Ordnung. Das Spiele haben wir vorher verloren. “ Westfalenliga RW Maaslingen - Preußen Münster II 1:3 (0:3) RW Maaslingen: Römke - Franzmeier, Waltke, Pyntja, Wiese, J. Fuchs, Hilgemeyer (78. Celik), Cakici (69. Rusteberg), Wlotzka, Schreiber, Barg (69. Rode). Preußen Münster II: Dedovic - Borgmann, Klann, Klauke, Mause, Deiters (74. Wegmann), Wald (89. Lackmann), Burchardt, Tezel, Hölscher (89. Özmen), Kerelaj. Tore: 0:1 Burchardt (5.), 0:2 Kerelaj (21.), 0:3 Wald (32.), 1:3 Wlotzka (50., Foulelfmeter).