Espelkamp

Projekt Preußen: Landesligist Espelkamp will nach oben

Andreas Gerth

Tim Daseking kennt sich aus mit Fußball-Fahrstühlen. In Espelkamp will er nicht nur die erste Mannschaft, sondern einen ganzen Verein entwickeln. „Strukturelle Optimierung“ nennt er das. Foto: Noah Wedel - © Noah Wedel
Tim Daseking kennt sich aus mit Fußball-Fahrstühlen. In Espelkamp will er nicht nur die erste Mannschaft, sondern einen ganzen Verein entwickeln. „Strukturelle Optimierung“ nennt er das. Foto: Noah Wedel (© Noah Wedel)

Espelkamp (nw). Der Vergleich mit dem SV Rödinghausen bietet sich an. Der schaffte innerhalb weniger Jahre den Durchmarsch von der Kreis- bis in die Regionalliga. Jetzt steht auch der Landesligist FC Preußen Espelkamp im Fahrstuhl und möchte ein paar Etagen nach oben.

„Aufwärts, bitte“ lautet das Vorhaben, hinter dem allerdings mehr steht als ein Knopfdruck. In der Landesliga sind die Espelkamper immerhin schon mal angekommen. Dieser Aufstieg ist eng verbunden mit Trainer Alexander Lang, der jedoch mit viel Getöse ausschied, noch bevor in dieser Saison ein Spiel absolviert war. Geholt haben die Preußen um ihren neuen Präsidenten Hendrik Wiegmann einen Trainer, Sportlichen Leiter und Visionär in Personalunion: Tim Daseking, einer, der sich mit Fahrstühlen auskennt.

Der mit seinen 34 Jahren noch immer zur jungen Trainergeneration gehörende Bielefelder hat schon einiges an Erfahrungen gesammelt. Ob in der Jugendabteilung des DSC Arminia Bielefeld oder beim SV Rödinghausen – Tim Daseking war schon immer mehr als nur Trainer. Jetzt bringt der „Fußball-Architekt“ seine Ideen und Pläne, gepaart mit der wirtschaftlichen Unterstützung der Sponsoren, in Espelkamp ein – das „Projekt Preußen“ ist angelaufen.

„Der Weg in Espelkamp ist ein anderer als in Rödinghausen. Wir haben viele junge, eigene Spieler, von denen wir möglichst viele auf diesem Weg mitnehmen und dadurch die Identifikation hoch halten wollen“, führt Daseking aus. Doch um die ehrgeizigen Ziele (perspektivisch Oberliga) zu erreichen, braucht es natürlich noch ein bisschen mehr. So wurde in Regionalliga-Stürmer Stefan Langemann vom SC Verl ein externer Topspieler schon zur Winterpause geholt, sieben weitere Zugänge stehen fest und folgen im Sommer. „Und ein Hochkaräter ist noch geplant“, kündigt der Espelkamper Trainer an.

Nimmt man die aktuellen Spieler, mit denen der Verein verlängert hat wie Innenverteidiger Michael Wessel und Lino Salle hinzu, ist man schon bei 17 Namen im Kader für die kommende Saison. Nicht zu vergessen Rilind Salihi, der Anfang der Serie dazu kam und für zwei Jahre unterschrieb, sowie die beiden „Sprungbrettspieler“ Clemens Struck und Luca Gruhn aus der A-Jugend – macht 20 Mann. „Drei bis vier Plätze sind noch frei“, betont der Coach und weiß natürlich, dass es Härtefälle geben wird.

Er stehe im (möglichst fairen) Austausch mit denjenigen Akteuren des aktuellen Kaders, deren sportliche Zukunft über das Saisonende hinaus noch ungeklärt ist. Zu ihnen gehören beispielsweise Stammspieler wie Can Akbas, Arjeton Islamaj und Kapitän Maxim Dyck. Verteidiger Bjarne Adick hat seine Zukunft bereits geklärt und wechselt zum Kreis-Konkurrenten TuS Tengern.

„Die Zahl der 23 Kaderspieler ist ja nicht in Stein gemeißelt. Wichtig ist, dass wir die richtige Mischung finden. Dazu gehört, dass wir uns qualitativ verstärken, auf aktuelle Spieler setzen, aber auch eigenen Nachwuchs- und Perspektivspielern Chancen bieten. Das gilt es auszubalancieren“, erklärt Daseking.

In dieser Saison wird es wohl nichts mehr werden mit dem Durchmarsch, die Plätze eins und zwei sind weit entfernt. Dass das an den Preußen nagt, zeigte sich am vorigen Sonntag bei der 1:2-Heimniederlage gegen den VfL Holsen, als Daseking über Schauspiel-Einlagen und Schiedsrichter-Beeinflussung durch den Gegner schimpfte.

Seine Ziele und Pläne will der Macher aber nicht nur an der ersten Mannschaft ausrichten. „Strukturelle Optimierung“ nennt Daseking das mit den Vereinsverantwortlichen abgestimmte Vorhaben, die zweite Mannschaft als U23 aufzubauen und diese – wie auch die U19 – mit der ersten Mannschaft zu verzahnen. Darunter sollen die Arbeit im Nachwuchsbereich ausgebaut werden und, laut Daseking, „Ausbildungsstrukturen“ entstehen. Und auch in der Breite möchte sich der Verein mit einer dritten Senioren- und Altligamannschaft gefestigter aufstellen. Oder wie es der Trainer auf den Punkt bringt: „Es gilt, mit der ersten Mannschaft erfolgreich zu sein. Doch es geht hier um mehr.“ Tim Daseking muss es wissen, schließlich kennt er sich sehr gut aus mit Fahrstühlen.

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EspelkampProjekt Preußen: Landesligist Espelkamp will nach obenAndreas GerthEspelkamp (nw). Der Vergleich mit dem SV Rödinghausen bietet sich an. Der schaffte innerhalb weniger Jahre den Durchmarsch von der Kreis- bis in die Regionalliga. Jetzt steht auch der Landesligist FC Preußen Espelkamp im Fahrstuhl und möchte ein paar Etagen nach oben. „Aufwärts, bitte“ lautet das Vorhaben, hinter dem allerdings mehr steht als ein Knopfdruck. In der Landesliga sind die Espelkamper immerhin schon mal angekommen. Dieser Aufstieg ist eng verbunden mit Trainer Alexander Lang, der jedoch mit viel Getöse ausschied, noch bevor in dieser Saison ein Spiel absolviert war. Geholt haben die Preußen um ihren neuen Präsidenten Hendrik Wiegmann einen Trainer, Sportlichen Leiter und Visionär in Personalunion: Tim Daseking, einer, der sich mit Fahrstühlen auskennt. Der mit seinen 34 Jahren noch immer zur jungen Trainergeneration gehörende Bielefelder hat schon einiges an Erfahrungen gesammelt. Ob in der Jugendabteilung des DSC Arminia Bielefeld oder beim SV Rödinghausen – Tim Daseking war schon immer mehr als nur Trainer. Jetzt bringt der „Fußball-Architekt“ seine Ideen und Pläne, gepaart mit der wirtschaftlichen Unterstützung der Sponsoren, in Espelkamp ein – das „Projekt Preußen“ ist angelaufen. „Der Weg in Espelkamp ist ein anderer als in Rödinghausen. Wir haben viele junge, eigene Spieler, von denen wir möglichst viele auf diesem Weg mitnehmen und dadurch die Identifikation hoch halten wollen“, führt Daseking aus. Doch um die ehrgeizigen Ziele (perspektivisch Oberliga) zu erreichen, braucht es natürlich noch ein bisschen mehr. So wurde in Regionalliga-Stürmer Stefan Langemann vom SC Verl ein externer Topspieler schon zur Winterpause geholt, sieben weitere Zugänge stehen fest und folgen im Sommer. „Und ein Hochkaräter ist noch geplant“, kündigt der Espelkamper Trainer an. Nimmt man die aktuellen Spieler, mit denen der Verein verlängert hat wie Innenverteidiger Michael Wessel und Lino Salle hinzu, ist man schon bei 17 Namen im Kader für die kommende Saison. Nicht zu vergessen Rilind Salihi, der Anfang der Serie dazu kam und für zwei Jahre unterschrieb, sowie die beiden „Sprungbrettspieler“ Clemens Struck und Luca Gruhn aus der A-Jugend – macht 20 Mann. „Drei bis vier Plätze sind noch frei“, betont der Coach und weiß natürlich, dass es Härtefälle geben wird. Er stehe im (möglichst fairen) Austausch mit denjenigen Akteuren des aktuellen Kaders, deren sportliche Zukunft über das Saisonende hinaus noch ungeklärt ist. Zu ihnen gehören beispielsweise Stammspieler wie Can Akbas, Arjeton Islamaj und Kapitän Maxim Dyck. Verteidiger Bjarne Adick hat seine Zukunft bereits geklärt und wechselt zum Kreis-Konkurrenten TuS Tengern. „Die Zahl der 23 Kaderspieler ist ja nicht in Stein gemeißelt. Wichtig ist, dass wir die richtige Mischung finden. Dazu gehört, dass wir uns qualitativ verstärken, auf aktuelle Spieler setzen, aber auch eigenen Nachwuchs- und Perspektivspielern Chancen bieten. Das gilt es auszubalancieren“, erklärt Daseking. In dieser Saison wird es wohl nichts mehr werden mit dem Durchmarsch, die Plätze eins und zwei sind weit entfernt. Dass das an den Preußen nagt, zeigte sich am vorigen Sonntag bei der 1:2-Heimniederlage gegen den VfL Holsen, als Daseking über Schauspiel-Einlagen und Schiedsrichter-Beeinflussung durch den Gegner schimpfte. Seine Ziele und Pläne will der Macher aber nicht nur an der ersten Mannschaft ausrichten. „Strukturelle Optimierung“ nennt Daseking das mit den Vereinsverantwortlichen abgestimmte Vorhaben, die zweite Mannschaft als U23 aufzubauen und diese – wie auch die U19 – mit der ersten Mannschaft zu verzahnen. Darunter sollen die Arbeit im Nachwuchsbereich ausgebaut werden und, laut Daseking, „Ausbildungsstrukturen“ entstehen. Und auch in der Breite möchte sich der Verein mit einer dritten Senioren- und Altligamannschaft gefestigter aufstellen. Oder wie es der Trainer auf den Punkt bringt: „Es gilt, mit der ersten Mannschaft erfolgreich zu sein. Doch es geht hier um mehr.“ Tim Daseking muss es wissen, schließlich kennt er sich sehr gut aus mit Fahrstühlen.