MT-Interview: Gentiana Fetaj auf dem Weg zum WM-Abenteuer in Uruguay

Sebastian Külbel

„Ich sehe durchaus Chancen“: Gentiana Fetaj hofft bei der WM in Uruguay auf Einsätze für das deutsche Nationalteam der U17-Juniorinnen. MT- - © Foto: Sebastian Külbel
„Ich sehe durchaus Chancen“: Gentiana Fetaj hofft bei der WM in Uruguay auf Einsätze für das deutsche Nationalteam der U17-Juniorinnen. MT- (© Foto: Sebastian Külbel)

Petershagen (mt). Wenn Gentiana Fetaj heute gegen 22 Uhr in Frankfurt in den Flieger nach Buenos Aires steigt, beginnt für die 16-Jährige aus Gorspen-Vahlsen der erste Ausflug in die weite Fußball-Welt. Mit den deutschen U17-Juniorinnen nimmt das Talent vom FSV Gütersloh an der Weltmeisterschaft in Uruguay teil. Und obwohl Fetaj schon insgesamt elf Nachwuchs-Länderspiele für den DFB absolviert hat, war sie noch nie außerhalb Europas. Im MT-Interview beantwortet sie die letzten Fragen vor dem Abflug.

Hast Du dich schon mit Uruguay beschäftigt?

Wo es liegt, wusste ich schon, aber dort gewesen bin ich noch nie. Ich war noch nie außerhalb von Europa, meine weiteste Reise war bisher nach Kosovo zur Familie. Uruguay ist schon ziemlich weit weg. Wir fliegen 13 Stunden bis Buenos Aires und fahren dann nochmal eine Stunde mit der Fähre. Eine lange Reise.

Und ein echtes Abenteuer.

Es fühlt sich wirklich an wie ein Abenteuer, man ist schon ziemlich aufgeregt.

Was bedeutet die WM für Dich?

Ich bin einfach mega glücklich, dass ich mitfahren darf. Das hätte ich nicht gedacht, zumal ich ja noch zum Jung-Jahrgang gehöre. Jetzt ist es doch so gekommen, und ich bin total stolz, dass ich das erleben darf. Im Frühjahr war ja schon die U17-EM in Litauen, aber da war ich noch verletzt.

Umso überraschender kam da die WM-Nominierung.

Ja, an so etwas habe ich nach meiner Verletzung gar nicht gedacht. Ich wollte erstmal wieder gut reinkommen und hatte die WM nur im Hinterkopf. Das ist echt etwas Besonderes.

Wie siehst Du Deine Chancen auf Einsätze?

Es ist spielabhängig, ob man eingewechselt wird oder nicht. Wenn es gut für mich läuft, sehe ich aber durchaus Chancen. Im Angriff wird ja öfter mal gewechselt, um frischen Wind reinzubringen. Ich denke schon, dass ich meine Einsätze bekomme. Aber zurzeit sind da andere, die vor mir stehen.

Du bist für den Sturm nominiert. Einverstanden?

Ich spiele im Verein ja auch im Sturm. In der U16-Nationalmannschaft wurde ich meistens eher im Mittelfeld eingesetzt. Jetzt wurde ich für den Sturm nominiert, aber vielleicht wird ja auch rotiert.

Wie war das letzte Trainingslager?

Ich bin ja erst beim zweiten Vorbereitungslehrgang zur Mannschaft gestoßen, jetzt in Bad Gögging war der dritte. Ich musste mich neu in die Mannschaft einfinden und habe das auch gut geschafft.

Was erwartet Euch in Uruguay?

Wir haben eine sehr schwere Gruppe erwischt. Ich denke aber trotzdem, wir werden es schaffen. Wir hauen alles rein, was wir haben, wollen weit kommen und vielleicht gewinnen. Auf das Land bin ich sehr gespannt. Wir werden dort auch Ausflüge machen, vielleicht mal in die Stadt gehen. Es ist aufregend, mal etwas anderes zu sehen.

Was ist Dein persönliches Ziel für die WM?

Dass wir eine super Zeit haben, alle Ereignisse und Erlebnisse aufsaugen und mitnehmen. Natürlich wollen wir gewinnen und den Pokal mitnehmen. Aber wenn wir das nicht schaffen, sollten wir es schätzen, dass wir dort hin durften.

Die U17-WM in Uruguay

Die deutschen Juniorinnen haben eine schwere Gruppe erwischt. Im ersten Spiel trifft die DFB-Elf am 14. November auf Titelverteidiger Nordkorea, es folgen die Partien am 17. November gegen Kamerun und am 21. November gegen die USA (alle 21 Uhr MESZ).

Trainerin Ulrike Ballweg hat großen Respekt vor den Vorrundengegnern, wie sie im DFB-Interview erzählt: „Nordkorea stellt im U17-Bereich immer sehr gut organisierte Mannschaften, die zudem auch technisch und athletisch auf einem hohen Niveau sind. Die Spielerinnen aus Kamerun sind unberechenbar und athletisch mit Sicherheit auch sehr fit. (...) Und die USA sind im Mädchen- und Frauenfußballbereich sehr gut aufgestellt.“

Die erfahrene DFB-Trainerin Ballweg vertritt zurzeit Anouschka Bernhard, die aufgrund eines Erschöpfungssyndroms mindestens bis zum Jahresende ausfällt.

Die WM in Uruguay läuft vom 13. November bis 1. Dezember. Nach der Gruppenphase folgt am 24./25. November das Viertelfinale. Die Halbfinals steigen am 28. November, das Endspiel ist am 1. Dezember in Montevideo. (mt/kül)

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MT-Interview: Gentiana Fetaj auf dem Weg zum WM-Abenteuer in UruguaySebastian KülbelPetershagen (mt). Wenn Gentiana Fetaj heute gegen 22 Uhr in Frankfurt in den Flieger nach Buenos Aires steigt, beginnt für die 16-Jährige aus Gorspen-Vahlsen der erste Ausflug in die weite Fußball-Welt. Mit den deutschen U17-Juniorinnen nimmt das Talent vom FSV Gütersloh an der Weltmeisterschaft in Uruguay teil. Und obwohl Fetaj schon insgesamt elf Nachwuchs-Länderspiele für den DFB absolviert hat, war sie noch nie außerhalb Europas. Im MT-Interview beantwortet sie die letzten Fragen vor dem Abflug. Hast Du dich schon mit Uruguay beschäftigt? Wo es liegt, wusste ich schon, aber dort gewesen bin ich noch nie. Ich war noch nie außerhalb von Europa, meine weiteste Reise war bisher nach Kosovo zur Familie. Uruguay ist schon ziemlich weit weg. Wir fliegen 13 Stunden bis Buenos Aires und fahren dann nochmal eine Stunde mit der Fähre. Eine lange Reise. Und ein echtes Abenteuer. Es fühlt sich wirklich an wie ein Abenteuer, man ist schon ziemlich aufgeregt. Was bedeutet die WM für Dich? Ich bin einfach mega glücklich, dass ich mitfahren darf. Das hätte ich nicht gedacht, zumal ich ja noch zum Jung-Jahrgang gehöre. Jetzt ist es doch so gekommen, und ich bin total stolz, dass ich das erleben darf. Im Frühjahr war ja schon die U17-EM in Litauen, aber da war ich noch verletzt. Umso überraschender kam da die WM-Nominierung. Ja, an so etwas habe ich nach meiner Verletzung gar nicht gedacht. Ich wollte erstmal wieder gut reinkommen und hatte die WM nur im Hinterkopf. Das ist echt etwas Besonderes. Wie siehst Du Deine Chancen auf Einsätze? Es ist spielabhängig, ob man eingewechselt wird oder nicht. Wenn es gut für mich läuft, sehe ich aber durchaus Chancen. Im Angriff wird ja öfter mal gewechselt, um frischen Wind reinzubringen. Ich denke schon, dass ich meine Einsätze bekomme. Aber zurzeit sind da andere, die vor mir stehen. Du bist für den Sturm nominiert. Einverstanden? Ich spiele im Verein ja auch im Sturm. In der U16-Nationalmannschaft wurde ich meistens eher im Mittelfeld eingesetzt. Jetzt wurde ich für den Sturm nominiert, aber vielleicht wird ja auch rotiert. Wie war das letzte Trainingslager? Ich bin ja erst beim zweiten Vorbereitungslehrgang zur Mannschaft gestoßen, jetzt in Bad Gögging war der dritte. Ich musste mich neu in die Mannschaft einfinden und habe das auch gut geschafft. Was erwartet Euch in Uruguay? Wir haben eine sehr schwere Gruppe erwischt. Ich denke aber trotzdem, wir werden es schaffen. Wir hauen alles rein, was wir haben, wollen weit kommen und vielleicht gewinnen. Auf das Land bin ich sehr gespannt. Wir werden dort auch Ausflüge machen, vielleicht mal in die Stadt gehen. Es ist aufregend, mal etwas anderes zu sehen. Was ist Dein persönliches Ziel für die WM? Dass wir eine super Zeit haben, alle Ereignisse und Erlebnisse aufsaugen und mitnehmen. Natürlich wollen wir gewinnen und den Pokal mitnehmen. Aber wenn wir das nicht schaffen, sollten wir es schätzen, dass wir dort hin durften. Die U17-WM in Uruguay Die deutschen Juniorinnen haben eine schwere Gruppe erwischt. Im ersten Spiel trifft die DFB-Elf am 14. November auf Titelverteidiger Nordkorea, es folgen die Partien am 17. November gegen Kamerun und am 21. November gegen die USA (alle 21 Uhr MESZ). Trainerin Ulrike Ballweg hat großen Respekt vor den Vorrundengegnern, wie sie im DFB-Interview erzählt: „Nordkorea stellt im U17-Bereich immer sehr gut organisierte Mannschaften, die zudem auch technisch und athletisch auf einem hohen Niveau sind. Die Spielerinnen aus Kamerun sind unberechenbar und athletisch mit Sicherheit auch sehr fit. (...) Und die USA sind im Mädchen- und Frauenfußballbereich sehr gut aufgestellt.“ Die erfahrene DFB-Trainerin Ballweg vertritt zurzeit Anouschka Bernhard, die aufgrund eines Erschöpfungssyndroms mindestens bis zum Jahresende ausfällt. Die WM in Uruguay läuft vom 13. November bis 1. Dezember. Nach der Gruppenphase folgt am 24./25. November das Viertelfinale. Die Halbfinals steigen am 28. November, das Endspiel ist am 1. Dezember in Montevideo. (mt/kül)