Jugend: Kreispokal wird neu ausgelost - Appell an die Vereine

Sebastian Külbel

Das Kreispokal-Finale der D-Jugend bestritten zuletzt Kutenhausen-Todtenhausen und Petershagen-Ovenstädt/Maaslingen. - © Foto: Schwemling
Das Kreispokal-Finale der D-Jugend bestritten zuletzt Kutenhausen-Todtenhausen und Petershagen-Ovenstädt/Maaslingen. (© Foto: Schwemling)

Petershagen (mt). Kurz vor dem Punkt „Verschiedenes“ lenkte Manfred Flake ein. Das veränderte Formular zur Mannschaftsmeldung für die neue Saison hat bei einigen Vereinen zu so vielen Fehlern geführt, dass der Jugend-Spielleiter des Fußballkreises Minden die Kreispokal-Spiele noch einmal neu auslost.

Bis zum kommenden Sonntag um Mitternacht haben die Vereine nun Zeit, falsch gesetzte Häkchen für den Pokal-Wettbewerb zu verändern. Mannschafts-Nachmeldungen für den Ligenbetrieb sind ohnehin bis zu diesem Zeitpunkt möglich. Zunächst war Flake hart geblieben: „Wir können doch jetzt nicht den ganzen Kreispokal neu auslosen“, antwortete er bei der Jugend-Arbeitstagung im Lahder Krug auf die ersten Nachfragen der Vereinsvertreter. Am Ende konnte er dann doch.

Zu missverständlich ist offenbar das Online-Formular, wie auch Kreisvorsitzender Thomas Schickentanz bei der Planung des Senioren-Kreispokals festgestellt hatte. Hektisches Wischen auf den Smartphone-Oberflächen bestätigte gestern Abend zudem, dass es offenbar auch Übertragungsfehler innerhalb des Systems gegeben hatte.

Als Begründung für das Hauptproblem des Jugendfußballs in Minden und Umgebung können die Meldeschwierigkeiten aber nicht herhalten. Denn die Zahl der Mannschaften ist deutlich rückläufig. Nach 228 in der vergangenen Saison nehmen diesmal nur 200 Teams das neue Spieljahr in Angriff – Stand jetzt.

Vor allem in den zahlenmäßig stärker besetzten jüngeren Jahrgängen ist der Schwund auffällig: Bei den D-Junioren sind es neun Mannschaften weniger als in der Vorsaison, bei den E-Junioren sogar zwölf. Das größte Sorgenkind bleibt aber die A-Jugend, für die es bislang nur neun Meldungen gibt. Geplant ist eine eingleisige Liga, die Findungsrunde entfällt. „Ob wir hier in Zukunft noch einen Spielbetrieb auf Kreisebene haben werden, weiß ich nicht“, sagte Flake.

Denn auch die Erfahrungen der abgelaufenen Serie sind ernüchternd: Gleich 16 Mannschaften wurden abgemeldet, dafür sieben nachgemeldet. Hinzu kamen zahlreiche Verzichte auf einzelne Spiele, die Meisterrunde wurde zur Farce. Flake: „Ich fand es chaotisch.“

Kleine Lichtblicke sind dagegen der zarte Zuwachs bei den C-Junioren und den Mädchen, wo es jeweils zwei Teams mehr gibt. Dennoch bleibt die Lage bei Letzteren prekär: „Der Mädchenfußball geht immer mehr zurück“, sagte Koordinatorin Angelika Dobbersalzke. Eine Lösung könnte sein, die Mädchen aus den Jungenteams zu bündeln und sie wenigstens hin und wieder in Stadt-Mannschaften gegeneinander spielen zu lassen. „Das wäre dann ein Tag des Mädchenfußballs in allen Kommunen“, so Dobbersalzke. Bis dahin müssen sie entweder bei den Jungen mitspielen oder sich mit den Teams anderer Kreis zusammentun.

Ein weiteres Problem des Jugendfußballs skizzierte Stefan Müller als Vorsitzender des Kreisjugendgerichts kurz, aber eindrücklich. Er schilderte Fälle, in denen Mannschaften auf Betreiben ihres Trainers das Feld verlassen, weil ihnen zum Beispiel Schiedsrichterentscheidungen nicht passen. „Da kriegen sich Trainer in die Köpfe und streiten dann bei der Verhandlung weiter oder schreiben fünfseitige Stellungnahmen“, schilderte Müller: „Wir stoßen da an unsere Grenzen.“

Zitat

„Wir müssen diese Exzesse beenden. Bitte arbeitet an Euren Leuten.“

(Stefan Müller, Vorsitzender des Kreisjugendgerichts, appellierte an die Vereine zu mehr Besonnenheit auf dem Sportplatz)

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Jugend: Kreispokal wird neu ausgelost - Appell an die VereineSebastian KülbelPetershagen (mt). Kurz vor dem Punkt „Verschiedenes“ lenkte Manfred Flake ein. Das veränderte Formular zur Mannschaftsmeldung für die neue Saison hat bei einigen Vereinen zu so vielen Fehlern geführt, dass der Jugend-Spielleiter des Fußballkreises Minden die Kreispokal-Spiele noch einmal neu auslost. Bis zum kommenden Sonntag um Mitternacht haben die Vereine nun Zeit, falsch gesetzte Häkchen für den Pokal-Wettbewerb zu verändern. Mannschafts-Nachmeldungen für den Ligenbetrieb sind ohnehin bis zu diesem Zeitpunkt möglich. Zunächst war Flake hart geblieben: „Wir können doch jetzt nicht den ganzen Kreispokal neu auslosen“, antwortete er bei der Jugend-Arbeitstagung im Lahder Krug auf die ersten Nachfragen der Vereinsvertreter. Am Ende konnte er dann doch. Zu missverständlich ist offenbar das Online-Formular, wie auch Kreisvorsitzender Thomas Schickentanz bei der Planung des Senioren-Kreispokals festgestellt hatte. Hektisches Wischen auf den Smartphone-Oberflächen bestätigte gestern Abend zudem, dass es offenbar auch Übertragungsfehler innerhalb des Systems gegeben hatte. Als Begründung für das Hauptproblem des Jugendfußballs in Minden und Umgebung können die Meldeschwierigkeiten aber nicht herhalten. Denn die Zahl der Mannschaften ist deutlich rückläufig. Nach 228 in der vergangenen Saison nehmen diesmal nur 200 Teams das neue Spieljahr in Angriff – Stand jetzt. Vor allem in den zahlenmäßig stärker besetzten jüngeren Jahrgängen ist der Schwund auffällig: Bei den D-Junioren sind es neun Mannschaften weniger als in der Vorsaison, bei den E-Junioren sogar zwölf. Das größte Sorgenkind bleibt aber die A-Jugend, für die es bislang nur neun Meldungen gibt. Geplant ist eine eingleisige Liga, die Findungsrunde entfällt. „Ob wir hier in Zukunft noch einen Spielbetrieb auf Kreisebene haben werden, weiß ich nicht“, sagte Flake. Denn auch die Erfahrungen der abgelaufenen Serie sind ernüchternd: Gleich 16 Mannschaften wurden abgemeldet, dafür sieben nachgemeldet. Hinzu kamen zahlreiche Verzichte auf einzelne Spiele, die Meisterrunde wurde zur Farce. Flake: „Ich fand es chaotisch.“ Kleine Lichtblicke sind dagegen der zarte Zuwachs bei den C-Junioren und den Mädchen, wo es jeweils zwei Teams mehr gibt. Dennoch bleibt die Lage bei Letzteren prekär: „Der Mädchenfußball geht immer mehr zurück“, sagte Koordinatorin Angelika Dobbersalzke. Eine Lösung könnte sein, die Mädchen aus den Jungenteams zu bündeln und sie wenigstens hin und wieder in Stadt-Mannschaften gegeneinander spielen zu lassen. „Das wäre dann ein Tag des Mädchenfußballs in allen Kommunen“, so Dobbersalzke. Bis dahin müssen sie entweder bei den Jungen mitspielen oder sich mit den Teams anderer Kreis zusammentun. Ein weiteres Problem des Jugendfußballs skizzierte Stefan Müller als Vorsitzender des Kreisjugendgerichts kurz, aber eindrücklich. Er schilderte Fälle, in denen Mannschaften auf Betreiben ihres Trainers das Feld verlassen, weil ihnen zum Beispiel Schiedsrichterentscheidungen nicht passen. „Da kriegen sich Trainer in die Köpfe und streiten dann bei der Verhandlung weiter oder schreiben fünfseitige Stellungnahmen“, schilderte Müller: „Wir stoßen da an unsere Grenzen.“ Zitat „Wir müssen diese Exzesse beenden. Bitte arbeitet an Euren Leuten.“ (Stefan Müller, Vorsitzender des Kreisjugendgerichts, appellierte an die Vereine zu mehr Besonnenheit auf dem Sportplatz)