Fußballkreis: Verantwortliche wollen Nachholspiele reduzieren

Patrick Schwemling

Gespannt lauschen die Vereinsvertreter den Worten vom Kreisvorsitzenden Thomas Schickentanz. Im Anschluss wurde ausgelassen diskutiert. - © Foto: Patrick Schwemling
Gespannt lauschen die Vereinsvertreter den Worten vom Kreisvorsitzenden Thomas Schickentanz. Im Anschluss wurde ausgelassen diskutiert. (© Foto: Patrick Schwemling)

Minden (ps). 37 Vereine und Spielgemeinschaften werden in der kommenden Spielzeit 2018/19 Mannschaften im Fußballkreis Minden an den Start schicken – ein Großteil derer Trainer und Vereinsverantwortlichen trafen sich am Dienstagabend im vollbesetzen Vereinsheim von Union Minden am Mittelweg. Mehr als 50 Personen tauschten sich in einer Sondersitzung des Fußballkreises vor allem darüber aus, wie der Spielplan entzerrt und den vielen Nachholspielen Einhalt gebietet werden kann. Dabei gab es viel Redebedarf und Lösungsansätze.

Den Grund für die Zusammenkunft stellte der Vorsitzende des Fußballkreises, Thomas Schickentanz, direkt in den Vordergrund: „Wir hatten in der vergangenen Spielzeit auf Kreisebene 220 Nachholspiele – da haben wir euch extrem viel zugemutet und wollen mit euch zusammen nach Alternativen suchen.“

Denn für viele Vereine war besonders die Zeit im April und Mai mit großen Problemen verbunden. „Unter was für Umständen haben wir die Saison denn bitte zu Ende gebracht? Das war unter aller Kanone“, verwies TuS Portas Michael Fromme darauf, dass durch die etlichen Nachträge bis zu sechs Spiele in 14 Tagen absolviert wurden: „Dazu mussten wir Altherren einsetzen, Spieler aus der zweiten Mannschaft wurden hochgezogen und waren nicht mehr für ihr Team spielberechtigt. Dadurch gab es viele Spielausfälle und Abmeldungen.“

„Ich habe ja gesagt, dass wir euch viel zugemutet haben“, nahm Schickentanz die Kritik an und sagte: „Wir haben die Weisheit nicht mit dem Löffel gefressen, wollen mit euch zusammenarbeiten und versuchen, einen besseren Zustand zu erreichen – einen Idealzustand wird allerdings schwer zu finden sein.“ Dabei verwies er einerseits auf den Rahmenspielplan des Deutschen Fußball Bunds (DFB), an dem sich auch der Fußballkreis Minden orientiert, und andererseits an einen Faktor, der nicht beeinflussbar ist – nämlich das Wetter.

„Durch den Spielplan schaffen wir es, die Wünsche der meisten Vereine zu erfüllen. Wenden wir uns davon ab, werden wir diese nicht mehr erfüllen können“, gab Schickentanz zu bedenken und stellte der Versammlung zwei Lösungsansätze vor: Zum einen bestehe die Möglichkeit mit Wochenspieltagen im August und September, zum anderen könne man sich vom Rahmenspielplan lösen.

„Bei Variante eins müssen wir uns vom uns bekannten Pokalwettbewerb mit dem Finale am 3. Oktober verabschieden, bei Variante zwei könnte es passieren, dass Vereine, die nah beieinander liegen, zeitgleich Heimspiele haben. “

In der Folge entwickelte sich eine lebhafte Diskussion, in der Schickentanz unter anderem auf eine Online-Umfrage von Christoph Stahlhut (SG SVPC/FriWie) hinwies. In dieser, den Vereinen bereits bekannten Umfrage, geht es in einer Frage, um den Zeitpunkt der Auslosung des Pokalwettbewerbs und in einer weiteren um eine mögliche, leistungsbezogene Staffeleinteilung mit einer Kreisliga B, einer Kreisliga C und zwei Kreisligen D.

Bis gestern Nachmittag sprachen sich bei 28 Stimmen fast 93 Prozent für eine frühere Auslosung bis zum 31. März oder 31. Mai des Jahres aus. „Dann müssten wir den Pokal so reformieren, dass der oder die Westfalenpokalteilnehmer – wie aktuell – nicht erst später dazustoßen“, so Schickentanz, der einer Änderung für die Spielzeit 2019/20 aber offen gegenübersteht. In dieser Saison wird erst am 16. Juli der Pokal ausgelost. „Deswegen kann man ganz schlecht die Vorbereitung planen“, bemängelten viele Anwesende.

Deutlich enger sehen die Ergebnisse bei der Staffeleinteilung aus, die in Zukunft leistungsbezogen anstatt geografisch sein könnte. Bei 29 Stimmen entfallen 62,07 Prozent (18 Stimmen) auf die möglicherweise neue Regelung, 37,93 Prozent (11 Stimmen) wollen die bisherige Einteilung mit Kreisligen B Nord und Süd sowie zwei Kreisligen C behalten. Auch hier gilt die Umfrage als Denkanstoß für die Saison 19/20. „Man müsste für die kommenden Saison dann die Auf- und vor allem Abstiegsregelung reformieren“, sagte Staffelleiter Ulrich Fayman.

Neben der Umfrage gab es viele Denkanstöße: So wurde angeregt die Staffelgrößen von 16 auf 14 Teams zu reduzieren und die Nachholspieltage in der Kreisliga A von Freitag auf Mittwoch zu ziehen, um die Belastung zu verringern. Eine Idee, die mit viel Wohlwollen aufgenommen wurde, hatte Bernd Kohl (TuS Kleinenbremen). Er regte an, an den Terminen des Viertel- und Halbfinals des Kreispokals Kreisliga-Spieltage anzusetzen: „Die meisten Mannschaften sind zu diesem Zeitpunkt im Pokal nicht mehr dabei.“ Somit hätte man in jedem Fall zwei Spiele mehr bis zur Winterpause bestritten und möglicherweise deutlich weniger Probleme als zuletzt. „Wir basteln euch etwas zusammen“, versprach Schickentanz nach dem fruchtbaren Austausch.

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Fußballkreis: Verantwortliche wollen Nachholspiele reduzierenPatrick SchwemlingMinden (ps). 37 Vereine und Spielgemeinschaften werden in der kommenden Spielzeit 2018/19 Mannschaften im Fußballkreis Minden an den Start schicken – ein Großteil derer Trainer und Vereinsverantwortlichen trafen sich am Dienstagabend im vollbesetzen Vereinsheim von Union Minden am Mittelweg. Mehr als 50 Personen tauschten sich in einer Sondersitzung des Fußballkreises vor allem darüber aus, wie der Spielplan entzerrt und den vielen Nachholspielen Einhalt gebietet werden kann. Dabei gab es viel Redebedarf und Lösungsansätze. Den Grund für die Zusammenkunft stellte der Vorsitzende des Fußballkreises, Thomas Schickentanz, direkt in den Vordergrund: „Wir hatten in der vergangenen Spielzeit auf Kreisebene 220 Nachholspiele – da haben wir euch extrem viel zugemutet und wollen mit euch zusammen nach Alternativen suchen.“ Denn für viele Vereine war besonders die Zeit im April und Mai mit großen Problemen verbunden. „Unter was für Umständen haben wir die Saison denn bitte zu Ende gebracht? Das war unter aller Kanone“, verwies TuS Portas Michael Fromme darauf, dass durch die etlichen Nachträge bis zu sechs Spiele in 14 Tagen absolviert wurden: „Dazu mussten wir Altherren einsetzen, Spieler aus der zweiten Mannschaft wurden hochgezogen und waren nicht mehr für ihr Team spielberechtigt. Dadurch gab es viele Spielausfälle und Abmeldungen.“ „Ich habe ja gesagt, dass wir euch viel zugemutet haben“, nahm Schickentanz die Kritik an und sagte: „Wir haben die Weisheit nicht mit dem Löffel gefressen, wollen mit euch zusammenarbeiten und versuchen, einen besseren Zustand zu erreichen – einen Idealzustand wird allerdings schwer zu finden sein.“ Dabei verwies er einerseits auf den Rahmenspielplan des Deutschen Fußball Bunds (DFB), an dem sich auch der Fußballkreis Minden orientiert, und andererseits an einen Faktor, der nicht beeinflussbar ist – nämlich das Wetter. „Durch den Spielplan schaffen wir es, die Wünsche der meisten Vereine zu erfüllen. Wenden wir uns davon ab, werden wir diese nicht mehr erfüllen können“, gab Schickentanz zu bedenken und stellte der Versammlung zwei Lösungsansätze vor: Zum einen bestehe die Möglichkeit mit Wochenspieltagen im August und September, zum anderen könne man sich vom Rahmenspielplan lösen. „Bei Variante eins müssen wir uns vom uns bekannten Pokalwettbewerb mit dem Finale am 3. Oktober verabschieden, bei Variante zwei könnte es passieren, dass Vereine, die nah beieinander liegen, zeitgleich Heimspiele haben. “ In der Folge entwickelte sich eine lebhafte Diskussion, in der Schickentanz unter anderem auf eine Online-Umfrage von Christoph Stahlhut (SG SVPC/FriWie) hinwies. In dieser, den Vereinen bereits bekannten Umfrage, geht es in einer Frage, um den Zeitpunkt der Auslosung des Pokalwettbewerbs und in einer weiteren um eine mögliche, leistungsbezogene Staffeleinteilung mit einer Kreisliga B, einer Kreisliga C und zwei Kreisligen D. Bis gestern Nachmittag sprachen sich bei 28 Stimmen fast 93 Prozent für eine frühere Auslosung bis zum 31. März oder 31. Mai des Jahres aus. „Dann müssten wir den Pokal so reformieren, dass der oder die Westfalenpokalteilnehmer – wie aktuell – nicht erst später dazustoßen“, so Schickentanz, der einer Änderung für die Spielzeit 2019/20 aber offen gegenübersteht. In dieser Saison wird erst am 16. Juli der Pokal ausgelost. „Deswegen kann man ganz schlecht die Vorbereitung planen“, bemängelten viele Anwesende. Deutlich enger sehen die Ergebnisse bei der Staffeleinteilung aus, die in Zukunft leistungsbezogen anstatt geografisch sein könnte. Bei 29 Stimmen entfallen 62,07 Prozent (18 Stimmen) auf die möglicherweise neue Regelung, 37,93 Prozent (11 Stimmen) wollen die bisherige Einteilung mit Kreisligen B Nord und Süd sowie zwei Kreisligen C behalten. Auch hier gilt die Umfrage als Denkanstoß für die Saison 19/20. „Man müsste für die kommenden Saison dann die Auf- und vor allem Abstiegsregelung reformieren“, sagte Staffelleiter Ulrich Fayman. Neben der Umfrage gab es viele Denkanstöße: So wurde angeregt die Staffelgrößen von 16 auf 14 Teams zu reduzieren und die Nachholspieltage in der Kreisliga A von Freitag auf Mittwoch zu ziehen, um die Belastung zu verringern. Eine Idee, die mit viel Wohlwollen aufgenommen wurde, hatte Bernd Kohl (TuS Kleinenbremen). Er regte an, an den Terminen des Viertel- und Halbfinals des Kreispokals Kreisliga-Spieltage anzusetzen: „Die meisten Mannschaften sind zu diesem Zeitpunkt im Pokal nicht mehr dabei.“ Somit hätte man in jedem Fall zwei Spiele mehr bis zur Winterpause bestritten und möglicherweise deutlich weniger Probleme als zuletzt. „Wir basteln euch etwas zusammen“, versprach Schickentanz nach dem fruchtbaren Austausch.