Finanzen Zahl der überschuldeten Verbraucher in NRW sinkt weiter Die Zahl der überschuldeten Verbraucherinnen und Verbraucher in Nordrhein-Westfalen ist in diesem Jahr trotz der dramatischen Preissteigerungen bei Energie und Lebensmitteln erneut gesunken. Insgesamt registrierte die Wirtschaftsauskunftei Creditreform in ihrem am Dienstag in Neuss veröffentlichten «Schuldneratlas Deutschland 2022» rund 1,5 Millionen Überschuldungsfälle im bevölkerungsreichsten Bundesland - rund 60.000 weniger als noch im Vorjahr. Mit einer Verschuldungsquote von 10,05 Prozent liegt NRW der Studie zufolge aber weiterhin deutlich über dem Bundesdurchschnitt von 8,48 Prozent. Schlechter schnitten unter den Bundesländern nur noch Berlin, Sachsen-Anhalt und Bremen ab. Am niedrigsten ist die Überschuldungsquote in Bayern (6,05 Prozent) und Baden-Württemberg (6,95 Prozent). Überschuldung liegt den Experten zufolge vor, wenn der Schuldner die Summe seiner fälligen Zahlungsverpflichtungen mit hoher Wahrscheinlichkeit über einen längeren Zeitraum nicht begleichen kann - oder kurz: die Gesamtausgaben die Einnahmen übertreffen. Vor allem das Ruhrgebiet bleibt mit seinen zum Teil noch altindustriell geprägten, strukturschwachen Regionen ein Brennpunkt sozialer Problemlagen. «Hohe Arbeitslosigkeit, Einkommensarmut und hohe soziale Transferleistungen bilden weiterhin eine prekäre Gemengelage, die die Regionen um das Ruhrgebiet zu einem «Sorgenkind» der Überschuldungsentwicklung machen», heißt es im Schuldneratlas. Erfreulich sei jedoch, dass die Überschuldungsquoten im Ruhrgebiet zum zweien Mal in Folge zurückgegangen seien, wenn auch nicht so stark wie im Bundestrend. Die Überschuldungsquote in den elf Städten und Kreisen des Ruhrgebiets sank Creditreform zufolge von 12,65 auf 12,36 Prozent. Dennoch führen die Ruhrgebietsstädte Duisburg (15,87 Prozent), Essen (12,45 Prozent) und Dortmund (12,44 Prozent) das Überschuldungsranking der Städte mit über 400.000 Einwohnern an. Bundesweit sank die Zahl überschuldeter Verbraucher dieses Jahr um 274.000 auf 5,88 Millionen.
Anzeige Werbung
Finanzen

Zahl der überschuldeten Verbraucher in NRW sinkt weiter

Ein Mädchen steckt einen 20-Euro-Schein in ein Sparschwein. © Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa/Illustration

Die Zahl der überschuldeten Verbraucherinnen und Verbraucher in Nordrhein-Westfalen ist in diesem Jahr trotz der dramatischen Preissteigerungen bei Energie und Lebensmitteln erneut gesunken. Insgesamt registrierte die Wirtschaftsauskunftei Creditreform in ihrem am Dienstag in Neuss veröffentlichten «Schuldneratlas Deutschland 2022» rund 1,5 Millionen Überschuldungsfälle im bevölkerungsreichsten Bundesland - rund 60.000 weniger als noch im Vorjahr.

Mit einer Verschuldungsquote von 10,05 Prozent liegt NRW der Studie zufolge aber weiterhin deutlich über dem Bundesdurchschnitt von 8,48 Prozent. Schlechter schnitten unter den Bundesländern nur noch Berlin, Sachsen-Anhalt und Bremen ab. Am niedrigsten ist die Überschuldungsquote in Bayern (6,05 Prozent) und Baden-Württemberg (6,95 Prozent).

Überschuldung liegt den Experten zufolge vor, wenn der Schuldner die Summe seiner fälligen Zahlungsverpflichtungen mit hoher Wahrscheinlichkeit über einen längeren Zeitraum nicht begleichen kann - oder kurz: die Gesamtausgaben die Einnahmen übertreffen.

Vor allem das Ruhrgebiet bleibt mit seinen zum Teil noch altindustriell geprägten, strukturschwachen Regionen ein Brennpunkt sozialer Problemlagen. «Hohe Arbeitslosigkeit, Einkommensarmut und hohe soziale Transferleistungen bilden weiterhin eine prekäre Gemengelage, die die Regionen um das Ruhrgebiet zu einem «Sorgenkind» der Überschuldungsentwicklung machen», heißt es im Schuldneratlas.

Erfreulich sei jedoch, dass die Überschuldungsquoten im Ruhrgebiet zum zweien Mal in Folge zurückgegangen seien, wenn auch nicht so stark wie im Bundestrend. Die Überschuldungsquote in den elf Städten und Kreisen des Ruhrgebiets sank Creditreform zufolge von 12,65 auf 12,36 Prozent. Dennoch führen die Ruhrgebietsstädte Duisburg (15,87 Prozent), Essen (12,45 Prozent) und Dortmund (12,44 Prozent) das Überschuldungsranking der Städte mit über 400.000 Einwohnern an.

Bundesweit sank die Zahl überschuldeter Verbraucher dieses Jahr um 274.000 auf 5,88 Millionen.

Anzeige Werbung
Copyright © Mindener Tageblatt 2022
Texte und Fotos von MT.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.
Mehr zum Thema