Wüst führt Krisengespräch mit Wirtschaft und Gewerkschaften Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) hat für Dienstag (11.00) die Spitzen von Gewerkschaften, Verbänden und Unternehmen zu einem Krisengespräch geladen. Dabei gehe es um die Folgen des Ukraine-Krieges für die Versorgungssicherheit und Arbeitsplätze im bevölkerungsreichsten Bundesland, teilte die Staatskanzlei am Montag mit. Die aktuellen Entwicklungen in der Ukraine seien besorgniserregend, hieß es. Die Landesregierung unterstütze die von der EU-Kommission und der Bundesregierung ergriffenen Maßnahmen gegen Russland. Wüst wolle sich aus erster Hand bei den Wirtschaftsvertretern informieren und gemeinsam Handlungsmöglichkeiten erörtern. An dem Gespräch nehmen nach Angaben der Staatskanzlei unter anderem die DGB-Landeschefin Anja Weber, Unternehmerpräsident Arndt G. Kirchhoff, Metro-Vorstandschef Steffen Greubel und Bernhard Osburg, Vorstandschef der thyssenkrupp Steel Europe AG, teil. NRW-Unternehmen könnten von den Sanktionen betroffen sein, hieß es vom NRW-Wirtschaftsministerium. Wichtige NRW-Unternehmen in Russland sind etwa Bayer, Claas, Eon, Henkel, Lanxess, Metro Group, RWE und Uniper. Etwa 1200 Beschäftigte arbeiten in NRW in rund 250 russischen Tochterunternehmen. Russland ist nach Angaben des Wirtschaftsministeriums zwar ein wichtiger Markt für deutsche Technologien. Dennoch spiele das Land als Handelspartner weder für Deutschland noch für die restliche EU eine besonders wichtige Rolle. Lediglich etwa zwei Prozent der deutschen Ausfuhren gehen nach Russland und 2,8 Prozent der Importe stammen aus Russland, in NRW seien es sogar nur 1,9 Prozent. Allerdings ist Deutschland in hohem Maß abhängig von russischen Erdgaslieferungen. Deutschland bezieht 55 Prozent seiner Gasimporte aus Russland. Im vergangenen Jahr zog das Handelsvolumen zwischen NRW und Russland nach einer Delle im Corona-Jahr 2020 wieder an. Laut vorläufigen Zahlen des Statistischen Landesamts wurden 2021 Waren aus Russland im Wert von knapp fünf Milliarden Euro importiert (2020: 2,6 Mrd. Euro) und Güter im Wert von fast vier Milliarden nach Russland exportiert (2020: 3,2 Mrd.) Russland lag damit 2021 auf Rang 14 der wichtigsten Importländer der NRW-Wirtschaft und auf Platz 15 der wichtigsten Exportländer. Rund ein Drittel der Importe aus Russland nach NRW waren im Jahr 2020 Erdöl und Erdgas. Weitere bedeutende Einfuhrgüter waren Metalle, Kohle und Kokereiprodukte. 29 Prozent der Exporte aus NRW nach Russland waren 2020 Maschinen. Es folgen chemische Erzeugnisse (20 Prozent) und pharmazeutische Erzeugnisse (9,8 Prozent).
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Wüst führt Krisengespräch mit Wirtschaft und Gewerkschaften

© David Young/dpa

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) hat für Dienstag (11.00) die Spitzen von Gewerkschaften, Verbänden und Unternehmen zu einem Krisengespräch geladen. Dabei gehe es um die Folgen des Ukraine-Krieges für die Versorgungssicherheit und Arbeitsplätze im bevölkerungsreichsten Bundesland, teilte die Staatskanzlei am Montag mit. Die aktuellen Entwicklungen in der Ukraine seien besorgniserregend, hieß es. Die Landesregierung unterstütze die von der EU-Kommission und der Bundesregierung ergriffenen Maßnahmen gegen Russland. Wüst wolle sich aus erster Hand bei den Wirtschaftsvertretern informieren und gemeinsam Handlungsmöglichkeiten erörtern.

An dem Gespräch nehmen nach Angaben der Staatskanzlei unter anderem die DGB-Landeschefin Anja Weber, Unternehmerpräsident Arndt G. Kirchhoff, Metro-Vorstandschef Steffen Greubel und Bernhard Osburg, Vorstandschef der thyssenkrupp Steel Europe AG, teil.

NRW-Unternehmen könnten von den Sanktionen betroffen sein, hieß es vom NRW-Wirtschaftsministerium. Wichtige NRW-Unternehmen in Russland sind etwa Bayer, Claas, Eon, Henkel, Lanxess, Metro Group, RWE und Uniper. Etwa 1200 Beschäftigte arbeiten in NRW in rund 250 russischen Tochterunternehmen.

Russland ist nach Angaben des Wirtschaftsministeriums zwar ein wichtiger Markt für deutsche Technologien. Dennoch spiele das Land als Handelspartner weder für Deutschland noch für die restliche EU eine besonders wichtige Rolle. Lediglich etwa zwei Prozent der deutschen Ausfuhren gehen nach Russland und 2,8 Prozent der Importe stammen aus Russland, in NRW seien es sogar nur 1,9 Prozent. Allerdings ist Deutschland in hohem Maß abhängig von russischen Erdgaslieferungen. Deutschland bezieht 55 Prozent seiner Gasimporte aus Russland.

Im vergangenen Jahr zog das Handelsvolumen zwischen NRW und Russland nach einer Delle im Corona-Jahr 2020 wieder an. Laut vorläufigen Zahlen des Statistischen Landesamts wurden 2021 Waren aus Russland im Wert von knapp fünf Milliarden Euro importiert (2020: 2,6 Mrd. Euro) und Güter im Wert von fast vier Milliarden nach Russland exportiert (2020: 3,2 Mrd.) Russland lag damit 2021 auf Rang 14 der wichtigsten Importländer der NRW-Wirtschaft und auf Platz 15 der wichtigsten Exportländer.

Rund ein Drittel der Importe aus Russland nach NRW waren im Jahr 2020 Erdöl und Erdgas. Weitere bedeutende Einfuhrgüter waren Metalle, Kohle und Kokereiprodukte. 29 Prozent der Exporte aus NRW nach Russland waren 2020 Maschinen. Es folgen chemische Erzeugnisse (20 Prozent) und pharmazeutische Erzeugnisse (9,8 Prozent).


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