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Fußball Baumgart und der FC leben «Freiburger Modell» Von Holger Schmidt, dpa Beim gemeinsamen Weg setzen Steffen Baumgart und der 1. FC Köln künftig bewusst auf das «Freiburger Modell». Dass der Erfolgstrainer seinen zunächst bis 2023 laufenden Vertrag vor dem Trainingsauftakt verlängert hat, war erwartet worden, die Vertragsdauer bis 2024 sorgte unter den Medienvertretern zunächst für Verwunderung. Eigentlich war eine Ausweitung bis 2025 erwartet worden. Dies sei jedoch kein Zeichen von Misstrauen, versicherten Baumgart, der den Club im ersten Jahr von der Relegation in die Conference-League-Playoffs führte, und Geschäftsführer Christian Keller direkt vor dem ersten Training. «Das Freiburger Modell ist ein sehr gutes», sagte Baumgart mit Blick auf den Kollegen Christian Streich, der beim SC Freiburg immer im Jahres-Rhythmus verlängert und nun schon seit Januar 2012 als Cheftrainer arbeitet. «Man muss nicht alles gleich auf drei, vier Jahre ansetzen», ergänzte der Coach, der im Sommer 2021 vom Zweitligisten SC Paderborn nach Köln kam: «Ich finde es schwierig, langfristig zu planen. Meine Gedankengänge sind immer sehr kurzfristig. Auch, wenn wir aktuell sehr erfolgreich sind, wissen wir, was passieren kann, wenn es nicht läuft. Außerdem müssen wir auch immer über die ein oder andere Sache sprechen.» Geschäftsführer Christian Keller betonte, dass «wir eine längere Zusammenarbeit anstreben». Und bestätigte, dass er bewusst an das Modell im Breisgau gedacht habe. «Geleitet hat uns ein Positivbeispiel mit jahrelangem Vorbildcharakter. Wir werden uns fortan im Rhythmus des Freiburger Modells zusammensetzen und gemeinsam entscheiden, ob und wie wir die Zukunft zusammen angehen wollen.» Baumgart solle nicht mit auslaufendem Vertrag in eine Saison gehen, «aber wir werden uns jetzt auch nicht gleich im Herbst wieder zusammensetzen. Aber sicher im Frühjahr.» Diesmal waren die Verhandlungen keine schwierigen. Beide Seiten hatten sich früh auch öffentlich zueinander bekannt. Die Ausarbeitung war demnach Formsache und ist auch schon länger beschlossen. «Wir waren schon länger klar miteinander», berichtete Baumgart: «Aber wir haben bewusst gewartet, bis alle da sind. Wichtig ist, dass wir nicht nur Erfolg hatten, sondern auch Spaß. Deshalb war die Sache für mich schnell klar.» Und Keller versicherte: «Auch, wenn die Nachricht erwartet war, bleibt sie sehr positiv. Alle haben sich gefreut. Alle Spieler und alle Mitarbeiter, weil Steffen mit der zentrale Mensch dafür war, dass der FC so attraktiven Fußball spielt.» Er sei sich sicher: «Das Projekt ist noch nicht zu Ende. Ich bin sicher, dass man mit dem Verein noch viel erreichen kann.» Ein genaues Ziel für die kommende Saison gab er aber (noch) nicht aus. «Wir haben einen Weg, der wird nie zu Ende sein», sagte er: «Es geht darum, wie wir Fußball spielen wollen. Erstes Ziel ist es immer, diesen Verein aus allen Schwierigkeiten rauszuhalten. Über Punkte und Ziele können wir vielleicht reden, wenn die Vorbereitung vorbei ist.» Keller drückte es so aus: «Wir schauen immer zuerst, dass wir 40 Punkte holen. Und dann schauen wir, wie viele Spiele noch übrig sind.» Fünf Neue hat der finanziell geplagte FC bisher geholt, alle fallen eher in die Kategorie entwicklungsfähige Spieler. Die Verträge mit Baumgarts Staff sind derweil noch nicht verlängert. Glaubt man Keller, ist das aber auch mehr oder weniger Formsache. «Das Trainerteam ist sehr, sehr gut», sagte er: «Deshalb spricht gar nichts dagegen, sondern alles dafür, Schritt für Schritt mit ihnen zu verlängern. Das gehen wir im Sommer oder im frühen Herbst an.»
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Baumgart und der FC leben «Freiburger Modell»

© Rolf Vennenbernd/dpa/Archivbild

Beim gemeinsamen Weg setzen Steffen Baumgart und der 1. FC Köln künftig bewusst auf das «Freiburger Modell». Dass der Erfolgstrainer seinen zunächst bis 2023 laufenden Vertrag vor dem Trainingsauftakt verlängert hat, war erwartet worden, die Vertragsdauer bis 2024 sorgte unter den Medienvertretern zunächst für Verwunderung. Eigentlich war eine Ausweitung bis 2025 erwartet worden.

Dies sei jedoch kein Zeichen von Misstrauen, versicherten Baumgart, der den Club im ersten Jahr von der Relegation in die Conference-League-Playoffs führte, und Geschäftsführer Christian Keller direkt vor dem ersten Training. «Das Freiburger Modell ist ein sehr gutes», sagte Baumgart mit Blick auf den Kollegen Christian Streich, der beim SC Freiburg immer im Jahres-Rhythmus verlängert und nun schon seit Januar 2012 als Cheftrainer arbeitet.

«Man muss nicht alles gleich auf drei, vier Jahre ansetzen», ergänzte der Coach, der im Sommer 2021 vom Zweitligisten SC Paderborn nach Köln kam: «Ich finde es schwierig, langfristig zu planen. Meine Gedankengänge sind immer sehr kurzfristig. Auch, wenn wir aktuell sehr erfolgreich sind, wissen wir, was passieren kann, wenn es nicht läuft. Außerdem müssen wir auch immer über die ein oder andere Sache sprechen.»

Geschäftsführer Christian Keller betonte, dass «wir eine längere Zusammenarbeit anstreben». Und bestätigte, dass er bewusst an das Modell im Breisgau gedacht habe. «Geleitet hat uns ein Positivbeispiel mit jahrelangem Vorbildcharakter. Wir werden uns fortan im Rhythmus des Freiburger Modells zusammensetzen und gemeinsam entscheiden, ob und wie wir die Zukunft zusammen angehen wollen.» Baumgart solle nicht mit auslaufendem Vertrag in eine Saison gehen, «aber wir werden uns jetzt auch nicht gleich im Herbst wieder zusammensetzen. Aber sicher im Frühjahr.»

Diesmal waren die Verhandlungen keine schwierigen. Beide Seiten hatten sich früh auch öffentlich zueinander bekannt. Die Ausarbeitung war demnach Formsache und ist auch schon länger beschlossen. «Wir waren schon länger klar miteinander», berichtete Baumgart: «Aber wir haben bewusst gewartet, bis alle da sind. Wichtig ist, dass wir nicht nur Erfolg hatten, sondern auch Spaß. Deshalb war die Sache für mich schnell klar.» Und Keller versicherte: «Auch, wenn die Nachricht erwartet war, bleibt sie sehr positiv. Alle haben sich gefreut. Alle Spieler und alle Mitarbeiter, weil Steffen mit der zentrale Mensch dafür war, dass der FC so attraktiven Fußball spielt.»

Er sei sich sicher: «Das Projekt ist noch nicht zu Ende. Ich bin sicher, dass man mit dem Verein noch viel erreichen kann.» Ein genaues Ziel für die kommende Saison gab er aber (noch) nicht aus. «Wir haben einen Weg, der wird nie zu Ende sein», sagte er: «Es geht darum, wie wir Fußball spielen wollen. Erstes Ziel ist es immer, diesen Verein aus allen Schwierigkeiten rauszuhalten. Über Punkte und Ziele können wir vielleicht reden, wenn die Vorbereitung vorbei ist.» Keller drückte es so aus: «Wir schauen immer zuerst, dass wir 40 Punkte holen. Und dann schauen wir, wie viele Spiele noch übrig sind.»

Fünf Neue hat der finanziell geplagte FC bisher geholt, alle fallen eher in die Kategorie entwicklungsfähige Spieler. Die Verträge mit Baumgarts Staff sind derweil noch nicht verlängert. Glaubt man Keller, ist das aber auch mehr oder weniger Formsache. «Das Trainerteam ist sehr, sehr gut», sagte er: «Deshalb spricht gar nichts dagegen, sondern alles dafür, Schritt für Schritt mit ihnen zu verlängern. Das gehen wir im Sommer oder im frühen Herbst an.»


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