Nord Stream 2: Uniper plant keine juristischen Schritte Der an der Gaspipeline Nord Stream 2 beteiligte Energiekonzern Uniper plant keine juristischen Schritte gegen den von der Bundesregierung vorerst ausgesetzten Genehmigungsprozess. «Wir beschäftigen uns derzeit nicht mit irgendwelchen Fragen, ob das juristische Konsequenzen auslösen könnte», sagte Vorstandschef Klaus-Dieter Maubach am Mittwoch vor Journalisten anlässlich der Veröffentlichung von Geschäftszahlen. Wenn jemand klage, dann solle das die Betreibergesellschaft sein, sagte der Chef des mehrheitlich zum finnischen Fortum-Konzern gehörenden Unternehmens. Die Bundesregierung hatte die Schritte zur Zulassung der Pipeline am Dienstag gestoppt und damit auf die Anerkennung der russischen Separatisten-Gebiete in der Ostukraine reagiert. Die Betreibergesellschaft der Pipeline, die Nord Stream 2 AG, gehört dem russischen Staatskonzern Gazprom. Die Auswirkungen der Entscheidung für Uniper würden geprüft, «einschließlich möglicher Wertminderungen», sagte Maubach, ohne Einzelheiten zu nennen. Uniper ist mit rund 950 Millionen Euro an der Finanzierung der rund zehn Milliarden Euro teuren Ostsee-Gasleitung beteiligt. Auswirkungen auf das Geschäft von Uniper aufgrund von Sanktionen gegen Russland konnte er nicht ausschließen. Er wisse schließlich nicht, wie sich die Situation entwickele, und deshalb sei es auch «unmöglich» zu prognostizieren, welche Auswirkungen die Situation in Russland auf das Uniper-Geschäft habe, sagte der Manager. Experten erwarten steigende Gaspreise, wenn der Konflikt zwischen Russland und der Ukraine weiter eskaliert. Das könnte bei Uniper zu erhöhtem Liquiditätsbedarf führen. Denn steigende Rohstoffpreise verlangen von dem Konzern höhere, im Voraus zu bezahlende Sicherungsleistungen. Das betriebliche Geschäft von Uniper ist laut Maubach von dem Konflikt aber nicht betroffen. Uniper macht einen Teil seines Geschäfts in Russland, dort unter der Marke des Stromversorgers Unipro. Die dortigen Betriebsstätten stünden aber nicht in der momentan vor allem von dem Konflikt betroffenen Grenzregion, sagte Maubach. Entsprechend sei die Versorgungssicherheit nicht gefährdet, es gebe keine Auswirkungen auf das betriebliche Geschäft. Er setze auf eine baldige diplomatische Lösung des Konflikts und darauf, dass anschließend der Zertifizierungsprozess wieder aufgenommen werde. Der bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) stieg 2021 im Vorjahresvergleich um knapp ein Fünftel auf rund 1,19 Milliarden Euro. Dies sei vor allem auf das starke Resultat im Bereich Globaler Handel und auf das Gasgeschäft zurückzuführen, teilte der börsennotierte Konzern mit. Im laufenden Jahr peilt der Konzern einen bereinigten Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) von 1,0 bis 1,3 Milliarden Euro an. Uniper betreibt in sechs Ländern Europas Kraftwerke (Gas, Kohle, Wasser, Öl, Atom). Zusammen haben sie mehr als 34 Gigawatt Erzeugungskapazität. Uniper ist damit nach eigenen Angaben einer der größten Stromerzeuger weltweit. Das Unternehmen beschäftigt rund 11 500 Menschen in 40 Ländern.

Nord Stream 2: Uniper plant keine juristischen Schritte

© Marius Becker/dpa/Archivbild

Der an der Gaspipeline Nord Stream 2 beteiligte Energiekonzern Uniper plant keine juristischen Schritte gegen den von der Bundesregierung vorerst ausgesetzten Genehmigungsprozess. «Wir beschäftigen uns derzeit nicht mit irgendwelchen Fragen, ob das juristische Konsequenzen auslösen könnte», sagte Vorstandschef Klaus-Dieter Maubach am Mittwoch vor Journalisten anlässlich der Veröffentlichung von Geschäftszahlen. Wenn jemand klage, dann solle das die Betreibergesellschaft sein, sagte der Chef des mehrheitlich zum finnischen Fortum-Konzern gehörenden Unternehmens.

Die Bundesregierung hatte die Schritte zur Zulassung der Pipeline am Dienstag gestoppt und damit auf die Anerkennung der russischen Separatisten-Gebiete in der Ostukraine reagiert. Die Betreibergesellschaft der Pipeline, die Nord Stream 2 AG, gehört dem russischen Staatskonzern Gazprom.

Die Auswirkungen der Entscheidung für Uniper würden geprüft, «einschließlich möglicher Wertminderungen», sagte Maubach, ohne Einzelheiten zu nennen. Uniper ist mit rund 950 Millionen Euro an der Finanzierung der rund zehn Milliarden Euro teuren Ostsee-Gasleitung beteiligt.

Auswirkungen auf das Geschäft von Uniper aufgrund von Sanktionen gegen Russland konnte er nicht ausschließen. Er wisse schließlich nicht, wie sich die Situation entwickele, und deshalb sei es auch «unmöglich» zu prognostizieren, welche Auswirkungen die Situation in Russland auf das Uniper-Geschäft habe, sagte der Manager. Experten erwarten steigende Gaspreise, wenn der Konflikt zwischen Russland und der Ukraine weiter eskaliert. Das könnte bei Uniper zu erhöhtem Liquiditätsbedarf führen. Denn steigende Rohstoffpreise verlangen von dem Konzern höhere, im Voraus zu bezahlende Sicherungsleistungen.

Das betriebliche Geschäft von Uniper ist laut Maubach von dem Konflikt aber nicht betroffen. Uniper macht einen Teil seines Geschäfts in Russland, dort unter der Marke des Stromversorgers Unipro. Die dortigen Betriebsstätten stünden aber nicht in der momentan vor allem von dem Konflikt betroffenen Grenzregion, sagte Maubach. Entsprechend sei die Versorgungssicherheit nicht gefährdet, es gebe keine Auswirkungen auf das betriebliche Geschäft. Er setze auf eine baldige diplomatische Lösung des Konflikts und darauf, dass anschließend der Zertifizierungsprozess wieder aufgenommen werde.

Der bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) stieg 2021 im Vorjahresvergleich um knapp ein Fünftel auf rund 1,19 Milliarden Euro. Dies sei vor allem auf das starke Resultat im Bereich Globaler Handel und auf das Gasgeschäft zurückzuführen, teilte der börsennotierte Konzern mit. Im laufenden Jahr peilt der Konzern einen bereinigten Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) von 1,0 bis 1,3 Milliarden Euro an.

Uniper betreibt in sechs Ländern Europas Kraftwerke (Gas, Kohle, Wasser, Öl, Atom). Zusammen haben sie mehr als 34 Gigawatt Erzeugungskapazität. Uniper ist damit nach eigenen Angaben einer der größten Stromerzeuger weltweit. Das Unternehmen beschäftigt rund 11 500 Menschen in 40 Ländern.


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