Ukraine-Krise: Radio Köln stoppt Karnevalsmusik Karneval und Krieg: Auch ein Spagat für die Medien. Der Lokalsender Radio Köln änderte am Donnerstagmorgen sein Programm und sendete seit 8.00 Uhr keine Karnevalsmusik mehr. Auch der öffentlich-rechtliche Radiosender WDR4 änderte sein Programm, spielte Pop statt Stimmungsmusik. Das WDR-Fernsehen setzte dagegen weiter auf Karneval - wobei die (nicht verkleideten) Moderatorinnen die Problematik klar benannten. «Wir haben uns natürlich gefragt: Geht das zusammen - Krieg und Karneval», sagte Moderatorin Sabine Wieseler in der Live-Sendung «Weiber Live» am Weiberfastnacht-Vormittag. Man sei zu dem Schluss gekommen: «Ja, wir machen ein Angebot», so Wieseler. «Wir sind einfach für Sie da, auch für Ihre Gefühle», ergänzte Moderatorin Anna Planken an die Zuschauer gerichtet. «Es hilft ja auch nichts, wenn wir uns unter der Bettdecke verkriechen», so Planken. Es sei ein schlimmer Tag, aber daher wolle man für die Zuschauer da sein - die über Emails und WhatsApp über ihre gemischten Gefühle berichten sollen. Es werde in der siebenstündigen Sendung immer wieder um die Ukraine gehen. Der öffentlich-rechtliche Sender WDR4 änderte am Vormittag unterdessen sein Musikprogramm, das unter dem Motto «Karneval hoch 4» angekündigt war. Stattdessen liefen unter anderem Oldies. Ein Moderator begründete die Umstellung mit dem Angriff auf die Ukraine. Eine WDR-Sprecherin wies darauf hin, dass das Fernsehen die «WDR Aktuell»-Ausgaben um 12.45 und um 16.00 Uhr verlängern werde. Das WDR Fernsehen habe um 11.00 Uhr zwar die geplante Live-Strecke zum Karneval gestartet, werde aber die Tonalität der aktuellen Situation anpassen. «Die Sendung wird in ihrem Charakter die Ambivalenz der Ereignislage abbilden und über weitere Entwicklungen informieren.» Der private Sender Radio Köln hatte bereits am Morgen sein Programm umgeworfen. «Wir können nicht über den Krieg berichten und drumherum Karnevalsmusik senden», sagte Chefredakteurin Claudia Schall der Deutschen Presse-Agentur. Auch Radio Köln hatte nach eigenen Angaben geplant, von 6.00 Uhr bis Mitternacht Karnevalsmusik zu spielen. Der Kölner Lokalsender gehört zum Verbund Radio NRW. Dessen Sender haben auch ihr nachrichtliches Programm geändert. Am Vormittag sollte es eine monothematische Sendung zum Angriff auf die Ukraine geben, danach stündliche Updates, so eine Sprecherin. Auch die Comedy-Blöcke wurden bis zunächst 16.00 Uhr gestrichen.
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Ukraine-Krise: Radio Köln stoppt Karnevalsmusik

© Oliver Berg/dpa/Symbolbild

Karneval und Krieg: Auch ein Spagat für die Medien. Der Lokalsender Radio Köln änderte am Donnerstagmorgen sein Programm und sendete seit 8.00 Uhr keine Karnevalsmusik mehr. Auch der öffentlich-rechtliche Radiosender WDR4 änderte sein Programm, spielte Pop statt Stimmungsmusik. Das WDR-Fernsehen setzte dagegen weiter auf Karneval - wobei die (nicht verkleideten) Moderatorinnen die Problematik klar benannten.

«Wir haben uns natürlich gefragt: Geht das zusammen - Krieg und Karneval», sagte Moderatorin Sabine Wieseler in der Live-Sendung «Weiber Live» am Weiberfastnacht-Vormittag. Man sei zu dem Schluss gekommen: «Ja, wir machen ein Angebot», so Wieseler. «Wir sind einfach für Sie da, auch für Ihre Gefühle», ergänzte Moderatorin Anna Planken an die Zuschauer gerichtet.

«Es hilft ja auch nichts, wenn wir uns unter der Bettdecke verkriechen», so Planken. Es sei ein schlimmer Tag, aber daher wolle man für die Zuschauer da sein - die über Emails und WhatsApp über ihre gemischten Gefühle berichten sollen. Es werde in der siebenstündigen Sendung immer wieder um die Ukraine gehen.

Der öffentlich-rechtliche Sender WDR4 änderte am Vormittag unterdessen sein Musikprogramm, das unter dem Motto «Karneval hoch 4» angekündigt war. Stattdessen liefen unter anderem Oldies. Ein Moderator begründete die Umstellung mit dem Angriff auf die Ukraine.

Eine WDR-Sprecherin wies darauf hin, dass das Fernsehen die «WDR Aktuell»-Ausgaben um 12.45 und um 16.00 Uhr verlängern werde. Das WDR Fernsehen habe um 11.00 Uhr zwar die geplante Live-Strecke zum Karneval gestartet, werde aber die Tonalität der aktuellen Situation anpassen. «Die Sendung wird in ihrem Charakter die Ambivalenz der Ereignislage abbilden und über weitere Entwicklungen informieren.»

Der private Sender Radio Köln hatte bereits am Morgen sein Programm umgeworfen. «Wir können nicht über den Krieg berichten und drumherum Karnevalsmusik senden», sagte Chefredakteurin Claudia Schall der Deutschen Presse-Agentur. Auch Radio Köln hatte nach eigenen Angaben geplant, von 6.00 Uhr bis Mitternacht Karnevalsmusik zu spielen. Der Kölner Lokalsender gehört zum Verbund Radio NRW. Dessen Sender haben auch ihr nachrichtliches Programm geändert. Am Vormittag sollte es eine monothematische Sendung zum Angriff auf die Ukraine geben, danach stündliche Updates, so eine Sprecherin. Auch die Comedy-Blöcke wurden bis zunächst 16.00 Uhr gestrichen.


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