Dortmund Petition: Unabhängige Untersuchung von Polizeieinsatz Wissenschaftler, Aktivisten und von Rassismus betroffene Menschen fordern mit einer Online-Petition eine unabhängige Untersuchungskommission zu den tödlichen Polizeischüssen in Dortmund. «Der Einsatz und die Tötung des Jugendlichen aus dem Senegal erscheinen absolut unverhältnismäßig und unprofessionell. Es gibt viele offene Fragen», heißt es in der Petition des Vereins «Entschieden gegen Rassismus und Diskriminierung» mit Sitz in Bielefeld. Zuvor hatte die «WAZ» darüber berichtet. Am vergangenen Montag (8. August) war ein 16-jähriger, unbegleiteter minderjähriger Flüchtling aus dem Senegal von einem Polizisten erschossen worden. Der Jugendliche hatte mit einem Messer hantiert, laut Staatsanwaltschaft standen auch suizidale Absichten im Raum. Nachdem er Beamte mit dem Messer angegriffen haben soll, wurde er von fünf Schüssen aus einer Maschinenpistole tödlich getroffen. Die Beamten hatten vorher auch Pfefferspray und Taser eingesetzt. In der Petition wird gefragt, wieso die elf anwesenden Polizisten den Jugendlichen nicht mit stichfester Kleidung überwältigen oder durch nichttödliche Schüsse kampfunfähig machen konnten. Statistiken würden außerdem belegen, dass in vielen Fällen nicht professionell ermittelt würde, wenn Polizisten beschuldigt seien. Unter den mehr als 80 Erstunterzeichnern der Petition sind gut 30 Professoren aus verschiedenen Disziplinen und Hochschulen in ganz Deutschland. Insgesamt hatten bis Dienstagnachmittag mehr als 27.000 Menschen online unterschrieben. Aufgrund des schwerwiegenden Verdachts, dass bei dem Einsatz unprofessionell gehandelt und der Jugendliche «ohne Not oder gar aus rassistischen Motiven getötet worden sein könnte», brauche es eine vom NRW-Landtag beauftragte unabhängige Untersuchungskommission, hieß es in der Petition weiter. Die Staatsanwaltschaft Dortmund und die unbeteiligte Polizei Recklinghausen rekonstruieren zurzeit die Geschehnisse.
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Dortmund

Petition: Unabhängige Untersuchung von Polizeieinsatz

© Gregor Bauernfeind/dpa/Archivbild

Wissenschaftler, Aktivisten und von Rassismus betroffene Menschen fordern mit einer Online-Petition eine unabhängige Untersuchungskommission zu den tödlichen Polizeischüssen in Dortmund. «Der Einsatz und die Tötung des Jugendlichen aus dem Senegal erscheinen absolut unverhältnismäßig und unprofessionell. Es gibt viele offene Fragen», heißt es in der Petition des Vereins «Entschieden gegen Rassismus und Diskriminierung» mit Sitz in Bielefeld. Zuvor hatte die «WAZ» darüber berichtet.

Am vergangenen Montag (8. August) war ein 16-jähriger, unbegleiteter minderjähriger Flüchtling aus dem Senegal von einem Polizisten erschossen worden. Der Jugendliche hatte mit einem Messer hantiert, laut Staatsanwaltschaft standen auch suizidale Absichten im Raum. Nachdem er Beamte mit dem Messer angegriffen haben soll, wurde er von fünf Schüssen aus einer Maschinenpistole tödlich getroffen. Die Beamten hatten vorher auch Pfefferspray und Taser eingesetzt.

In der Petition wird gefragt, wieso die elf anwesenden Polizisten den Jugendlichen nicht mit stichfester Kleidung überwältigen oder durch nichttödliche Schüsse kampfunfähig machen konnten. Statistiken würden außerdem belegen, dass in vielen Fällen nicht professionell ermittelt würde, wenn Polizisten beschuldigt seien. Unter den mehr als 80 Erstunterzeichnern der Petition sind gut 30 Professoren aus verschiedenen Disziplinen und Hochschulen in ganz Deutschland. Insgesamt hatten bis Dienstagnachmittag mehr als 27.000 Menschen online unterschrieben.

Aufgrund des schwerwiegenden Verdachts, dass bei dem Einsatz unprofessionell gehandelt und der Jugendliche «ohne Not oder gar aus rassistischen Motiven getötet worden sein könnte», brauche es eine vom NRW-Landtag beauftragte unabhängige Untersuchungskommission, hieß es in der Petition weiter.

Die Staatsanwaltschaft Dortmund und die unbeteiligte Polizei Recklinghausen rekonstruieren zurzeit die Geschehnisse.


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