NRW bietet innerbetriebliche Ausbildung für «Pflege-Guides» Mit einem Qualifizierungsprogramm für innerbetriebliche Pflege-Experten möchte Nordrhein-Westfalen die Vereinbarkeit von Beruf und Pflege stärken. In NRW stünden schätzungsweise schon eine halbe Million Erwerbstätige vor dem Problem, zusätzlich zu ihrem Beruf nahe Angehörige pflegen zu müssen, sagte Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) am Donnerstag in Düsseldorf. Das neue Landesprogramm solle Betriebe und Erwerbstätige dabei unterstützen, sich pflegefreundlicher aufzustellen und Betroffene schnell und qualifiziert zu informieren. Der Bedarf werde in der alternden Gesellschaft steigen - zumal inzwischen in der Regel Frauen ebenso wie Männer berufstätig seien. Schon jetzt seien in NRW etwa eine Million Menschen pflegebedürftig. Die Schulung der Mitarbeiter zu sogenannten Pflege-Guides und Multiplikatoren übernehmen ab sofort die beiden Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOK) in NRW. Für die Unternehmen und die auszubildenden Guides seien die Qualifizierungen kostenlos, erläuterte Laumann. Das Landesprogramm wird den Angaben zufolge vom Sozialministerium zusammen mit den Landesverbänden der Pflegekassen und dem Verband der Privaten Krankenversicherung zunächst für drei Jahre jeweils hälftig mit insgesamt 2,4 Millionen Euro gefördert. Das Programm sei hilfreich für Betriebs- und Personalräte, sagte die stellvertretende Landesvorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbunds, Sabine Graf. In schwierigen Zeiten könnten solche speziell ausgebildeten Mitarbeiter eine große Hilfe sein, um über gesetzliche Regelungen, externe Beratung und betriebliche Angebote zu informieren, unterstrich auch der Vizevorstandsvorsitzende der AOK Rheinland/Hamburg, Rolf Buchwitz. Außerdem könnten sie zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern vermitteln, wenn es um konkrete Lösungen gehe. Die AOK stelle dazu auch ausführliches Informationsmaterial als «digitalen Pflegekoffer» zur Verfügung. Darüber hinaus wird ein «Servicezentrum Pflegevereinbarkeit NRW» beim Kuratorium Deutsche Altershilfe angedockt, das Impulsgeber sein soll, um das Programm in der Breite bekannt zu machen und die Umsetzung zu koordinieren. Laumann räumte ein, dass dies erst ein Anfang sei, um Betroffene zu unterstützen. Das vor Jahren von der Bundesregierung aufgelegte Programm zur vorübergehenden Freistellung berufstätiger Pflegender habe «keine Breitenwirkung erzielt», weil viele sich eine solche Auszeit nicht erlauben könnten. «Die Gesellschaft muss in den nächsten Jahren viele Antworten geben.» Als die Pflegeversicherung eingeführt worden sei, seien Frauen und Männer nicht in dem Maße wie heute gleichermaßen berufstätig gewesen, erinnerte der Minister. Fakt sei heute: «Viele Menschen, die zuhause als Pflegebedürftige leben, sind über Tag allein.» Darauf sei mit Tagespflege reagiert worden. Das Versorgungsangebot sei insgesamt aber «noch sehr lückenhaft». Ob die Gesellschaft eine bessere Versorgung finanzieren sollte, habe der Bundesgesetzgeber zu entscheiden. Das Landesprogramm könne nun vor allem einen Beitrag leisten, um für das Thema im Arbeitsleben stärker zu sensibilisieren und niedrigschwellige Lösungen zu organisieren, sagte Laumann. Die stellvertretende Hauptgeschäftsführerin des Verbands Unternehmern NRW, Tanja Nackmayr, betonte, auch für die Arbeitgeberseite sei das wichtig, um Mitarbeiter mit pflegebedürftigen Angehörigen zu halten und mit passgenauen Lösungen - gerade in Zeiten des Fachkräftemangels - attraktiv zu sein.

NRW bietet innerbetriebliche Ausbildung für «Pflege-Guides»

Mit einem Qualifizierungsprogramm für innerbetriebliche Pflege-Experten möchte Nordrhein-Westfalen die Vereinbarkeit von Beruf und Pflege stärken. In NRW stünden schätzungsweise schon eine halbe Million Erwerbstätige vor dem Problem, zusätzlich zu ihrem Beruf nahe Angehörige pflegen zu müssen, sagte Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) am Donnerstag in Düsseldorf.

Das neue Landesprogramm solle Betriebe und Erwerbstätige dabei unterstützen, sich pflegefreundlicher aufzustellen und Betroffene schnell und qualifiziert zu informieren. Der Bedarf werde in der alternden Gesellschaft steigen - zumal inzwischen in der Regel Frauen ebenso wie Männer berufstätig seien. Schon jetzt seien in NRW etwa eine Million Menschen pflegebedürftig.

Die Schulung der Mitarbeiter zu sogenannten Pflege-Guides und Multiplikatoren übernehmen ab sofort die beiden Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOK) in NRW. Für die Unternehmen und die auszubildenden Guides seien die Qualifizierungen kostenlos, erläuterte Laumann. Das Landesprogramm wird den Angaben zufolge vom Sozialministerium zusammen mit den Landesverbänden der Pflegekassen und dem Verband der Privaten Krankenversicherung zunächst für drei Jahre jeweils hälftig mit insgesamt 2,4 Millionen Euro gefördert.

Das Programm sei hilfreich für Betriebs- und Personalräte, sagte die stellvertretende Landesvorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbunds, Sabine Graf. In schwierigen Zeiten könnten solche speziell ausgebildeten Mitarbeiter eine große Hilfe sein, um über gesetzliche Regelungen, externe Beratung und betriebliche Angebote zu informieren, unterstrich auch der Vizevorstandsvorsitzende der AOK Rheinland/Hamburg, Rolf Buchwitz.

Außerdem könnten sie zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern vermitteln, wenn es um konkrete Lösungen gehe. Die AOK stelle dazu auch ausführliches Informationsmaterial als «digitalen Pflegekoffer» zur Verfügung. Darüber hinaus wird ein «Servicezentrum Pflegevereinbarkeit NRW» beim Kuratorium Deutsche Altershilfe angedockt, das Impulsgeber sein soll, um das Programm in der Breite bekannt zu machen und die Umsetzung zu koordinieren.

Laumann räumte ein, dass dies erst ein Anfang sei, um Betroffene zu unterstützen. Das vor Jahren von der Bundesregierung aufgelegte Programm zur vorübergehenden Freistellung berufstätiger Pflegender habe «keine Breitenwirkung erzielt», weil viele sich eine solche Auszeit nicht erlauben könnten. «Die Gesellschaft muss in den nächsten Jahren viele Antworten geben.»

Als die Pflegeversicherung eingeführt worden sei, seien Frauen und Männer nicht in dem Maße wie heute gleichermaßen berufstätig gewesen, erinnerte der Minister. Fakt sei heute: «Viele Menschen, die zuhause als Pflegebedürftige leben, sind über Tag allein.» Darauf sei mit Tagespflege reagiert worden. Das Versorgungsangebot sei insgesamt aber «noch sehr lückenhaft». Ob die Gesellschaft eine bessere Versorgung finanzieren sollte, habe der Bundesgesetzgeber zu entscheiden.

Das Landesprogramm könne nun vor allem einen Beitrag leisten, um für das Thema im Arbeitsleben stärker zu sensibilisieren und niedrigschwellige Lösungen zu organisieren, sagte Laumann. Die stellvertretende Hauptgeschäftsführerin des Verbands Unternehmern NRW, Tanja Nackmayr, betonte, auch für die Arbeitgeberseite sei das wichtig, um Mitarbeiter mit pflegebedürftigen Angehörigen zu halten und mit passgenauen Lösungen - gerade in Zeiten des Fachkräftemangels - attraktiv zu sein.


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