Kriminalität sinkt: Zehn-Jahres-Tief bei Mord und Totschlag Die registrierte Kriminalität ist in Nordrhein-Westfalen auf den niedrigsten Stand seit 1985 gesunken. Die Zahl der erfassten Straftaten sei zum sechsten Mal in Folge rückläufig, berichtete NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) am Montag in Düsseldorf. Im Vergleich zum Vorjahr ging ihre Gesamtzahl um 1,2 Prozent auf 1,2 Millionen Taten zurück. Die Aufklärungsquote stieg auf 53,6 Prozent und sei die zweitbeste, die jemals für NRW erfasst worden sei. «Nordrhein-Westfalen ist sicherer geworden», bilanzierte Reul. Die Zahl der Wohnungseinbrüche sank der Statistik zufolge im Vergleichszeitraum um 25 Prozent. Mord und Totschlag gingen um 17,2 Prozent auf ein Zehn-Jahres-Tief zurück. Straftaten zum Nachteil älterer Menschen sanken um fast ein Fünftel. Straftaten mit Messern als Tatwaffe gingen um 5,8 Prozent zurück. In diesem Bereich sei der Anteil nichtdeutscher Verdächtiger mit 42,6 Prozent besonders hoch. Bei der Straßenkriminalität wurde ein Rückgang von sechs Prozent festgestellt. «Weniger Straßenkriminalität gab es seit 1990 nicht», sagte Reul. Beim Gewaltverbrechen Raub wurde sogar ein Rückgang von 11,5 Prozent auf die niedrigste Fallzahl seit 1988 erfasst. Mehr als verdoppelt haben sich dagegen die Fälle von Kinderpornografie (plus 137 Prozent). «Wir suchen mehr, wir finden mehr», sagte der Innenminister dazu. Die Aufklärungsquote liege in diesem Bereich bei 90 Prozent. Ähnliches gelte für den sexuellen Missbrauch von Kindern mit einem Anstieg von 23,2 Prozent. Mehr als verdoppelt haben sich auch die Fälle von Geldwäsche und fast vervierfacht die erfassten Fälle von illegalem Glücksspiel. «Geldwäsche und Glücksspiel sind die klassischen Betätigungsfelder der Organisierten Kriminalität - sowohl von Clankriminellen als auch der Mafia», sagte Reul. Der Anstieg in diesem Bereich sei vor allem auf die verstärkten Kontrollen der Polizei zurückzuführen. Bei der Computerkriminalität wurde ein Anstieg von 24 Prozent berichtet. Die Kriminalität werde sich weiter in den digitalen Raum verlagern. Aufgrund der entschlüsselten Encro-Chat-Kommunikation seien zahlreiche Verfahren im Bereich der Drogen-Kriminalität angestoßen worden. Besorgt zeigte sich Reul über den aktuellen explosionsartigen Anstieg der Geldautomaten-Sprengungen von bislang 533 Prozent in diesem Jahr. «Ich habe die Sorge, dass das nicht nur bei Sachschäden bleiben wird», sagte der Minister. «Das kann so nicht weitergehen.» Er treffe sich deshalb noch an diesem Montag mit Bankenvertretern. «Nordrhein-Westfalen ist so sicher wie seit über 35 Jahren nicht», twitterte NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU). Polizei und Einsatzkräfte leisteten Großes für die Sicherheit der Menschen in NRW. Die Fallzahlen sinken bundesweit, von diesem Trend habe auch NRW profitiert, berichtete Hartmut Ganzke, innenpolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion. Ein Teil des Rückgangs dürfte zudem der Corona-Pandemie geschuldet sein, die viele Kriminelle um ihre Tatgelegenheiten gebracht habe. Um die Sicherheitslage in NRW wirklich bewerten zu können, sei ein «periodischer Sicherheitsbericht» notwendig. Auch die Gewerkschaft der Polizei verwies auf die begrenzte Aussagekraft der Kriminalitätsstatistik: Im Bereich der Organisierten Kriminalität, etwa bei Schutzgelderpressung und Rauschgiftkriminalität, seien erhebliche Dunkelfelder zu vermuten.

Kriminalität sinkt: Zehn-Jahres-Tief bei Mord und Totschlag

© Federico Gambarini/dpa

Die registrierte Kriminalität ist in Nordrhein-Westfalen auf den niedrigsten Stand seit 1985 gesunken. Die Zahl der erfassten Straftaten sei zum sechsten Mal in Folge rückläufig, berichtete NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) am Montag in Düsseldorf. Im Vergleich zum Vorjahr ging ihre Gesamtzahl um 1,2 Prozent auf 1,2 Millionen Taten zurück. Die Aufklärungsquote stieg auf 53,6 Prozent und sei die zweitbeste, die jemals für NRW erfasst worden sei. «Nordrhein-Westfalen ist sicherer geworden», bilanzierte Reul.

Die Zahl der Wohnungseinbrüche sank der Statistik zufolge im Vergleichszeitraum um 25 Prozent. Mord und Totschlag gingen um 17,2 Prozent auf ein Zehn-Jahres-Tief zurück. Straftaten zum Nachteil älterer Menschen sanken um fast ein Fünftel. Straftaten mit Messern als Tatwaffe gingen um 5,8 Prozent zurück. In diesem Bereich sei der Anteil nichtdeutscher Verdächtiger mit 42,6 Prozent besonders hoch.

Bei der Straßenkriminalität wurde ein Rückgang von sechs Prozent festgestellt. «Weniger Straßenkriminalität gab es seit 1990 nicht», sagte Reul. Beim Gewaltverbrechen Raub wurde sogar ein Rückgang von 11,5 Prozent auf die niedrigste Fallzahl seit 1988 erfasst.

Mehr als verdoppelt haben sich dagegen die Fälle von Kinderpornografie (plus 137 Prozent). «Wir suchen mehr, wir finden mehr», sagte der Innenminister dazu. Die Aufklärungsquote liege in diesem Bereich bei 90 Prozent. Ähnliches gelte für den sexuellen Missbrauch von Kindern mit einem Anstieg von 23,2 Prozent.

Mehr als verdoppelt haben sich auch die Fälle von Geldwäsche und fast vervierfacht die erfassten Fälle von illegalem Glücksspiel. «Geldwäsche und Glücksspiel sind die klassischen Betätigungsfelder der Organisierten Kriminalität - sowohl von Clankriminellen als auch der Mafia», sagte Reul. Der Anstieg in diesem Bereich sei vor allem auf die verstärkten Kontrollen der Polizei zurückzuführen.

Bei der Computerkriminalität wurde ein Anstieg von 24 Prozent berichtet. Die Kriminalität werde sich weiter in den digitalen Raum verlagern. Aufgrund der entschlüsselten Encro-Chat-Kommunikation seien zahlreiche Verfahren im Bereich der Drogen-Kriminalität angestoßen worden.

Besorgt zeigte sich Reul über den aktuellen explosionsartigen Anstieg der Geldautomaten-Sprengungen von bislang 533 Prozent in diesem Jahr. «Ich habe die Sorge, dass das nicht nur bei Sachschäden bleiben wird», sagte der Minister. «Das kann so nicht weitergehen.» Er treffe sich deshalb noch an diesem Montag mit Bankenvertretern.

«Nordrhein-Westfalen ist so sicher wie seit über 35 Jahren nicht», twitterte NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU). Polizei und Einsatzkräfte leisteten Großes für die Sicherheit der Menschen in NRW.

Die Fallzahlen sinken bundesweit, von diesem Trend habe auch NRW profitiert, berichtete Hartmut Ganzke, innenpolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion. Ein Teil des Rückgangs dürfte zudem der Corona-Pandemie geschuldet sein, die viele Kriminelle um ihre Tatgelegenheiten gebracht habe.

Um die Sicherheitslage in NRW wirklich bewerten zu können, sei ein «periodischer Sicherheitsbericht» notwendig. Auch die Gewerkschaft der Polizei verwies auf die begrenzte Aussagekraft der Kriminalitätsstatistik: Im Bereich der Organisierten Kriminalität, etwa bei Schutzgelderpressung und Rauschgiftkriminalität, seien erhebliche Dunkelfelder zu vermuten.


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