Hradecky frustriert: «Ohne Tore keine Champions League» Von Holger Schmidt, dpa Dass er die meiste Zeit der Saison für Spitzenclub-Verhältnisse in einer kleinen Schießbude stand, konnte Lukas Hradecky angesichts des Offensiv-Spektakels seiner Vorderleute ertragen. «Solange die da vorne vier machen, ist es egal, ob man hinten eins oder zwei kassiert», hatte der Torhüter des Fußball-Bundesligisten Bayer Leverkusen noch vor kurzem gesagt. Durch die große Verletzungs-Misere hat sich dies komplett gedreht. Und die neue Situation mit wenig Toren vorne wie hinten ist für den Finnen deutlich schwerer zu ertragen. «Ohne Tore zu schießen, kommst du nicht in die Champions League», mahnte Hradecky nach dem 0:1 gegen RB Leipzig und dem Verlust von Platz drei an die Sachsen: «Vier Mal 0:0 wird nicht reichen.» Seit zweieinhalb Spielen ist Bayer nun ohne Tor, bis zum 28. Spieltag hatte die Werkself überhaupt nur zweimal keinen Treffer erzielt. Doch die Ausfälle, vor allem von Offensiv-Allrounder Florian Wirtz, haben einen kleinen Bruch bewirkt. «Wir sind es gewohnt, fünf, sechs, sieben, acht Torchancen zu haben», sagte Trainer Gerardo Seoane: «Aber das ist im Moment nicht möglich. Es ist nicht der Moment, um gegen einen solchen Gegner so offensiv zu spielen.» Gegen RB, das beste Team der Rückrunde, hatte Seoane acht überwiegend defensiv denkende Spieler in die Startelf beordert. Dies, so versicherte er, war aber in dem Mix aus Situation und Gegner eher auf Letzteres zurückzuführen. Nächste Woche beim Tabellenletzten SpVgg Greuther Fürth, den Bayer endgültig zurück in die 2. Liga schießen könnte, soll es wieder anders aussehen. «Da wollen wir offensiv natürlich viel mehr anbieten», erklärte der Trainer. Das muss auch sein, fordert Hradecky. Klar ist: Auf ein Endspiel um die Champions League auf die nur einen Punkt zurückliegenden Freiburger will sich in Leverkusen eigentlich niemand einlassen. «Normal sind wir offensiv geprägt, das ist Bayer Leverkusen», sagte der Finne: «Davon sieht man seit zwei, drei Spielen zu wenig.» Was, so deutete der Kapitän an, auch eine Einstellungs-Sache sein könnte. «Heute war ich nicht ganz zufrieden mit der Spannung und der Haltung», sagte der 32-Jährige: «Jeder muss sich selbst fragen. Wollen wir Champions League spielen? Alle können gut genug Fußball spielen und als Mannschaft funktionieren wir eigentlich auch.» Deshalb ist für Hradecky klar: «Es darf jetzt keine Ausreden mehr geben.» Auch nicht die vielen Ausfälle.

Hradecky frustriert: «Ohne Tore keine Champions League»

© Marius Becker/dpa/Archivbild

Dass er die meiste Zeit der Saison für Spitzenclub-Verhältnisse in einer kleinen Schießbude stand, konnte Lukas Hradecky angesichts des Offensiv-Spektakels seiner Vorderleute ertragen. «Solange die da vorne vier machen, ist es egal, ob man hinten eins oder zwei kassiert», hatte der Torhüter des Fußball-Bundesligisten Bayer Leverkusen noch vor kurzem gesagt.

Durch die große Verletzungs-Misere hat sich dies komplett gedreht. Und die neue Situation mit wenig Toren vorne wie hinten ist für den Finnen deutlich schwerer zu ertragen. «Ohne Tore zu schießen, kommst du nicht in die Champions League», mahnte Hradecky nach dem 0:1 gegen RB Leipzig und dem Verlust von Platz drei an die Sachsen: «Vier Mal 0:0 wird nicht reichen.»

Seit zweieinhalb Spielen ist Bayer nun ohne Tor, bis zum 28. Spieltag hatte die Werkself überhaupt nur zweimal keinen Treffer erzielt. Doch die Ausfälle, vor allem von Offensiv-Allrounder Florian Wirtz, haben einen kleinen Bruch bewirkt. «Wir sind es gewohnt, fünf, sechs, sieben, acht Torchancen zu haben», sagte Trainer Gerardo Seoane: «Aber das ist im Moment nicht möglich. Es ist nicht der Moment, um gegen einen solchen Gegner so offensiv zu spielen.»

Gegen RB, das beste Team der Rückrunde, hatte Seoane acht überwiegend defensiv denkende Spieler in die Startelf beordert. Dies, so versicherte er, war aber in dem Mix aus Situation und Gegner eher auf Letzteres zurückzuführen. Nächste Woche beim Tabellenletzten SpVgg Greuther Fürth, den Bayer endgültig zurück in die 2. Liga schießen könnte, soll es wieder anders aussehen. «Da wollen wir offensiv natürlich viel mehr anbieten», erklärte der Trainer.

Das muss auch sein, fordert Hradecky. Klar ist: Auf ein Endspiel um die Champions League auf die nur einen Punkt zurückliegenden Freiburger will sich in Leverkusen eigentlich niemand einlassen. «Normal sind wir offensiv geprägt, das ist Bayer Leverkusen», sagte der Finne: «Davon sieht man seit zwei, drei Spielen zu wenig.»

Was, so deutete der Kapitän an, auch eine Einstellungs-Sache sein könnte. «Heute war ich nicht ganz zufrieden mit der Spannung und der Haltung», sagte der 32-Jährige: «Jeder muss sich selbst fragen. Wollen wir Champions League spielen? Alle können gut genug Fußball spielen und als Mannschaft funktionieren wir eigentlich auch.» Deshalb ist für Hradecky klar: «Es darf jetzt keine Ausreden mehr geben.» Auch nicht die vielen Ausfälle.


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