Fischer: Regierung geht bei Sanktionen soweit wie sie kann Der ehemalige Bundesaußenminister und Grünen-Politiker Joschka Fischer findet es richtig, dass die Bundesregierung einen sofortigen Importstopp von russischem Gas und Öl ablehnt. «Es ist leicht zu fordern, aber wenn Sie das abwägen müssen, ob Sie eine große Wirtschaftskrise dafür auslösen mit Hunderttausenden von Arbeitslosen - ich denke, man kann der Bundesregierung voll vertrauen, dass sie das Äußerste unternehmen, um aus dieser über viele Jahre andauernden Abhängigkeit rauszukommen», sagte Fischer am Mittwochabend beim Literaturfestival Lit.Cologne in Köln, wo er sein neues Buch «Zeitenbruch» vorstellte. Die Bundesregierung werde alles versuchen, was an Sanktionen vertretbar sei, «aber es wird seine Zeit brauchen.» Fischer sprach sich auch gegen eine Flugverbotszone über der Ukraine aus. «Das Risiko ist enorm», sagte er. Natürlich müsse man der Ukraine helfen, wo immer es gehe, aber man dürfe dabei nicht vergessen, dass Russland eine der größten Nuklearmächte sei. Auf die Frage, ob der russische Präsident Wladimir Putin wenigstens vor einem Atomkrieg zurückschrecken würde, sagte Fischer: «Ich hoffe, dass ein Restfunken an Rationalität vorhanden ist bei Wladimir Putin.» Fischer war von 1998 bis 2005 Außenminister und Vizekanzler in der rot-grünen Koalition von Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD).

Fischer: Regierung geht bei Sanktionen soweit wie sie kann

© Rolf Vennenbernd/dpa

Der ehemalige Bundesaußenminister und Grünen-Politiker Joschka Fischer findet es richtig, dass die Bundesregierung einen sofortigen Importstopp von russischem Gas und Öl ablehnt. «Es ist leicht zu fordern, aber wenn Sie das abwägen müssen, ob Sie eine große Wirtschaftskrise dafür auslösen mit Hunderttausenden von Arbeitslosen - ich denke, man kann der Bundesregierung voll vertrauen, dass sie das Äußerste unternehmen, um aus dieser über viele Jahre andauernden Abhängigkeit rauszukommen», sagte Fischer am Mittwochabend beim Literaturfestival Lit.Cologne in Köln, wo er sein neues Buch «Zeitenbruch» vorstellte. Die Bundesregierung werde alles versuchen, was an Sanktionen vertretbar sei, «aber es wird seine Zeit brauchen.»

Fischer sprach sich auch gegen eine Flugverbotszone über der Ukraine aus. «Das Risiko ist enorm», sagte er. Natürlich müsse man der Ukraine helfen, wo immer es gehe, aber man dürfe dabei nicht vergessen, dass Russland eine der größten Nuklearmächte sei. Auf die Frage, ob der russische Präsident Wladimir Putin wenigstens vor einem Atomkrieg zurückschrecken würde, sagte Fischer: «Ich hoffe, dass ein Restfunken an Rationalität vorhanden ist bei Wladimir Putin.» Fischer war von 1998 bis 2005 Außenminister und Vizekanzler in der rot-grünen Koalition von Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD).


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