Ella Endlich gewinnt «Masked Singer»: Mit kleiner Panne Von Jonas-Erik Schmidt, dpa Das Zebra verliert den Kopf, holt sich aber den Sieg: Begleitet von einer kleinen Kostüm-Panne hat Sängerin Ella Endlich die ProSieben-Show «The Masked Singer» gewonnen. Die 37-Jährige - etwa bekannt für ihr Lied «Küss mich, halt mich, lieb mich» - bekam am Samstagabend im Finale der Musik-Ratesendung die meisten Stimmen der Zuschauer. Danach legte sie ihre Maske ab, unter der sie sich über Wochen versucht hatte, zu verbergen - es handelte sich um ein fröhliches Zebra mit Tüll-Rock. Die Show sei eine «ganz tolle Reise» gewesen, bilanzierte Endlich. «Das habe ich auf jeden Fall so noch nie erlebt und werde ich wahrscheinlich auch nie wieder erleben.» Vor der offiziellen Enttarnung war es allerdings zu einem Versehen auf der Bühne gekommen. Als Moderator Matthias Opdenhövel den Sieg des Zebras verkündet hatte, war Endlich - deren wahre Identität zu diesem Zeitpunkt eigentlich noch geheim war - im Kostüm euphorisch auf ihn zugegangen. Als sie ihn umarmte, kippte der Zebra-Kopf vorzeitig nach hinten weg und fiel herunter. Für einen kurzen Moment war der Hinterkopf der Sängerin zu sehen. Opdenhövel drückte die 37-Jährige geistesgegenwärtig an sich ran und verbarg ihr Gesicht, bis die Tarn-Identität wieder hergestellt werden konnte. Der Moment, der die traditionelle Dramaturgie der Show fast verändert hätte, wurde von den Beteiligten mit Humor genommen. Als wenig später das Zebra dann offiziell enttarnt werden durfte, scherzte Opdenhövel gut gelaunt über «alle, die vorhin nicht schnell genug geguckt haben und noch rätseln». Endlich selbst sagte, so sei eben Live-Fernsehen. Ihre Analyse: «Ich kam vom Boden hoch und da merkte ich schon, dass es kippt. Aber ich konnte es einfach nicht mehr ändern.» Ihr sei in diesem Moment das Wort «Spoiler» durch den Kopf gegangen, sagte sie. Mit dem Ausdruck beschreibt man etwa bei TV-Serien eine Information, die vorab den Ausgang einer Geschichte verrät. Als sie die Maske wieder auf dem Kopf gehabt habe, habe ihr wiederum sehr viel Stoff vor dem Gesicht gehangen, sagte Endlich über das Kuddelmuddel. «Da bin ich auch noch irgendwo anders hingeknallt.» Die Sängerin gilt als Allround-Talent. 2009 landete sie mit dem Lied «Küss mich, halt mich, lieb mich» nach der Titelmelodie des kultigen Märchenfilms «Drei Haselnüsse für Aschenbrödel» einen Erfolg. Zeitweise saß sie in der Jury der Casting-Show «Deutschland sucht den Superstar». 2019 tanzte sie sich bei «Let's Dance» bis ins Finale. Erst vor einigen Tagen hatte man sie zudem bei einem ungewöhnlichen TV-Format auf der Bühne gesehen. Im Musical «Die Passion», in dem der Sender RTL die letzten Tage im Leben Christi inszeniert hatte, hatte Endlich Maria gespielt. Die Bibel-Show war bei «The Masked Singer» auf fast kuriose Weise nun noch mal recht präsent. Kurz vor Endlich wurde - auf Platz zwei - Schauspieler Mark Keller («Der Bergdoktor») als Dornteufel enttarnt. Der 56-Jährige hatte in der «Passion» wiederum den Judas gespielt. Wenn man so wollte, duellierten sich bei «Masked Singer» also die Mutter Jesu mit dessen Verräter. Dass Endlich unter der Zebra-Maske steckte, war keine ganz große Überraschung mehr. Ihr Name waberte durch die Gerüchteküche. Zudem sprachen die Auftritte für eine Profi-Sängerin. «Die Stimme ist echt nicht von dieser Welt», lobte Ruth Moschner im Rateteam. Ihr Kollege Rea Garvey urteilte ergriffen: «Mir ist eigentlich egal, wer du bist. Ich will, dass du einfach so weiter singst.» Die starken Gesangseinlagen sorgten mit dafür, dass nicht nur der Dornteufel keinen Stich gegen das Zebra machen konnte, sondern auch nicht die ebenfalls stark auftrumpfende Discokugel. In dem voluminösen Glitzer-Kostüm steckte Sängerin Jeanette Biedermann. Für die wohl größte Überraschung des Abends sorgte Schauspielerin Nora Tschirner (Weimar-«Tatort», «Keinohrhasen»), die sich als Viertplatzierte aus einem raubeinigen Ork-Kostüm mit Bierbäuchlein schälte. Im Rateteam hatte vor der Enttarnung niemand ihren Namen in den Ring geworfen - stattdessen wurden verzweifelte Mutmaßungen wie Brigitte Nielsen (58) oder Michelle Hunziker (45) geäußert. «Wir haben keine Ahnung», gab sich Tipp-Königin Ruth Moschner geschlagen. Das Besondere am Ork war vor allem seine Multilingualität - während der Staffel hatte er Lieder in gleich mehreren Sprachen gesungen, darunter Italienisch, Türkisch und Spanisch. Im Finale kam auch noch Isländisch hinzu. Tschirner freute sich diebisch über ihr ebenso aufwendiges wie gelungenes Verwirrspiel. Sie beteuerte, dass sie gar nicht all diese Sprachen spreche. Aber sie liebe Sprachen - und habe schon immer Musik aus aller Welt gehört. Man müsse dann beim Üben praktisch vorgehen. «Nicht so denken: Oh, ein komisches Geräusch. Sondern: Ah! Ein Geräusch, was ich jetzt versuche, nachzuahmen.» Ähnlich, wie es ein Kind mache. «Und schon, zack - Isländisch», erklärte Tschirner. Bei «The Masked Singer» treten Promis als Sänger auf, verstecken ihre Identität aber hinter aufwendiger Kostümierung. Die Stars werden enttarnt, sobald sie nicht genügend Stimmen bekommen oder ganz am Ende gewinnen. In der sechsten Staffel waren zuvor schon Moderatorin Jeannine Michaelsen, Moderator Cherno Jobatey, Opern-Sänger Paul Potts, Sängerin Joana Zimmer, Ex-Fußballer Rúrik Gíslason und Schauspielerin Jasna Fritzi Bauer enttarnt worden.
Anzeige Werbung

Ella Endlich gewinnt «Masked Singer»: Mit kleiner Panne

© Rolf Vennenbernd/dpa/Archivbild

Das Zebra verliert den Kopf, holt sich aber den Sieg: Begleitet von einer kleinen Kostüm-Panne hat Sängerin Ella Endlich die ProSieben-Show «The Masked Singer» gewonnen. Die 37-Jährige - etwa bekannt für ihr Lied «Küss mich, halt mich, lieb mich» - bekam am Samstagabend im Finale der Musik-Ratesendung die meisten Stimmen der Zuschauer. Danach legte sie ihre Maske ab, unter der sie sich über Wochen versucht hatte, zu verbergen - es handelte sich um ein fröhliches Zebra mit Tüll-Rock. Die Show sei eine «ganz tolle Reise» gewesen, bilanzierte Endlich. «Das habe ich auf jeden Fall so noch nie erlebt und werde ich wahrscheinlich auch nie wieder erleben.»

Vor der offiziellen Enttarnung war es allerdings zu einem Versehen auf der Bühne gekommen. Als Moderator Matthias Opdenhövel den Sieg des Zebras verkündet hatte, war Endlich - deren wahre Identität zu diesem Zeitpunkt eigentlich noch geheim war - im Kostüm euphorisch auf ihn zugegangen. Als sie ihn umarmte, kippte der Zebra-Kopf vorzeitig nach hinten weg und fiel herunter. Für einen kurzen Moment war der Hinterkopf der Sängerin zu sehen. Opdenhövel drückte die 37-Jährige geistesgegenwärtig an sich ran und verbarg ihr Gesicht, bis die Tarn-Identität wieder hergestellt werden konnte.

Der Moment, der die traditionelle Dramaturgie der Show fast verändert hätte, wurde von den Beteiligten mit Humor genommen. Als wenig später das Zebra dann offiziell enttarnt werden durfte, scherzte Opdenhövel gut gelaunt über «alle, die vorhin nicht schnell genug geguckt haben und noch rätseln». Endlich selbst sagte, so sei eben Live-Fernsehen. Ihre Analyse: «Ich kam vom Boden hoch und da merkte ich schon, dass es kippt. Aber ich konnte es einfach nicht mehr ändern.»

Ihr sei in diesem Moment das Wort «Spoiler» durch den Kopf gegangen, sagte sie. Mit dem Ausdruck beschreibt man etwa bei TV-Serien eine Information, die vorab den Ausgang einer Geschichte verrät. Als sie die Maske wieder auf dem Kopf gehabt habe, habe ihr wiederum sehr viel Stoff vor dem Gesicht gehangen, sagte Endlich über das Kuddelmuddel. «Da bin ich auch noch irgendwo anders hingeknallt.»

Die Sängerin gilt als Allround-Talent. 2009 landete sie mit dem Lied «Küss mich, halt mich, lieb mich» nach der Titelmelodie des kultigen Märchenfilms «Drei Haselnüsse für Aschenbrödel» einen Erfolg. Zeitweise saß sie in der Jury der Casting-Show «Deutschland sucht den Superstar». 2019 tanzte sie sich bei «Let's Dance» bis ins Finale.

Erst vor einigen Tagen hatte man sie zudem bei einem ungewöhnlichen TV-Format auf der Bühne gesehen. Im Musical «Die Passion», in dem der Sender RTL die letzten Tage im Leben Christi inszeniert hatte, hatte Endlich Maria gespielt. Die Bibel-Show war bei «The Masked Singer» auf fast kuriose Weise nun noch mal recht präsent. Kurz vor Endlich wurde - auf Platz zwei - Schauspieler Mark Keller («Der Bergdoktor») als Dornteufel enttarnt. Der 56-Jährige hatte in der «Passion» wiederum den Judas gespielt. Wenn man so wollte, duellierten sich bei «Masked Singer» also die Mutter Jesu mit dessen Verräter.

Dass Endlich unter der Zebra-Maske steckte, war keine ganz große Überraschung mehr. Ihr Name waberte durch die Gerüchteküche. Zudem sprachen die Auftritte für eine Profi-Sängerin. «Die Stimme ist echt nicht von dieser Welt», lobte Ruth Moschner im Rateteam. Ihr Kollege Rea Garvey urteilte ergriffen: «Mir ist eigentlich egal, wer du bist. Ich will, dass du einfach so weiter singst.»

Die starken Gesangseinlagen sorgten mit dafür, dass nicht nur der Dornteufel keinen Stich gegen das Zebra machen konnte, sondern auch nicht die ebenfalls stark auftrumpfende Discokugel. In dem voluminösen Glitzer-Kostüm steckte Sängerin Jeanette Biedermann.

Für die wohl größte Überraschung des Abends sorgte Schauspielerin Nora Tschirner (Weimar-«Tatort», «Keinohrhasen»), die sich als Viertplatzierte aus einem raubeinigen Ork-Kostüm mit Bierbäuchlein schälte. Im Rateteam hatte vor der Enttarnung niemand ihren Namen in den Ring geworfen - stattdessen wurden verzweifelte Mutmaßungen wie Brigitte Nielsen (58) oder Michelle Hunziker (45) geäußert. «Wir haben keine Ahnung», gab sich Tipp-Königin Ruth Moschner geschlagen.

Das Besondere am Ork war vor allem seine Multilingualität - während der Staffel hatte er Lieder in gleich mehreren Sprachen gesungen, darunter Italienisch, Türkisch und Spanisch. Im Finale kam auch noch Isländisch hinzu. Tschirner freute sich diebisch über ihr ebenso aufwendiges wie gelungenes Verwirrspiel.

Sie beteuerte, dass sie gar nicht all diese Sprachen spreche. Aber sie liebe Sprachen - und habe schon immer Musik aus aller Welt gehört. Man müsse dann beim Üben praktisch vorgehen. «Nicht so denken: Oh, ein komisches Geräusch. Sondern: Ah! Ein Geräusch, was ich jetzt versuche, nachzuahmen.» Ähnlich, wie es ein Kind mache. «Und schon, zack - Isländisch», erklärte Tschirner.

Bei «The Masked Singer» treten Promis als Sänger auf, verstecken ihre Identität aber hinter aufwendiger Kostümierung. Die Stars werden enttarnt, sobald sie nicht genügend Stimmen bekommen oder ganz am Ende gewinnen. In der sechsten Staffel waren zuvor schon Moderatorin Jeannine Michaelsen, Moderator Cherno Jobatey, Opern-Sänger Paul Potts, Sängerin Joana Zimmer, Ex-Fußballer Rúrik Gíslason und Schauspielerin Jasna Fritzi Bauer enttarnt worden.

Anzeige Werbung
Copyright © Mindener Tageblatt 2022
Texte und Fotos von MT.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.
Mehr zum Thema