Energiekrise Drohende Gasknappheit: Arbeit an Schutzschirm für Stadtwerke Angesichts der drohenden Gasknappheit und steigender Energiepreise bereitet Nordrhein-Westfalen einen Schutzschirm für NRW-Stadtwerke vor. Der Rettungsschirm solle sich eng anlehnen an das Prinzip des milliardenhohen Corona-Schutzschirms des Landes für die öffentliche Infrastruktur, sagte NRW-Kommunalministerin Ina Scharrenbach (CDU) am Mittwoch vor Journalisten. Bei den Stadtwerken gebe es «einen Fall, wo wir bereits aktiv sind», hatte Scharrenbach zuvor der «Rheinischen Post» (Mittwoch) gesagt. Auf Nachfrage wollte die Ministerin nicht sagen, um welches Stadtwerk es sich handelt. Der Corona-Schutzschirm des Landes sei in weiten Teilen nicht in Anspruch genommen worden, weil die Befürchtungen nicht eingetreten seien, sagte Scharrenbach. «Aber das Beste ist immer, man bereitet sich auf einen worst case vor.» Über die Höhe des geplanten Rettungsschirms für Stadtwerke könne sie noch nichts sagen. Die Stadt Hilden kündigte unterdessen an, in acht Schulen und neun Turnhallen die Warmwasseraufbereitungsanlagen bis Ende September abzustellen. «Indem wir darauf verzichten, durchgehend warmes Wasser vorzuhalten, können wir unseren Gasverbrauch erheblich senken», erklärte der Städtische Baudezernent Peter Stuhlträger in einer Mitteilung. Das Land NRW hatte zu Beginn der Corona-Krise 2020 einen 25 Milliarden Euro hohen Rettungsschirm für die Wirtschaft aufgespannt. Bis Ende 2021 waren davon etwa 13 Milliarden Euro an Hilfen für Menschen, Branchen und Kommunen abgerufen worden. Die Stadtwerke seien «fester Bestandteil in der Energieversorgung des Landes NRW», so Scharrenbach. Aber Stadtwerke, die nicht über die Börse handelten, seien nicht über die Maßnahmen der Bundesregierung abgesichert. Deswegen wolle das Land mögliche Schieflagen dieser Stadtwerke im Interesse der Versorgungssicherheit abwenden. Derzeit liefen «diverse Prüfungen». Die Kommunen versuchten bereits, Energie zu sparen, wo es nur geht, sagte Scharrenbach in dem Zeitungsinterview. «Natürlich schauen viele mit Sorge auf Herbst und Winter, was die Beheizung der Hallenbäder, Sporthallen, Schulen oder sonstiger Einrichtungen angeht.» Sie rechne mit weniger optimistischen Einschätzungen für das Steueraufkommen bei der Novemberschätzung. «Dann wird es womöglich dazu kommen, dass die Kommunen sich vorübergehend wieder stärker verschulden müssen.» Auch der Stadtwerkeverband VKU hatte angesichts der drohenden Verwerfungen im Gasmarkt einen Schutzschirm nicht nur für angeschlagene Energieunternehmen, sondern auch für Stadtwerke gefordert. Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) hatte am Samstagabend bei einer Veranstaltung der «Zeit» vor einer möglichen «Preisexplosion» bei einigen Stadtwerken gewarnt. So weit könne es kommen, wenn Russland kein Gas mehr über die Gaspipeline Nord Stream 1 liefere und der Bund es großen Versorgern wie Uniper erlaube, die Preise an ihre Kunden weiterzugeben, etwa Stadtwerke. Russland hatte die Lieferungen durch die Pipeline Nord Stream 1 bereits stark gedrosselt. Dadurch geriet der Gasimporteur Uniper in Turbulenzen und rief nach Staatshilfen. In wenigen Tagen starten die jährlichen Wartungsarbeiten an Nord Stream 1. In der Regel fließt dann für zehn Tage kein Gas. Die Befürchtung ist nun, dass Russland diesmal den Gashahn nicht wieder aufdreht. Uniper spielt eine zentrale Rolle für die deutsche Energieversorgung und beliefert viele Stadtwerke.
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Drohende Gasknappheit: Arbeit an Schutzschirm für Stadtwerke

© Marius Becker/dpa

Angesichts der drohenden Gasknappheit und steigender Energiepreise bereitet Nordrhein-Westfalen einen Schutzschirm für NRW-Stadtwerke vor. Der Rettungsschirm solle sich eng anlehnen an das Prinzip des milliardenhohen Corona-Schutzschirms des Landes für die öffentliche Infrastruktur, sagte NRW-Kommunalministerin Ina Scharrenbach (CDU) am Mittwoch vor Journalisten.

Bei den Stadtwerken gebe es «einen Fall, wo wir bereits aktiv sind», hatte Scharrenbach zuvor der «Rheinischen Post» (Mittwoch) gesagt. Auf Nachfrage wollte die Ministerin nicht sagen, um welches Stadtwerk es sich handelt.

Der Corona-Schutzschirm des Landes sei in weiten Teilen nicht in Anspruch genommen worden, weil die Befürchtungen nicht eingetreten seien, sagte Scharrenbach. «Aber das Beste ist immer, man bereitet sich auf einen worst case vor.» Über die Höhe des geplanten Rettungsschirms für Stadtwerke könne sie noch nichts sagen.

Die Stadt Hilden kündigte unterdessen an, in acht Schulen und neun Turnhallen die Warmwasseraufbereitungsanlagen bis Ende September abzustellen. «Indem wir darauf verzichten, durchgehend warmes Wasser vorzuhalten, können wir unseren Gasverbrauch erheblich senken», erklärte der Städtische Baudezernent Peter Stuhlträger in einer Mitteilung.

Das Land NRW hatte zu Beginn der Corona-Krise 2020 einen 25 Milliarden Euro hohen Rettungsschirm für die Wirtschaft aufgespannt. Bis Ende 2021 waren davon etwa 13 Milliarden Euro an Hilfen für Menschen, Branchen und Kommunen abgerufen worden.

Die Stadtwerke seien «fester Bestandteil in der Energieversorgung des Landes NRW», so Scharrenbach. Aber Stadtwerke, die nicht über die Börse handelten, seien nicht über die Maßnahmen der Bundesregierung abgesichert. Deswegen wolle das Land mögliche Schieflagen dieser Stadtwerke im Interesse der Versorgungssicherheit abwenden. Derzeit liefen «diverse Prüfungen».

Die Kommunen versuchten bereits, Energie zu sparen, wo es nur geht, sagte Scharrenbach in dem Zeitungsinterview. «Natürlich schauen viele mit Sorge auf Herbst und Winter, was die Beheizung der Hallenbäder, Sporthallen, Schulen oder sonstiger Einrichtungen angeht.» Sie rechne mit weniger optimistischen Einschätzungen für das Steueraufkommen bei der Novemberschätzung. «Dann wird es womöglich dazu kommen, dass die Kommunen sich vorübergehend wieder stärker verschulden müssen.»

Auch der Stadtwerkeverband VKU hatte angesichts der drohenden Verwerfungen im Gasmarkt einen Schutzschirm nicht nur für angeschlagene Energieunternehmen, sondern auch für Stadtwerke gefordert. Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) hatte am Samstagabend bei einer Veranstaltung der «Zeit» vor einer möglichen «Preisexplosion» bei einigen Stadtwerken gewarnt. So weit könne es kommen, wenn Russland kein Gas mehr über die Gaspipeline Nord Stream 1 liefere und der Bund es großen Versorgern wie Uniper erlaube, die Preise an ihre Kunden weiterzugeben, etwa Stadtwerke.

Russland hatte die Lieferungen durch die Pipeline Nord Stream 1 bereits stark gedrosselt. Dadurch geriet der Gasimporteur Uniper in Turbulenzen und rief nach Staatshilfen. In wenigen Tagen starten die jährlichen Wartungsarbeiten an Nord Stream 1. In der Regel fließt dann für zehn Tage kein Gas. Die Befürchtung ist nun, dass Russland diesmal den Gashahn nicht wieder aufdreht. Uniper spielt eine zentrale Rolle für die deutsche Energieversorgung und beliefert viele Stadtwerke.

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