Doppelmord auf Reiterhof: Angeklagter bestreitet Motiv Zum Prozessauftakt um einen Doppelmord auf einem Reiterhof in Bad Salzuflen hat der Angeklagte die Tat am Montag weitestgehend gestanden. Der 59-Jährige bezeichnete vor dem Landgericht Detmold das von der Staatsanwaltschaft genannte Motiv aber als falsch. Es sei im September 2021 nicht um angestauten Groll und Wut gegangen, weil er in der Erbfolge nicht berücksichtigt worden war. Vielmehr habe er aus Verzweiflung um seinen Bruder geschossen. Dieser sei vier Wochen zuvor von der Mutter dermaßen brutal geschlagen worden, dass er den Notarzt rufen musste. Der 52-jährige Bruder mit Down-Syndrom sei in der Folgezeit in ein Pflegeheim gekommen. Er sei völlig geschockt gewesen von dem Übergriff auf den Bruder. Als dann seine Mutter (84) und sein Bruder (63) ankündigten, das Anwesen verkaufen und mit dem Erlös ein Haus kaufen zu wollen, habe er sich nachts mit Schnaps betrunken und Drogen geraucht. Er sei verzweifelt gewesen, weil der Bruder mit Down-Syndrom auch wieder in diesem Haus leben sollte. Am Morgen danach sei er zu seinem im Bett liegenden 63-jährigen Bruder gegangen. Er habe ihn mit der Pistole bedroht und nach kurzem Gespräch erschossen. Anschließend habe er sich selbst töten wollen. Zunächst wollte er aber der Mutter von dem Schuss auf den Bruder berichten. Als die 84-Jährige daraufhin sagte, sie wolle auch nicht mehr leben, habe er auch sie erschossen. Seiner Freundin erzählte der Deutsche von der Tat. Die rief die Polizei. Der Prozess wird am Mittwoch fortgesetzt. Bis Mitte März ist ein weiterer Verhandlungstag angesetzt.
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Doppelmord auf Reiterhof: Angeklagter bestreitet Motiv

© Marcus Brandt/dpa/Archivbild

Zum Prozessauftakt um einen Doppelmord auf einem Reiterhof in Bad Salzuflen hat der Angeklagte die Tat am Montag weitestgehend gestanden. Der 59-Jährige bezeichnete vor dem Landgericht Detmold das von der Staatsanwaltschaft genannte Motiv aber als falsch. Es sei im September 2021 nicht um angestauten Groll und Wut gegangen, weil er in der Erbfolge nicht berücksichtigt worden war. Vielmehr habe er aus Verzweiflung um seinen Bruder geschossen. Dieser sei vier Wochen zuvor von der Mutter dermaßen brutal geschlagen worden, dass er den Notarzt rufen musste. Der 52-jährige Bruder mit Down-Syndrom sei in der Folgezeit in ein Pflegeheim gekommen.

Er sei völlig geschockt gewesen von dem Übergriff auf den Bruder. Als dann seine Mutter (84) und sein Bruder (63) ankündigten, das Anwesen verkaufen und mit dem Erlös ein Haus kaufen zu wollen, habe er sich nachts mit Schnaps betrunken und Drogen geraucht. Er sei verzweifelt gewesen, weil der Bruder mit Down-Syndrom auch wieder in diesem Haus leben sollte.

Am Morgen danach sei er zu seinem im Bett liegenden 63-jährigen Bruder gegangen. Er habe ihn mit der Pistole bedroht und nach kurzem Gespräch erschossen. Anschließend habe er sich selbst töten wollen. Zunächst wollte er aber der Mutter von dem Schuss auf den Bruder berichten. Als die 84-Jährige daraufhin sagte, sie wolle auch nicht mehr leben, habe er auch sie erschossen. Seiner Freundin erzählte der Deutsche von der Tat. Die rief die Polizei.

Der Prozess wird am Mittwoch fortgesetzt. Bis Mitte März ist ein weiterer Verhandlungstag angesetzt.


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