Bruder und Mutter auf Reiterhof getötet: Lebenslange Haft Zu einer lebenslangen Haftstrafe hat das Landgericht Detmold am Montag einen 59-jährigen Mann aus Bad Salzuflen verurteilt, der seine Mutter und seinen Bruder erschossen hatte. Das Schwurgericht ist überzeugt, dass der Angeklagte im vergangenen September auf dem von der Familie gemeinsam bewohnten Reiterhof in Bad Salzuflen zunächst den Bruder (63) in seinem Bett und anschließend die Mutter (84) in ihrer Wohnung jeweils mit einem Genickschuss getötet hatte. Das Motiv sah das Gericht nach eingehender Befragung eines psychiatrischen Sachverständigen in einem über Jahre hinweg schwelenden Konflikt zwischen dem Täter und den Opfern. Dieser sei vor allem geprägt gewesen von einem vergifteten Verhalten der Mutter gegenüber ihrem Sohn. Auch das Verhältnis zum Bruder sei sehr belastet gewesen. Die Pläne der Getöteten, das Anwesen zu verkaufen, hätten bei dem Angeklagten schließlich zu einer Affekthandlung geführt. Den Schuss auf den Bruder wertete das Gericht als Mord aus Heimtücke, den auf die Mutter lediglich als Totschlag. Zum Prozessauftakt hatte der 59-Jährige die Tat weitgehend gestanden, beim Motiv allerdings die Sicht der Staatsanwaltschaft zurückgewiesen. Es sei nicht aus Groll und Wut geschehen, sondern aus Sorge und Verzweiflung um seinen 52-jähringen Bruder mit Down-Syndrom. Dieser Sicht schloss sich das Landgericht nicht an.
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Bruder und Mutter auf Reiterhof getötet: Lebenslange Haft

© Arne Dedert/dpa/Symbolbild

Zu einer lebenslangen Haftstrafe hat das Landgericht Detmold am Montag einen 59-jährigen Mann aus Bad Salzuflen verurteilt, der seine Mutter und seinen Bruder erschossen hatte. Das Schwurgericht ist überzeugt, dass der Angeklagte im vergangenen September auf dem von der Familie gemeinsam bewohnten Reiterhof in Bad Salzuflen zunächst den Bruder (63) in seinem Bett und anschließend die Mutter (84) in ihrer Wohnung jeweils mit einem Genickschuss getötet hatte.

Das Motiv sah das Gericht nach eingehender Befragung eines psychiatrischen Sachverständigen in einem über Jahre hinweg schwelenden Konflikt zwischen dem Täter und den Opfern. Dieser sei vor allem geprägt gewesen von einem vergifteten Verhalten der Mutter gegenüber ihrem Sohn. Auch das Verhältnis zum Bruder sei sehr belastet gewesen. Die Pläne der Getöteten, das Anwesen zu verkaufen, hätten bei dem Angeklagten schließlich zu einer Affekthandlung geführt. Den Schuss auf den Bruder wertete das Gericht als Mord aus Heimtücke, den auf die Mutter lediglich als Totschlag.

Zum Prozessauftakt hatte der 59-Jährige die Tat weitgehend gestanden, beim Motiv allerdings die Sicht der Staatsanwaltschaft zurückgewiesen. Es sei nicht aus Groll und Wut geschehen, sondern aus Sorge und Verzweiflung um seinen 52-jähringen Bruder mit Down-Syndrom. Dieser Sicht schloss sich das Landgericht nicht an.


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