Bertelsmann nimmt digitale Gesundheitsgeschäfte in den Blick Dank einer Erholung der Werbemärkte und Wachstum im Dienstleistungsgeschäft hat Bertelsmann 2021 das beste operative Ergebnis der Firmengeschichte erzielt. Das Medien-, Dienstleistungs- und Bildungsunternehmen mit Sitz in Gütersloh will neben seinem Streaming-Geschäft bei RTL auch in anderen Bereichen in den nächsten Jahren investieren. Digitale Gesundheit könnte eine wichtige Rolle spielen, wie am Donnerstag bei der Präsentation der Jahreszahlen 2021 deutlich wurde. Das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) lag 2021 bei 3,2 Milliarden Euro nach 3,1 Milliarden Euro im Jahr zuvor. Vor allem die RTL Group, die Buchverlagsgruppe Penguin Random House und der Dienstleister Arvato hätten zu dem Bestwert beigetragen, hieß es. Das Konzernergebnis stieg um 58 Prozent auf 2,3 Milliarden Euro - Bertelsmann führte das auch auf hohe Gewinne aus Unternehmensverkäufen zurück. Der Umsatz des Konzerns mit weltweit 145 000 Mitarbeitern wuchs aus eigener Kraft um 11,4 Prozent auf 18,7 Milliarden Euro. Der Gesundheitsmarkt ist ein potenzielles Wachstumsfeld, in einigen Bereichen ist Bertelsmann schon tätig und erzielt damit etwa 1 Milliarde Euro Umsatz. Speziell das Feld digitale Gesundheit wolle man sich in den nächsten 18 Monaten anschauen und möglicherweise ab 2024 investieren, sagte Bertelsmann-Chef Thomas Rabe. Als mögliche Beispiele nannte er digitale Aus- und Weiterbildung, Lösungen für Arztpraxen oder digitale Behandlungsmethoden. Man schaue sich weltweit um, sagte Rabe der Nachrichtenagentur dpa. Europa, USA, aber auch Südostasien seien spannend. Man habe erste kleinere Investitionen gemacht. «Wir stehen am Anfang», ergänzte er. «Jetzt werden wir den Markt weiter sondieren. Wir werden hier und da kleinere Investitionen in Digitalunternehmen machen im Bereich Digital Health.» Man wolle den Markt besser kennenlernen und 2024 möglicherweise größere Investitionen tätigen. Für das laufende Geschäftsjahr gab Finanzvorstand Rolf Hellermann diesen Ausblick: «Für 2022 rechnen wir mit einem moderaten Umsatzanstieg sowie einem operativen Ergebnis, das vor Investitionen in das Streaming-Geschäft der RTL Group auf Rekordniveau stabil ist.» Die Erwartungen berücksichtigten noch nicht die derzeit nicht absehbaren Auswirkungen des Krieges in der Ukraine. In der Ukraine hat der Konzern keine Geschäfte, wie Rabe der dpa sagte. Vor Jahren hatte es demnach dort mal Buchclub-Aktivitäten gegeben, als Bertelsmann den Bereich noch im Portfolio gehabt hatte. In Russland sei man derzeit mit Distributionscentern - also Warenlagern - überwiegend für internationale Kunden tätig. «Wir fahren die Geschäfte in dem Maße zurück, wie die Kunden das tun», ergänzte er. Die wenigsten Kunden betreiben demnach Neugeschäfte. Die Russland-Umsätze seien vergleichsweise klein. Letztmals führte Bertelsmann in seinem Geschäftsbericht den Bereich des Hamburger Zeitschriftenverlags Gruner + Jahr separat auf. Das Kerngeschäft mit den Zeitschriftenmarken wie «Stern», «Brigitte» und «Geo» ging zum Jahreswechsel an die RTL Group über, wodurch sich Bertelsmann auch inhaltlich Synergien der Medienbereiche TV und Zeitschriften verspricht. Die übrigen Aktivitäten des Verlags werden dem Unternehmensbereich Bertelsmann Investments zugeordnet, wie aus dem Geschäftsbericht hervorgeht. Auf die Frage, ob das Logo von Gruner + Jahr bleiben werde, sagte Rabe: «Das ist eine Entscheidung, die das Management von RTL und Gruner + Jahr treffen wird - zur gegebenen Zeit.» Bei dem Hamburger Verlagshaus ging der Umsatz im vergangenen Jahr auf 1,05 Milliarden Euro zurück. 2020 hatte er bei 1,14 Milliarden Euro gelegen. Bertelsmann führte den Rückgang auf den Verkauf des Frankreichgeschäfts Prisma Media zurück. Das operative Ergebnis stieg um 5,9 Prozent auf 134 Millionen Euro.

Bertelsmann nimmt digitale Gesundheitsgeschäfte in den Blick

© Lino Mirgeler/dpa/Archivbild

Dank einer Erholung der Werbemärkte und Wachstum im Dienstleistungsgeschäft hat Bertelsmann 2021 das beste operative Ergebnis der Firmengeschichte erzielt. Das Medien-, Dienstleistungs- und Bildungsunternehmen mit Sitz in Gütersloh will neben seinem Streaming-Geschäft bei RTL auch in anderen Bereichen in den nächsten Jahren investieren. Digitale Gesundheit könnte eine wichtige Rolle spielen, wie am Donnerstag bei der Präsentation der Jahreszahlen 2021 deutlich wurde.

Das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) lag 2021 bei 3,2 Milliarden Euro nach 3,1 Milliarden Euro im Jahr zuvor. Vor allem die RTL Group, die Buchverlagsgruppe Penguin Random House und der Dienstleister Arvato hätten zu dem Bestwert beigetragen, hieß es. Das Konzernergebnis stieg um 58 Prozent auf 2,3 Milliarden Euro - Bertelsmann führte das auch auf hohe Gewinne aus Unternehmensverkäufen zurück. Der Umsatz des Konzerns mit weltweit 145 000 Mitarbeitern wuchs aus eigener Kraft um 11,4 Prozent auf 18,7 Milliarden Euro.

Der Gesundheitsmarkt ist ein potenzielles Wachstumsfeld, in einigen Bereichen ist Bertelsmann schon tätig und erzielt damit etwa 1 Milliarde Euro Umsatz. Speziell das Feld digitale Gesundheit wolle man sich in den nächsten 18 Monaten anschauen und möglicherweise ab 2024 investieren, sagte Bertelsmann-Chef Thomas Rabe. Als mögliche Beispiele nannte er digitale Aus- und Weiterbildung, Lösungen für Arztpraxen oder digitale Behandlungsmethoden.

Man schaue sich weltweit um, sagte Rabe der Nachrichtenagentur dpa. Europa, USA, aber auch Südostasien seien spannend. Man habe erste kleinere Investitionen gemacht. «Wir stehen am Anfang», ergänzte er. «Jetzt werden wir den Markt weiter sondieren. Wir werden hier und da kleinere Investitionen in Digitalunternehmen machen im Bereich Digital Health.» Man wolle den Markt besser kennenlernen und 2024 möglicherweise größere Investitionen tätigen.

Für das laufende Geschäftsjahr gab Finanzvorstand Rolf Hellermann diesen Ausblick: «Für 2022 rechnen wir mit einem moderaten Umsatzanstieg sowie einem operativen Ergebnis, das vor Investitionen in das Streaming-Geschäft der RTL Group auf Rekordniveau stabil ist.» Die Erwartungen berücksichtigten noch nicht die derzeit nicht absehbaren Auswirkungen des Krieges in der Ukraine.

In der Ukraine hat der Konzern keine Geschäfte, wie Rabe der dpa sagte. Vor Jahren hatte es demnach dort mal Buchclub-Aktivitäten gegeben, als Bertelsmann den Bereich noch im Portfolio gehabt hatte. In Russland sei man derzeit mit Distributionscentern - also Warenlagern - überwiegend für internationale Kunden tätig. «Wir fahren die Geschäfte in dem Maße zurück, wie die Kunden das tun», ergänzte er. Die wenigsten Kunden betreiben demnach Neugeschäfte. Die Russland-Umsätze seien vergleichsweise klein.

Letztmals führte Bertelsmann in seinem Geschäftsbericht den Bereich des Hamburger Zeitschriftenverlags Gruner + Jahr separat auf. Das Kerngeschäft mit den Zeitschriftenmarken wie «Stern», «Brigitte» und «Geo» ging zum Jahreswechsel an die RTL Group über, wodurch sich Bertelsmann auch inhaltlich Synergien der Medienbereiche TV und Zeitschriften verspricht. Die übrigen Aktivitäten des Verlags werden dem Unternehmensbereich Bertelsmann Investments zugeordnet, wie aus dem Geschäftsbericht hervorgeht. Auf die Frage, ob das Logo von Gruner + Jahr bleiben werde, sagte Rabe: «Das ist eine Entscheidung, die das Management von RTL und Gruner + Jahr treffen wird - zur gegebenen Zeit.»

Bei dem Hamburger Verlagshaus ging der Umsatz im vergangenen Jahr auf 1,05 Milliarden Euro zurück. 2020 hatte er bei 1,14 Milliarden Euro gelegen. Bertelsmann führte den Rückgang auf den Verkauf des Frankreichgeschäfts Prisma Media zurück. Das operative Ergebnis stieg um 5,9 Prozent auf 134 Millionen Euro.


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