Statistik DWD: Waldbrandgefahr steigt in den kommenden Jahren Die Zahl der Tage mit hoher Waldbrandgefahr in Niedersachsen wird in den kommenden Jahren weiter zunehmen. Davon geht der Deutsche Wetterdienst (DWD) aus. Gleichzeitig ist die Zahl der tatsächlichen Waldbrände in dem Bundesland im Jahr 2021 deutlich gesunken. Den Angaben nach brannte es im Vorjahr 98 Mal auf einer Fläche von knapp 4,5 Hektar, wie aus der Walbrandstatistik hervorgeht. In den beiden Jahren zuvor wurden jeweils 270 und 285 Waldbrände gezählt. Von März bis Oktober lag 2021 in Niedersachsen die durchschnittliche Zahl der Tage, an denen die Waldbrandgefahr mit einer der zwei höchsten Warnstufen angegeben wurde, bei 8,2, wie ein Meteorologe des Deutschen Wetterdienstes sagte. Ein Jahr zuvor lag der Wert bei 35,8 Tagen. Der Trend bei der Waldbrandgefahr zeigt laut dem DWD allerdings in eine andere Richtung. Den Angaben nach stieg die durchschnittliche Zahl der Gefahrentage von ein bis zwei im Jahr 1960 auf zuletzt knapp über 20. Die Summe dieser Tage werde weiter ansteigen, sagte der Meteorologe. Für die kommende Woche wird die Waldbrandgefahr in weiten Teilen Niedersachsens mit der vierten von fünf Warnstufen angeben. Nordöstlich von Celle sowie um Nienburg (Weser) gilt Dienstag die höchste Stufe. Den Rückgang der Brände im Jahr 2021 führt das Niedersächsische Landwirtschaftsministerium auf eine günstige Witterung zurück. Auf Vorsorgemaßnahmen wie den Umbau von Nadel zu Laub- und Mischwäldern sei die Entwicklung hingegen nicht zurückzuführen. Diese wirkten eher langfristig. Einen positiven Einfluss, zumindest auf die Ausdehnung einzelner Brände, hätten zudem die Investitionen in den Aufbau neuer spezieller Feuerwehreinheiten für Waldbrände sowie die bessere Ausstattung der Wehren gehabt. Wie in der Vergangenheit brannte es demnach am häufigsten in der Heide und im Harz. Aus diesen Regionen kamen laut dem Ministerium rund zwei Drittel aller Brandmeldungen. Im Harz selbst sei die Zahl der Waldbrände in den vergangenen Jahren gestiegen, sagte ein Sprecher der Niedersächsischen Landesforsten. Im bundesweiten Trend hat sich zumindest die Zahl der tatsächlichen Waldbrände seit 1975 in etwa halbiert. «Der rückläufige Trend ist auf eine verbesserte Prävention zurückzuführen», sagte ein Meteorologe des DWD. Er betonte, dass es auch bei hoher Waldbrandgefahr in den meisten Fällen erst durch menschliches Handeln zu Waldbränden käme, etwa durch das Wegwerfen oder Liegenlassen glühender oder brennender Gegenstände. Blitzeinschläge, die zu den natürlichen Auslösern zählen, seien nur für fünf Prozent der Waldbrände verantwortlich - zumal sie in Deutschland in der Regel zusammen mit Regengewittern aufträten. Die niedersächsische FDP-Fraktion forderte unterdessen vor kurzem, die Ausstattung der Feuerwehren für den Kampf gegen Waldbrände weiter zu verbessern. «Es ist dringend nötig, unsere Feuerwehren so auszustatten, dass sie auch die sich verschärfende Situation beherrschen können», sagte der innenpolitische Sprecher der FDP-Landtagsfraktion, Marco Genthe. Anschaffungen wie zuletzt von vier Spezialfeuerwehrfahrzeugen für Waldbrände seien zu wenig. Er forderte auch über den Einsatz von Robotertechnik oder künstlicher Intelligenz nachzudenken, sowie kontinuierliche Trainings und Fortbildungen. Anfang April übergab Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) vier Waldbrandspezialfahrzeuge vom Typ «CCFM 3000» an die Feuerwehr. Im Laufe der nächsten Jahre sollen zwölf weitere dieser Fahrzeuge folgen. Zudem will die Landesregierung unter anderem bis 2024 Kreisfeuerwehren durch Investitionen in Höhe von 15,6 Millionen Euro besser ausstatten.
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DWD: Waldbrandgefahr steigt in den kommenden Jahren

© Philipp Schulze/dpa/Symbolbild

Die Zahl der Tage mit hoher Waldbrandgefahr in Niedersachsen wird in den kommenden Jahren weiter zunehmen. Davon geht der Deutsche Wetterdienst (DWD) aus. Gleichzeitig ist die Zahl der tatsächlichen Waldbrände in dem Bundesland im Jahr 2021 deutlich gesunken. Den Angaben nach brannte es im Vorjahr 98 Mal auf einer Fläche von knapp 4,5 Hektar, wie aus der Walbrandstatistik hervorgeht. In den beiden Jahren zuvor wurden jeweils 270 und 285 Waldbrände gezählt.

Von März bis Oktober lag 2021 in Niedersachsen die durchschnittliche Zahl der Tage, an denen die Waldbrandgefahr mit einer der zwei höchsten Warnstufen angegeben wurde, bei 8,2, wie ein Meteorologe des Deutschen Wetterdienstes sagte. Ein Jahr zuvor lag der Wert bei 35,8 Tagen. Der Trend bei der Waldbrandgefahr zeigt laut dem DWD allerdings in eine andere Richtung. Den Angaben nach stieg die durchschnittliche Zahl der Gefahrentage von ein bis zwei im Jahr 1960 auf zuletzt knapp über 20. Die Summe dieser Tage werde weiter ansteigen, sagte der Meteorologe. Für die kommende Woche wird die Waldbrandgefahr in weiten Teilen Niedersachsens mit der vierten von fünf Warnstufen angeben. Nordöstlich von Celle sowie um Nienburg (Weser) gilt Dienstag die höchste Stufe.

Den Rückgang der Brände im Jahr 2021 führt das Niedersächsische Landwirtschaftsministerium auf eine günstige Witterung zurück. Auf Vorsorgemaßnahmen wie den Umbau von Nadel zu Laub- und Mischwäldern sei die Entwicklung hingegen nicht zurückzuführen. Diese wirkten eher langfristig. Einen positiven Einfluss, zumindest auf die Ausdehnung einzelner Brände, hätten zudem die Investitionen in den Aufbau neuer spezieller Feuerwehreinheiten für Waldbrände sowie die bessere Ausstattung der Wehren gehabt.

Wie in der Vergangenheit brannte es demnach am häufigsten in der Heide und im Harz. Aus diesen Regionen kamen laut dem Ministerium rund zwei Drittel aller Brandmeldungen. Im Harz selbst sei die Zahl der Waldbrände in den vergangenen Jahren gestiegen, sagte ein Sprecher der Niedersächsischen Landesforsten.

Im bundesweiten Trend hat sich zumindest die Zahl der tatsächlichen Waldbrände seit 1975 in etwa halbiert. «Der rückläufige Trend ist auf eine verbesserte Prävention zurückzuführen», sagte ein Meteorologe des DWD. Er betonte, dass es auch bei hoher Waldbrandgefahr in den meisten Fällen erst durch menschliches Handeln zu Waldbränden käme, etwa durch das Wegwerfen oder Liegenlassen glühender oder brennender Gegenstände. Blitzeinschläge, die zu den natürlichen Auslösern zählen, seien nur für fünf Prozent der Waldbrände verantwortlich - zumal sie in Deutschland in der Regel zusammen mit Regengewittern aufträten.

Die niedersächsische FDP-Fraktion forderte unterdessen vor kurzem, die Ausstattung der Feuerwehren für den Kampf gegen Waldbrände weiter zu verbessern. «Es ist dringend nötig, unsere Feuerwehren so auszustatten, dass sie auch die sich verschärfende Situation beherrschen können», sagte der innenpolitische Sprecher der FDP-Landtagsfraktion, Marco Genthe. Anschaffungen wie zuletzt von vier Spezialfeuerwehrfahrzeugen für Waldbrände seien zu wenig. Er forderte auch über den Einsatz von Robotertechnik oder künstlicher Intelligenz nachzudenken, sowie kontinuierliche Trainings und Fortbildungen.

Anfang April übergab Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) vier Waldbrandspezialfahrzeuge vom Typ «CCFM 3000» an die Feuerwehr. Im Laufe der nächsten Jahre sollen zwölf weitere dieser Fahrzeuge folgen. Zudem will die Landesregierung unter anderem bis 2024 Kreisfeuerwehren durch Investitionen in Höhe von 15,6 Millionen Euro besser ausstatten.


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