Harz WWF zu Brandgefahr: Totholz kann nicht ganz entfernt werden Die Naturschutzorganisation WWF ist gegen die Forderung, Totholz aus den Wäldern zu holen. Es wird angesichts des großen Waldbrandes im Harz als Grund für ein Ausbreiten der Flammen gesehen. «Es ist (...) unmöglich, alles aus dem Wald zu entfernen, was brennen könnte», sagte Susanne Winter, Programmleiterin Wald beim WWF, am Mittwoch. Totholz sei ein effektiver Schutz vor zunehmender Trockenheit. «Es nimmt bei Regen Feuchtigkeit auf wie ein Schwamm und gibt es bei Trockenheit nach und nach wieder ab.» Die Luft bleibe so länger feucht. Der Wald sei so erst später waldbrandgefährdet. Auch der Chef des Landesfeuerwehrverbandes Sachsen-Anhalt, Kai-Uwe Lohse, hält die Forderung, das ganze Totholz aus dem Wald zu entfernen, für absurd. Man könne diese Mengen Totholz wie im Harz nicht so einfach wegräumen. Allerdings müsse man sich damit beschäftigen, dass zumindest Zugänge für bestimmte Bereiche geschaffen würden, um die Brandbekämpfung zu erleichtern. Der seit Samstag andauernde Großbrand hat eine Debatte zum Thema Totholz in den Wäldern losgetreten. Sachsen-Anhalts CDU-Fraktionschef im Landtag, Guido Heuer, hatte sich unter anderem dafür ausgesprochen, das Gesetz über den Nationalpark Harz anzupassen. «Ganz einfach: Das Totholz muss aus dem Wald», sagte er kürzlich. Auch die FDP im Landtag in Niedersachsen wies auf die Gefahr hin. Der Nationalpark Harz liegt auf niedersächsischem und sachsen-anhaltischem Gebiet. Er ist geprägt von vielen toten Fichten. Die von den Menschen angelegte Monokultur ist ein grundlegendes Problem des rund 250 Quadratkilometer (25.000 Hektar) großen Nationalparks. Rund 80 Prozent des Baumbestandes ist Fichte. Davon wiederum seien fast 90 Prozent abgestorben, sagte kürzlich Nationalparkleiter Roland Pietsch.
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WWF zu Brandgefahr: Totholz kann nicht ganz entfernt werden

© Julian Stratenschulte/dpa

Die Naturschutzorganisation WWF ist gegen die Forderung, Totholz aus den Wäldern zu holen. Es wird angesichts des großen Waldbrandes im Harz als Grund für ein Ausbreiten der Flammen gesehen. «Es ist (...) unmöglich, alles aus dem Wald zu entfernen, was brennen könnte», sagte Susanne Winter, Programmleiterin Wald beim WWF, am Mittwoch. Totholz sei ein effektiver Schutz vor zunehmender Trockenheit. «Es nimmt bei Regen Feuchtigkeit auf wie ein Schwamm und gibt es bei Trockenheit nach und nach wieder ab.» Die Luft bleibe so länger feucht. Der Wald sei so erst später waldbrandgefährdet.

Auch der Chef des Landesfeuerwehrverbandes Sachsen-Anhalt, Kai-Uwe Lohse, hält die Forderung, das ganze Totholz aus dem Wald zu entfernen, für absurd. Man könne diese Mengen Totholz wie im Harz nicht so einfach wegräumen. Allerdings müsse man sich damit beschäftigen, dass zumindest Zugänge für bestimmte Bereiche geschaffen würden, um die Brandbekämpfung zu erleichtern.

Der seit Samstag andauernde Großbrand hat eine Debatte zum Thema Totholz in den Wäldern losgetreten. Sachsen-Anhalts CDU-Fraktionschef im Landtag, Guido Heuer, hatte sich unter anderem dafür ausgesprochen, das Gesetz über den Nationalpark Harz anzupassen. «Ganz einfach: Das Totholz muss aus dem Wald», sagte er kürzlich. Auch die FDP im Landtag in Niedersachsen wies auf die Gefahr hin.

Der Nationalpark Harz liegt auf niedersächsischem und sachsen-anhaltischem Gebiet. Er ist geprägt von vielen toten Fichten. Die von den Menschen angelegte Monokultur ist ein grundlegendes Problem des rund 250 Quadratkilometer (25.000 Hektar) großen Nationalparks. Rund 80 Prozent des Baumbestandes ist Fichte. Davon wiederum seien fast 90 Prozent abgestorben, sagte kürzlich Nationalparkleiter Roland Pietsch.

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