Bundesliga «Kein typischer Aufsteiger»: Werder feiert Comeback Ein Jahr, zwei Monate und 15 Tage: So lange ist der Erstliga-Abstieg von Werder Bremen her. An diesem Samstag kehrt der viermalige deutsche Meister, sechsmalige DFB-Pokalsieger und siebenmalige Champions-League-Teilnehmer dorthin zurück, wo er zumindest seiner Historie nach hingehört: in die Fußball-Bundesliga. Um 15.30 Uhr treten die Bremer beim VfL Wolfsburg an. «Wenn man über 40 Jahre zur Bundesliga gehört hat, weiß man wahrscheinlich erst, was man vermisst, wenn man nicht mehr Teil davon ist», sagte Clubchef Klaus Filbry in einem «Deichstube»-Interview. «Wir hatten eine tolle Saison in der Zweiten Liga, aber die Bundesliga ist dann letztlich doch die Benchmark. In Dortmund vor der Südtribüne anzutreten oder im Wohninvest Weserstadion auf die Bayern zu treffen, ist für jeden Fußballfan auch weiterhin ein Highlight.» Auch beim ersten Gegner freut man sich über Werders Rückkehr. «Das ist kein typischer Aufsteiger», sagte der Wolfsburger Trainer Niko Kovac. «Das ist auch ein Zweikampf zweier Nordclubs, das gibt der Sache noch einmal den nötigen Pfeffer. Wir erwarten eine Mannschaft, die ein sehr hohes Bundesliga-Niveau hat.» Werder sei ein «ein Club, der eigentlich nicht hätte absteigen sollen und dürfen.» Tatsächlich stehen die Bremer immer noch auf dem dritten Platz der ewigen Bundesliga-Tabelle. Nur Bayern München (3924) und Borussia Dortmund (3008) holten seit der Gründung der Liga 1963 noch mehr Punkte als die Grün-Weißen (2886). Für diese erfolgreiche Vergangenheit kann sich Werder allerdings nichts mehr kaufen. Schon der Wiederaufstieg war ein Kraftakt, weil der Club durch zwei Jahre des sportlichen Niedergangs, die Millionen-Einbußen der Corona-Krise und den Impfpass-Skandal des ehemaligen Trainers Markus Anfang über einen sehr langen Zeitraum sehr stark beansprucht wurde. Zurück in Liga eins, muss er sich dort endgültig mit einer neuen Realität arrangieren. Nicht nur das Beispiel des begehrten Mittelfeldspielers Daniel-Kofi Kyereh zeigte in diesem Sommer: Wenn Werder Bremen, der VfB Stuttgart und der SC Freiburg heute ein und denselben Spieler holen wollen, haben die langjährigen Champions-League-Clubs aus Bremen und Stuttgart in der Regel keine Chance mehr. «Mit Blick auf unseren Etat sind wir in der Liga sicherlich einer der Herausforderer», sagte Filbry. «Auch wenn man die Einnahmen aus der Verteilung der TV-Gelder betrachtet, stehen wir auf einem der hinteren Plätze.» Sechs neue Spieler holte Werder nach dem Wiederaufstieg. Nur der Däne Jens Stage (FC Kopenhagen) und der Verteidiger Amos Pieper (Arminia Bielefeld) werden in Wolfsburg wahrscheinlich in der Startelf stehen. Ansonsten soll es das Aufstiegsteam richten. «Ich freue mich auf die neuen Herausforderungen und die Erfahrungen, die wir als Mannschaft machen werden», sagte Trainer Ole Werner vor seinem Bundesliga-Debüt. «Egal gegen wen wir spielen: Wir wollen unseren Fußball zeigen!»
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«Kein typischer Aufsteiger»: Werder feiert Comeback

© Carmen Jaspersen/dpa/Archivbild

Ein Jahr, zwei Monate und 15 Tage: So lange ist der Erstliga-Abstieg von Werder Bremen her. An diesem Samstag kehrt der viermalige deutsche Meister, sechsmalige DFB-Pokalsieger und siebenmalige Champions-League-Teilnehmer dorthin zurück, wo er zumindest seiner Historie nach hingehört: in die Fußball-Bundesliga. Um 15.30 Uhr treten die Bremer beim VfL Wolfsburg an.

«Wenn man über 40 Jahre zur Bundesliga gehört hat, weiß man wahrscheinlich erst, was man vermisst, wenn man nicht mehr Teil davon ist», sagte Clubchef Klaus Filbry in einem «Deichstube»-Interview. «Wir hatten eine tolle Saison in der Zweiten Liga, aber die Bundesliga ist dann letztlich doch die Benchmark. In Dortmund vor der Südtribüne anzutreten oder im Wohninvest Weserstadion auf die Bayern zu treffen, ist für jeden Fußballfan auch weiterhin ein Highlight.»

Auch beim ersten Gegner freut man sich über Werders Rückkehr. «Das ist kein typischer Aufsteiger», sagte der Wolfsburger Trainer Niko Kovac. «Das ist auch ein Zweikampf zweier Nordclubs, das gibt der Sache noch einmal den nötigen Pfeffer. Wir erwarten eine Mannschaft, die ein sehr hohes Bundesliga-Niveau hat.» Werder sei ein «ein Club, der eigentlich nicht hätte absteigen sollen und dürfen.»

Tatsächlich stehen die Bremer immer noch auf dem dritten Platz der ewigen Bundesliga-Tabelle. Nur Bayern München (3924) und Borussia Dortmund (3008) holten seit der Gründung der Liga 1963 noch mehr Punkte als die Grün-Weißen (2886).

Für diese erfolgreiche Vergangenheit kann sich Werder allerdings nichts mehr kaufen. Schon der Wiederaufstieg war ein Kraftakt, weil der Club durch zwei Jahre des sportlichen Niedergangs, die Millionen-Einbußen der Corona-Krise und den Impfpass-Skandal des ehemaligen Trainers Markus Anfang über einen sehr langen Zeitraum sehr stark beansprucht wurde. Zurück in Liga eins, muss er sich dort endgültig mit einer neuen Realität arrangieren.

Nicht nur das Beispiel des begehrten Mittelfeldspielers Daniel-Kofi Kyereh zeigte in diesem Sommer: Wenn Werder Bremen, der VfB Stuttgart und der SC Freiburg heute ein und denselben Spieler holen wollen, haben die langjährigen Champions-League-Clubs aus Bremen und Stuttgart in der Regel keine Chance mehr. «Mit Blick auf unseren Etat sind wir in der Liga sicherlich einer der Herausforderer», sagte Filbry. «Auch wenn man die Einnahmen aus der Verteilung der TV-Gelder betrachtet, stehen wir auf einem der hinteren Plätze.»

Sechs neue Spieler holte Werder nach dem Wiederaufstieg. Nur der Däne Jens Stage (FC Kopenhagen) und der Verteidiger Amos Pieper (Arminia Bielefeld) werden in Wolfsburg wahrscheinlich in der Startelf stehen. Ansonsten soll es das Aufstiegsteam richten. «Ich freue mich auf die neuen Herausforderungen und die Erfahrungen, die wir als Mannschaft machen werden», sagte Trainer Ole Werner vor seinem Bundesliga-Debüt. «Egal gegen wen wir spielen: Wir wollen unseren Fußball zeigen!»


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