Flucht Ukraine-Konsulat vermisst Welle der Hilfsbereitschaft Das ukrainische Generalkonsulat in Hamburg hat die Menschen in Norddeutschland um weitere Hilfe für Kriegsflüchtlinge gebeten. «Die Hilfsbereitschaft der Bürgerinnen und Bürgern in Hamburg sowie in ganz Norddeutschland war seit Beginn des Krieges beispiellos. Auch die Landesregierungen haben ihre starke Solidarität mit der Ukraine demonstriert», erklärte der Sprecher der Konsulats, Alexander Blümel. Allerdings habe sich die humanitäre Lage im Vergleich zu den ersten Monaten des Krieges nicht verbessert. Im Gegenteil, aufgrund des ständigen Beschusses von Wohngebieten und ziviler Infrastruktur benötigten immer mehr Ukrainer und auch die lokalen Behörden Unterstützung. «Gleichzeitig fehlt die Welle der humanitären Hilfe für die Ukraine, die wir im Frühjahr gespürt haben, schmerzlich», sagte Blümel. Er fügte hinzu: «Ich hoffe wirklich, dass die deutsche Gesellschaft, die sich aus offensichtlichen Gründen vor dem Winter sorgt, denjenigen, die sich in einer noch kritischeren Situation befinden, erneut eine solche Sympathie und freundliche Unterstützung entgegenbringen kann, wie zu Beginn des Krieges.» Seit Ende Februar sind nach offiziellen Angaben mehr als 40.000 ukrainische Kriegsflüchtlinge nach Schleswig-Holstein gekommen. Niedersachsen hat laut dem Innenministerium in Hannover mehr als 100.000 Menschen aufgenommen. Nach Hamburg kamen etwa 38.000 Flüchtlinge. Bislang seien etwa 50 Prozent von ihnen privat untergekommen, sagte Innensenator Andy Grote (SPD) am Donnerstag. Jetzt seien es nun nur noch etwa 30 Prozent. Das Generalkonsulat bezifferte die Gesamtzahl der ukrainischen Flüchtlinge in seinem Zuständigkeitsbereich, zu dem auch Bremen gehört, auf mehr als 200.000. Angesichts der jüngsten militärischen Erfolge sei die Stimmung unter den Ukrainern in Deutschland hoffnungsvoll, erklärte Blümel. Zugleich gebe es aber eine große Niedergeschlagenheit, was nicht an der Betreuung und Unterbringung der Schutzsuchenden liege. Viele ukrainische Städte und Dörfer seien von der russischen Armee besetzt und Existenzen vollständig zerstört worden. Ehemänner, Väter und Brüder, die für die Freiheit kämpften, seien in Lebensgefahr. Mehr als ein Drittel der Flüchtlinge seien Kinder und Jugendliche. Sie hätten teilweise traumatische Erlebnisse hinter sich. In Deutschland kümmerten sich zahlreiche Initiativen und Projekte von Unternehmen vor allem um ukrainische Kinder. «Nach allem, was unsere Landsleute aufgrund des russischen Angriffs durchmachen mussten, ist diese Haltung Deutschlands unbezahlbar», erklärte der Sprecher des Generalkonsulats.
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Ukraine-Konsulat vermisst Welle der Hilfsbereitschaft

© Evgeniy Maloletka/AP/dpa

Das ukrainische Generalkonsulat in Hamburg hat die Menschen in Norddeutschland um weitere Hilfe für Kriegsflüchtlinge gebeten. «Die Hilfsbereitschaft der Bürgerinnen und Bürgern in Hamburg sowie in ganz Norddeutschland war seit Beginn des Krieges beispiellos. Auch die Landesregierungen haben ihre starke Solidarität mit der Ukraine demonstriert», erklärte der Sprecher der Konsulats, Alexander Blümel.

Allerdings habe sich die humanitäre Lage im Vergleich zu den ersten Monaten des Krieges nicht verbessert. Im Gegenteil, aufgrund des ständigen Beschusses von Wohngebieten und ziviler Infrastruktur benötigten immer mehr Ukrainer und auch die lokalen Behörden Unterstützung. «Gleichzeitig fehlt die Welle der humanitären Hilfe für die Ukraine, die wir im Frühjahr gespürt haben, schmerzlich», sagte Blümel. Er fügte hinzu: «Ich hoffe wirklich, dass die deutsche Gesellschaft, die sich aus offensichtlichen Gründen vor dem Winter sorgt, denjenigen, die sich in einer noch kritischeren Situation befinden, erneut eine solche Sympathie und freundliche Unterstützung entgegenbringen kann, wie zu Beginn des Krieges.»

Seit Ende Februar sind nach offiziellen Angaben mehr als 40.000 ukrainische Kriegsflüchtlinge nach Schleswig-Holstein gekommen. Niedersachsen hat laut dem Innenministerium in Hannover mehr als 100.000 Menschen aufgenommen. Nach Hamburg kamen etwa 38.000 Flüchtlinge. Bislang seien etwa 50 Prozent von ihnen privat untergekommen, sagte Innensenator Andy Grote (SPD) am Donnerstag. Jetzt seien es nun nur noch etwa 30 Prozent. Das Generalkonsulat bezifferte die Gesamtzahl der ukrainischen Flüchtlinge in seinem Zuständigkeitsbereich, zu dem auch Bremen gehört, auf mehr als 200.000.

Angesichts der jüngsten militärischen Erfolge sei die Stimmung unter den Ukrainern in Deutschland hoffnungsvoll, erklärte Blümel. Zugleich gebe es aber eine große Niedergeschlagenheit, was nicht an der Betreuung und Unterbringung der Schutzsuchenden liege. Viele ukrainische Städte und Dörfer seien von der russischen Armee besetzt und Existenzen vollständig zerstört worden. Ehemänner, Väter und Brüder, die für die Freiheit kämpften, seien in Lebensgefahr.

Mehr als ein Drittel der Flüchtlinge seien Kinder und Jugendliche. Sie hätten teilweise traumatische Erlebnisse hinter sich. In Deutschland kümmerten sich zahlreiche Initiativen und Projekte von Unternehmen vor allem um ukrainische Kinder. «Nach allem, was unsere Landsleute aufgrund des russischen Angriffs durchmachen mussten, ist diese Haltung Deutschlands unbezahlbar», erklärte der Sprecher des Generalkonsulats.

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