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Tiere Neues Zuhause auf Baltrum: Alpakas schnuppern Nordseeluft Die Nordsee fast in Spuckweite: Eine kleine Alpaka-Herde hat auf der ostfriesischen Insel Baltrum eine neue Heimat gefunden. Nach gut eineinhalb Jahren hätten sich die Tiere sehr gut eingelebt, sagte Besitzerin Sandra Bruns-Strenge. Das oft raue Nordseeklima störe die Tiere nicht. «Alpakas sind da sehr robust», sagte die Insulanerin. «Die sind recht entspannt, auch wenn es windig ist oder regnet, sind sie eigentlich immer draußen.» Dass die Vierbeiner überhaupt nach Baltrum kamen, war ein Zufall. Lange hatte Sandra Bruns-Strenge mit ihrem Mann Klaus nach Tieren für ihre leere Weide gesucht. Eine Kuh, Schweine oder Gänse? Alle Ideen seien wieder verworfen worden. Alpakas, die das Insulaner-Ehepaar vor rund 15 Jahren in einem Urlaub kennen lernte, hätten sie gern gehabt. Aber: «Das war immer eine Schnapsidee», sagte Bruns-Strenge. «Alpakas auf einer Insel?» Schließlich berichtete ein Freund des Ehepaares von einem Besitzer in Nordrhein-Westfalen, der für seine Herde mit damals sechs Tieren ein neues Zuhause suchte. «Das war Schicksal», sagte Bruns-Strenge. Die Eheleute fuhren hin, sagten zu und holten die sechs Huacaya-Stuten schließlich per Auto und Schiff auf die Nordseeinsel. Mittlerweile haben zwei Stuten noch Nachwuchs bekommen, so dass nun auch die Fohlen «Fidi» und «Grisu» auf der Weide Nordseeluft schnuppern. Damit die Tiere überhaupt auf die 475-Einwohner-Insel kommen durften, besuchte das Ehepaar nach eigenen Angaben Kurse und Seminare, holte Genehmigungen ein und sprach mit der Inselgemeinde. Dass andere Insulaner sich durch die Tiere gestört fühlten sei die Ausnahme, beteuert Bruns-Strenge. «Die meisten fanden das super.» Auch auf Baltrums Nachbarinsel Langeoog gibt es übrigens eine Alpaka-Herde: Dort sind die Tiere über das Sommerhalbjahr zu Gast. Den meisten Urlaubsgästen werden die Vierbeiner auf ihrer abseits gelegenen Weide im Ostdorf aber verborgen bleiben. Wanderungen über die Insel möchte das Ehepaar nicht anbieten. Denn Alpakas seien sehr sensibel und mitunter ängstlich, sagt Bruns-Strenge. Scheppernden Kofferwagen und Fahrrädern oder neugierigen Hunden sollen die Tiere möglichst nicht ausgesetzt werden. Auch Tierschutzorganisationen wie der Deutsche Tierschutzbund oder Peta sehen Alpaka-Wanderungen kritisch. Als Flucht- und Distanzstiere seien Alpakas nicht auf Körperkontakt aus, teilte etwa Peta kürzlich mit. Nur mit Glück sind die Vierbeiner für Gäste doch auf Baltrum zu entdecken, etwa wenn die Insulaner mit ihnen abseits der Saison einen Spaziergang zum Strand machen. «Da muss man zur rechten Zeit am rechten Ort sein», sagte Bruns-Strenge. Wer die Tiere verpasst, kann sie zumindest im Internet verfolgen, wo die Besitzer auf dem Instagram-Account @inselalpakas Einblicke geben.
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Neues Zuhause auf Baltrum: Alpakas schnuppern Nordseeluft

Zwei Alpakas fressen Gras und Heu auf einer Wiese auf Baltrum. © Sandra Bruns-Strenge/Gemeinde Baltrum/dpa/Archivbild

Die Nordsee fast in Spuckweite: Eine kleine Alpaka-Herde hat auf der ostfriesischen Insel Baltrum eine neue Heimat gefunden. Nach gut eineinhalb Jahren hätten sich die Tiere sehr gut eingelebt, sagte Besitzerin Sandra Bruns-Strenge. Das oft raue Nordseeklima störe die Tiere nicht. «Alpakas sind da sehr robust», sagte die Insulanerin. «Die sind recht entspannt, auch wenn es windig ist oder regnet, sind sie eigentlich immer draußen.»

Dass die Vierbeiner überhaupt nach Baltrum kamen, war ein Zufall. Lange hatte Sandra Bruns-Strenge mit ihrem Mann Klaus nach Tieren für ihre leere Weide gesucht. Eine Kuh, Schweine oder Gänse? Alle Ideen seien wieder verworfen worden. Alpakas, die das Insulaner-Ehepaar vor rund 15 Jahren in einem Urlaub kennen lernte, hätten sie gern gehabt. Aber: «Das war immer eine Schnapsidee», sagte Bruns-Strenge. «Alpakas auf einer Insel?»

Schließlich berichtete ein Freund des Ehepaares von einem Besitzer in Nordrhein-Westfalen, der für seine Herde mit damals sechs Tieren ein neues Zuhause suchte. «Das war Schicksal», sagte Bruns-Strenge. Die Eheleute fuhren hin, sagten zu und holten die sechs Huacaya-Stuten schließlich per Auto und Schiff auf die Nordseeinsel. Mittlerweile haben zwei Stuten noch Nachwuchs bekommen, so dass nun auch die Fohlen «Fidi» und «Grisu» auf der Weide Nordseeluft schnuppern.

Damit die Tiere überhaupt auf die 475-Einwohner-Insel kommen durften, besuchte das Ehepaar nach eigenen Angaben Kurse und Seminare, holte Genehmigungen ein und sprach mit der Inselgemeinde. Dass andere Insulaner sich durch die Tiere gestört fühlten sei die Ausnahme, beteuert Bruns-Strenge. «Die meisten fanden das super.» Auch auf Baltrums Nachbarinsel Langeoog gibt es übrigens eine Alpaka-Herde: Dort sind die Tiere über das Sommerhalbjahr zu Gast.

Den meisten Urlaubsgästen werden die Vierbeiner auf ihrer abseits gelegenen Weide im Ostdorf aber verborgen bleiben. Wanderungen über die Insel möchte das Ehepaar nicht anbieten. Denn Alpakas seien sehr sensibel und mitunter ängstlich, sagt Bruns-Strenge. Scheppernden Kofferwagen und Fahrrädern oder neugierigen Hunden sollen die Tiere möglichst nicht ausgesetzt werden. Auch Tierschutzorganisationen wie der Deutsche Tierschutzbund oder Peta sehen Alpaka-Wanderungen kritisch. Als Flucht- und Distanzstiere seien Alpakas nicht auf Körperkontakt aus, teilte etwa Peta kürzlich mit.

Nur mit Glück sind die Vierbeiner für Gäste doch auf Baltrum zu entdecken, etwa wenn die Insulaner mit ihnen abseits der Saison einen Spaziergang zum Strand machen. «Da muss man zur rechten Zeit am rechten Ort sein», sagte Bruns-Strenge. Wer die Tiere verpasst, kann sie zumindest im Internet verfolgen, wo die Besitzer auf dem Instagram-Account @inselalpakas Einblicke geben.


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