Klimakrise Landesbetrieb: Extremes Niedrigwasser bedroht Lebensräume Der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz hat angesichts der Trockenheit vor extremen Niedrigwasserständen vieler Gewässer gewarnt. «Durch Niedrigwasser geht Lebensraum für Pflanzen und Tiere verloren», sagte Astrid Deek, die Geschäftsbereichsleiterin des Landesbetriebs in Braunschweig. Dies sei nicht zuletzt die Folge menschlichen Handelns: «Aufgrund der Begradigung zahlreicher Gewässer in den vergangenen Jahrzehnten gibt es zu wenige naturnahe Gewässer, von denen aus sich die gewässertypischen Arten wieder ausbreiten könnten», sagte sie. Deek betonte, es gebe schon lange ein stilles Sterben in den Gewässern, verursacht durch Ausbau und Übernutzung in der Vergangenheit: «Die Gewässer sind insbesondere im vergangenen Jahrhundert mit dem Ziel einer schnellen Wasserabführung begradigt und ausgebaut worden, dass sie kaum noch eine Resilienz gegenüber solchen Extremereignissen haben», sagte sie. Hohe Temperaturen und geringer Abfluss wirken sich nach Einschätzung der Gewässerbiologin Claudia Wolff auf ausgebaute Gewässer besonders stark aus, wenn Ufergehölze fehlen und die Fließgeschwindigkeit des aufgestauten Wassers gering ist. Dann erwärme sich das Wasser besonders stark, und der Sauerstoffgehalt werde kritisch. «Es fehlen tiefere Rinnen und Stellen, in denen sich das wenige Wasser sammeln könnte, wohin sich die Tiere zurückziehen könnten», sagte sie. Wegen der Begradigung hätten sich viele Gewässer tief eingegraben, was die Landschaft entwässere und die Dürre verschärfe. Ein nachhaltiges Wassermengenmanagement könne das Wasser in regenreichen Zeiten in der Landschaft zurückhalten, mahnte der Landesbetrieb - der außerdem auf eine naturnahe Entwicklung von Bächen und Flüssen setzt: Mäandrierende Gewässerläufe und naturnahe Strukturen mit Totholz, Kiesbänken und Ufergehölzen lassen demnach Lebensräume entstehen, die Tieren Rückzugsräume bei Hoch- und Niedrigwasser bieten und zum Wasserrückhalt beitragen.
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Landesbetrieb: Extremes Niedrigwasser bedroht Lebensräume

© Philipp Schulze/dpa/Symbolbild

Der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz hat angesichts der Trockenheit vor extremen Niedrigwasserständen vieler Gewässer gewarnt. «Durch Niedrigwasser geht Lebensraum für Pflanzen und Tiere verloren», sagte Astrid Deek, die Geschäftsbereichsleiterin des Landesbetriebs in Braunschweig. Dies sei nicht zuletzt die Folge menschlichen Handelns: «Aufgrund der Begradigung zahlreicher Gewässer in den vergangenen Jahrzehnten gibt es zu wenige naturnahe Gewässer, von denen aus sich die gewässertypischen Arten wieder ausbreiten könnten», sagte sie.

Deek betonte, es gebe schon lange ein stilles Sterben in den Gewässern, verursacht durch Ausbau und Übernutzung in der Vergangenheit: «Die Gewässer sind insbesondere im vergangenen Jahrhundert mit dem Ziel einer schnellen Wasserabführung begradigt und ausgebaut worden, dass sie kaum noch eine Resilienz gegenüber solchen Extremereignissen haben», sagte sie.

Hohe Temperaturen und geringer Abfluss wirken sich nach Einschätzung der Gewässerbiologin Claudia Wolff auf ausgebaute Gewässer besonders stark aus, wenn Ufergehölze fehlen und die Fließgeschwindigkeit des aufgestauten Wassers gering ist. Dann erwärme sich das Wasser besonders stark, und der Sauerstoffgehalt werde kritisch. «Es fehlen tiefere Rinnen und Stellen, in denen sich das wenige Wasser sammeln könnte, wohin sich die Tiere zurückziehen könnten», sagte sie. Wegen der Begradigung hätten sich viele Gewässer tief eingegraben, was die Landschaft entwässere und die Dürre verschärfe.

Ein nachhaltiges Wassermengenmanagement könne das Wasser in regenreichen Zeiten in der Landschaft zurückhalten, mahnte der Landesbetrieb - der außerdem auf eine naturnahe Entwicklung von Bächen und Flüssen setzt: Mäandrierende Gewässerläufe und naturnahe Strukturen mit Totholz, Kiesbänken und Ufergehölzen lassen demnach Lebensräume entstehen, die Tieren Rückzugsräume bei Hoch- und Niedrigwasser bieten und zum Wasserrückhalt beitragen.


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