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Konflikt Nach Tarifverhandlungen - IG Metall kündigt Warnstreiks an Nach dem ersten Angebot der Arbeitgeber stehen in der Metall- und Elektroindustrie in Norddeutschland die Zeichen auf Warnstreik. Die IG Metall Küste lehnte die am Donnerstag vorgelegte Arbeitgeberofferte ab und kündigte Warnstreiks an, die bereits in der Nacht zum Samstag (29. Oktober) beginnen sollen. Dafür entschied man sich auf Bezirksebene einstimmig, wie der Sprecher der IG Metall Küste am Donnerstagnachmittag sagte. «Dem Angebot fehlt der Wumms. Außer bei der Einmalzahlung von 3000 Euro bleiben die Arbeitgeber im Ungefähren», hatte der Bezirksleiter der IG Metall Küste, Daniel Friedrich, nach der dritten Verhandlungsrunde in Bremen zuvor gesagt. Die norddeutschen Metall- und Elektro-Arbeitgeber hatten angeboten, eine Einmalzahlung in Höhe von 3000 Euro für eine Laufzeit von 30 Monaten zu zahlen. Eine zusätzlich zu der Prämie gezahlte Tabellenerhöhung, also eine dauerhafte Erhöhung der in Tabellen festgehaltenen Gehälter, sei denkbar, sagte die Nordmetall-Verhandlungsführerin Lena Ströbele. Die IG Metall Küste fordert für die knapp 130.000 Beschäftigten der norddeutschen Metall- und Elektroindustrie 8,0 Prozent mehr Geld bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Ströbele, die Personaldirektorin der Unternehmensgruppe Lürssen, verteidigte am Donnerstag das Angebot der Arbeitgeber. «Extreme Belastungen treffen in diesen Monaten Industrie wie Arbeitnehmer», sagte sie. «Eine steuer- und abgabenfreie Sonderzahlung hilft unseren Beschäftigten unmittelbar, besonders denen in den unteren Lohngruppen.» Dauerhaft wirksame Tabellenerhöhungen seien erst denkbar, wenn es eine dauerhafte wirtschaftliche Erholung gebe, sagte Ströbele. Die IG Metall Küste drängt nach eigenen Angaben auf eine schnelle Lösung. Dem Arbeitgeberverband warf die Gewerkschaft Verzögerung vor. «Mit Abwarten und taktischen Spielchen haben sie die Zeit für eine Lösung in der Friedenspflicht verspielt», sagte Friedrich. Die Verhandlungen sollen am 10. November in Hamburg fortgesetzt werden. Am Donnerstag gab es ähnliche Tarifgespräche in den Bezirken Bayern, Baden-Württemberg und Mitte. Die Verhandlungen werden üblicherweise zunächst regional geführt, bis in einem intern verabredeten Pilotbezirk ein Modell-Kompromiss angestrebt wird, der dann von den übrigen Tarifgebieten übernommen werden kann. Seit 1999 wurden derartige Pilotabschlüsse ausschließlich in Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und in einem Fall auch in Bayern verabredet. Die IG Metall Küste vertritt Arbeitnehmer der Metall- und Elektroindustrie aus Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Hamburg, Bremen und dem nordwestlichen Niedersachsen. Nordmetall nimmt in der Region die Interessen von 250 Unternehmen der Branchen wahr.
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Nach Tarifverhandlungen - IG Metall kündigt Warnstreiks an

Eine Fahne mit dem Logo der IG Metall wird hochgehalten. © Daniel Bockwoldt/dpa/Daniel Bockwoldt/Symbolbild

Nach dem ersten Angebot der Arbeitgeber stehen in der Metall- und Elektroindustrie in Norddeutschland die Zeichen auf Warnstreik. Die IG Metall Küste lehnte die am Donnerstag vorgelegte Arbeitgeberofferte ab und kündigte Warnstreiks an, die bereits in der Nacht zum Samstag (29. Oktober) beginnen sollen. Dafür entschied man sich auf Bezirksebene einstimmig, wie der Sprecher der IG Metall Küste am Donnerstagnachmittag sagte. «Dem Angebot fehlt der Wumms. Außer bei der Einmalzahlung von 3000 Euro bleiben die Arbeitgeber im Ungefähren», hatte der Bezirksleiter der IG Metall Küste, Daniel Friedrich, nach der dritten Verhandlungsrunde in Bremen zuvor gesagt.

Die norddeutschen Metall- und Elektro-Arbeitgeber hatten angeboten, eine Einmalzahlung in Höhe von 3000 Euro für eine Laufzeit von 30 Monaten zu zahlen. Eine zusätzlich zu der Prämie gezahlte Tabellenerhöhung, also eine dauerhafte Erhöhung der in Tabellen festgehaltenen Gehälter, sei denkbar, sagte die Nordmetall-Verhandlungsführerin Lena Ströbele. Die IG Metall Küste fordert für die knapp 130.000 Beschäftigten der norddeutschen Metall- und Elektroindustrie 8,0 Prozent mehr Geld bei einer Laufzeit von zwölf Monaten.

Ströbele, die Personaldirektorin der Unternehmensgruppe Lürssen, verteidigte am Donnerstag das Angebot der Arbeitgeber. «Extreme Belastungen treffen in diesen Monaten Industrie wie Arbeitnehmer», sagte sie. «Eine steuer- und abgabenfreie Sonderzahlung hilft unseren Beschäftigten unmittelbar, besonders denen in den unteren Lohngruppen.» Dauerhaft wirksame Tabellenerhöhungen seien erst denkbar, wenn es eine dauerhafte wirtschaftliche Erholung gebe, sagte Ströbele.

Die IG Metall Küste drängt nach eigenen Angaben auf eine schnelle Lösung. Dem Arbeitgeberverband warf die Gewerkschaft Verzögerung vor. «Mit Abwarten und taktischen Spielchen haben sie die Zeit für eine Lösung in der Friedenspflicht verspielt», sagte Friedrich. Die Verhandlungen sollen am 10. November in Hamburg fortgesetzt werden.

Am Donnerstag gab es ähnliche Tarifgespräche in den Bezirken Bayern, Baden-Württemberg und Mitte. Die Verhandlungen werden üblicherweise zunächst regional geführt, bis in einem intern verabredeten Pilotbezirk ein Modell-Kompromiss angestrebt wird, der dann von den übrigen Tarifgebieten übernommen werden kann. Seit 1999 wurden derartige Pilotabschlüsse ausschließlich in Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und in einem Fall auch in Bayern verabredet.

Die IG Metall Küste vertritt Arbeitnehmer der Metall- und Elektroindustrie aus Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Hamburg, Bremen und dem nordwestlichen Niedersachsen. Nordmetall nimmt in der Region die Interessen von 250 Unternehmen der Branchen wahr.


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