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Tiere Friesland und Wittmund: Behörde gibt Wolf zum Abschuss frei Nach Wolfsrissen und Wolfsichtungen in den Landkreisen Friesland und Wittmund darf dort ein Wolf mit einer artenschutzrechtlichen Ausnahmegenehmigung abgeschossen werden. Eine entsprechende Genehmigung zur Tötung des Tieres habe der zuständige Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKKN) am Mittwoch erlassen, teilte das Umweltministerium in Hannover mit. Die Entscheidung sei im Einvernehmen mit den zuständigen Jagdbehörden getroffen worden. Den Angaben zufolge hatte es in den Landkreisen seit Juli vermehrt nachweisliche Wolfsrisse gegeben, bei denen sieben Rinder gerissen wurden. Vergangene Woche hatte zudem eine Schülerin in Friesland einen Wolf auf einem Acker an ihrem Schulweg gesichtet. Die Jagd auf die geschützten Wölfe ist nur zulässig, wenn eine Ausnahmegenehmigung nach dem Bundesnaturschutzgesetz vorliegt. Die rechtlichen Voraussetzungen dafür seien erfüllt, teilte das Ministerium mit. Die Entnahme sei räumlich und zeitlich beschränkt und habe «keine nachteiligen Auswirkungen» auf die Wolfspopulation in Niedersachsen. «Der Wolf ist nicht nur in Niedersachsen in seinem Bestand nicht mehr bedroht», sagte Umweltminister Olaf Lies (SPD) in einer Mitteilung. «Das sage ich gerade auch an die Adresse derjenigen im Land, die sagen, wir würden mit unserem Vorgehen die Ausrottung des Wolfes billigend in Kauf nehmen.» Seinen Angaben zufolge gibt es mindestens 44 Rudel mit etwa 400 Wölfen in Niedersachsen. Der Nabu in Niedersachsen sieht die Abschussgenehmigung für den Wolf kritisch und plädiert dafür, neben Schafen auch Rinder mit Herdenschutzmaßnahmen zu schützen. «Die offizielle Nutztierrissstatistik Niedersachsens belegt, dass Schadensfälle vor allem dort auftreten, wo kein entsprechender Herdenschutz durchgeführt wurde. In Gegenden, in denen der Wolf länger präsent ist und in denen bereits seit längerem Herdenschutz betrieben wird, gehen die Risszahlen nachweislich zurück», sagte der Landesvorsitzende Holger Buschmann in einer Mitteilung.
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Friesland und Wittmund: Behörde gibt Wolf zum Abschuss frei

© Torsten Beuster/-/dpa/Symbolbild

Nach Wolfsrissen und Wolfsichtungen in den Landkreisen Friesland und Wittmund darf dort ein Wolf mit einer artenschutzrechtlichen Ausnahmegenehmigung abgeschossen werden. Eine entsprechende Genehmigung zur Tötung des Tieres habe der zuständige Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKKN) am Mittwoch erlassen, teilte das Umweltministerium in Hannover mit. Die Entscheidung sei im Einvernehmen mit den zuständigen Jagdbehörden getroffen worden.

Den Angaben zufolge hatte es in den Landkreisen seit Juli vermehrt nachweisliche Wolfsrisse gegeben, bei denen sieben Rinder gerissen wurden. Vergangene Woche hatte zudem eine Schülerin in Friesland einen Wolf auf einem Acker an ihrem Schulweg gesichtet. Die Jagd auf die geschützten Wölfe ist nur zulässig, wenn eine Ausnahmegenehmigung nach dem Bundesnaturschutzgesetz vorliegt.

Die rechtlichen Voraussetzungen dafür seien erfüllt, teilte das Ministerium mit. Die Entnahme sei räumlich und zeitlich beschränkt und habe «keine nachteiligen Auswirkungen» auf die Wolfspopulation in Niedersachsen. «Der Wolf ist nicht nur in Niedersachsen in seinem Bestand nicht mehr bedroht», sagte Umweltminister Olaf Lies (SPD) in einer Mitteilung. «Das sage ich gerade auch an die Adresse derjenigen im Land, die sagen, wir würden mit unserem Vorgehen die Ausrottung des Wolfes billigend in Kauf nehmen.» Seinen Angaben zufolge gibt es mindestens 44 Rudel mit etwa 400 Wölfen in Niedersachsen.

Der Nabu in Niedersachsen sieht die Abschussgenehmigung für den Wolf kritisch und plädiert dafür, neben Schafen auch Rinder mit Herdenschutzmaßnahmen zu schützen. «Die offizielle Nutztierrissstatistik Niedersachsens belegt, dass Schadensfälle vor allem dort auftreten, wo kein entsprechender Herdenschutz durchgeführt wurde. In Gegenden, in denen der Wolf länger präsent ist und in denen bereits seit längerem Herdenschutz betrieben wird, gehen die Risszahlen nachweislich zurück», sagte der Landesvorsitzende Holger Buschmann in einer Mitteilung.

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