Energie Erdgasfeld an niederländischer Grenze darf vergrößert werden Der Erdgas- und Erdölförderer Neptune Energy darf ein bestehendes Feld an der niederländischen Grenze grundsätzlich erweitern. Das niedersächsische Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) erteilte dem Unternehmen nach Angaben vom Donnerstag die Bewilligung, das Gebiet in der Grafschaft Bentheim und im Kreis Emsland nahe dem kleinen Ort Adorf von bisher 24 auf 63 Quadratkilometer auszudehnen. Dies umfasst aber noch keine konkrete Fördergenehmigung, wie ein Sprecher der Behörde in Hannover erklärte - ähnlich wie bei dem neuen Bohrprojekt vor der Nordseeinsel Borkum. In Niedersachsen liegt der Großteil der bekannten deutschen Erdgasreserven an Land. Diese sollen angesichts der russischen Lieferkürzungen und des Ukraine-Krieges jetzt stärker genutzt werden - jahrelang war die heimischen Förderung zuvor rückläufig. Neptune Energy ist auch in anderen Bundesländern wie Sachsen-Anhalt oder Rheinland-Pfalz als Erdgas- und Erdölproduzent aktiv. Zum Umfang der in Adorf erwarteten Gasmenge wurden keine Details genannt. Laut LBEG gab es aber «neue Erkenntnisse zur Ausdehnung der Lagerstätte». Im Fall des Vorhabens nordwestlich von Borkum hatte das Amt kürzlich einem Konsortium um das niederländische Unternehmen One-Dyas eine weitere Bewilligung gegeben. Diese gilt für ein zusätzliches Feld, das nördlich an ein bereits Ende Mai bewilligtes anschließt. Hier wird eine Fördermenge von mehreren Milliarden Kubikmetern Erdgas vermutet. Die Projekte stoßen bei Klimaschützern auf heftige Kritik. Zuletzt hatte es zwischen Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und seinem niedersächsischen Kollegen Stephan Weil (SPD) auch einen Schlagabtausch über die Frage gegeben, ob womöglich neue, umweltverträglichere Fracking-Methoden in der Förderung zum Einsatz kommen könnten. Weil lehnt dies ab. Große Mengen des Gases, das aus den USA in verflüssigter Form (LNG) bald direkt nach Deutschland kommen soll, werden dort mit dem umstrittenen Verfahren gewonnen.
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Erdgasfeld an niederländischer Grenze darf vergrößert werden

© Patrick Pleul/dpa/Symbolbild

Der Erdgas- und Erdölförderer Neptune Energy darf ein bestehendes Feld an der niederländischen Grenze grundsätzlich erweitern. Das niedersächsische Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) erteilte dem Unternehmen nach Angaben vom Donnerstag die Bewilligung, das Gebiet in der Grafschaft Bentheim und im Kreis Emsland nahe dem kleinen Ort Adorf von bisher 24 auf 63 Quadratkilometer auszudehnen. Dies umfasst aber noch keine konkrete Fördergenehmigung, wie ein Sprecher der Behörde in Hannover erklärte - ähnlich wie bei dem neuen Bohrprojekt vor der Nordseeinsel Borkum.

In Niedersachsen liegt der Großteil der bekannten deutschen Erdgasreserven an Land. Diese sollen angesichts der russischen Lieferkürzungen und des Ukraine-Krieges jetzt stärker genutzt werden - jahrelang war die heimischen Förderung zuvor rückläufig. Neptune Energy ist auch in anderen Bundesländern wie Sachsen-Anhalt oder Rheinland-Pfalz als Erdgas- und Erdölproduzent aktiv. Zum Umfang der in Adorf erwarteten Gasmenge wurden keine Details genannt. Laut LBEG gab es aber «neue Erkenntnisse zur Ausdehnung der Lagerstätte».

Im Fall des Vorhabens nordwestlich von Borkum hatte das Amt kürzlich einem Konsortium um das niederländische Unternehmen One-Dyas eine weitere Bewilligung gegeben. Diese gilt für ein zusätzliches Feld, das nördlich an ein bereits Ende Mai bewilligtes anschließt. Hier wird eine Fördermenge von mehreren Milliarden Kubikmetern Erdgas vermutet. Die Projekte stoßen bei Klimaschützern auf heftige Kritik.

Zuletzt hatte es zwischen Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und seinem niedersächsischen Kollegen Stephan Weil (SPD) auch einen Schlagabtausch über die Frage gegeben, ob womöglich neue, umweltverträglichere Fracking-Methoden in der Förderung zum Einsatz kommen könnten. Weil lehnt dies ab. Große Mengen des Gases, das aus den USA in verflüssigter Form (LNG) bald direkt nach Deutschland kommen soll, werden dort mit dem umstrittenen Verfahren gewonnen.

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