Zwei Bad Oeynhausener Brücken werden saniert - A2 wird zur Dauerbaustelle Jörg Stuke Bad Oeynhausen (nw). Die zweite Jahreshälfte wird der Autobahn 2 in Bad Oeynhausen eine Dauer-Baustelle bescheren. Oder besser gesagt: zwei. Denn gleich zwei Brücken will Straßen NRW von Juli an parallel reparieren lassen: die Weserflutbrücke und die Weserstrombrücke. Dabei ist die erneute Sanierung der Weserflutbrücke keine Überraschung. Denn schon im vergangenen Jahr war nach der Reparatur der Fahrbahnübergänge an dem Bauwerk, das die A 2 über die Wiesen vor der Weser führt, klar, dass dies nur ein Provisorium sein würde. „Dann aber haben wir festgestellt, dass wir in diesem Jahr auch die Übergänge an der Weserstrombrücke sanieren müssen“, berichtet Thorsten Hild, Abteilungsleiter für Brückenbau bei Straßen NRW Hamm, dem für die Unterhaltung der Autobahnen zuständigen Landesbetrieb. Sechs Monate Bauzeit kalkuliert Hild für die Instandsetzung der Weserquerung der A2. „Wir würden damit gern Anfang Juli loslegen und hoffen dann, vor dem Jahreswechsel fertig zu sein.“ Und da dann sowieso Fahrbahnsperrungen notwendig sein werden, wollen die Brückenbauer diese Zeit nutzen, um parallel auch die Weserflutbrücke erneut zu sanieren. Allerdings steht der genaue Starttermin noch nicht fest. Der soll am 17. Juni in einem gemeinsamen Gespräch mit Polizei, der Stadt Bad Oeynhausen und der Autobahnmeisterei abgestimmt werden, berichtet Hild. Dabei soll es auch um die Verkehrsführung durch die Baustelle gehen. „Wir planen diesmal, auch in der Bauphase jeweils drei Fahrspuren in jede Fahrtrichtung zu erhalten“, kündigt Hild an. Dazu müsse eine Fahrspur mit auf die Gegenfahrbahn verlegt werden, um auf der anderen Seite Platz zum Bauen zu gewinnen. Die Spuren werden also entsprechend verengt werden. „Dadurch hoffen wir, dass wir das ganz große Verkehrschaos vermeiden können“, sagt der Abteilungsleiter von Straßen NRW. Bei den vergangenen Sanierungsarbeiten hatte die Reduzierung auf zwei Spuren je Fahrtrichtung zu erheblichen Behinderungen geführt, die teilweise bis weit in den Bad Oeynhausener Stadtverkehr und bis auf die A 30 wirkten. Mit einem angestrebten Baubeginn Anfang Juli kommen die Sanierungsarbeiten aber auch in den Bereich der Sommerferien. In NRW beginnen sie am 29. Juni, in Niedersachsen am 16. Juli. Auch wenn die Reisewelle im Corona-Jahr womöglich nicht ganz so mächtig wird wie in anderen Jahren, versichert Hild doch: „Wir werden die Baustelle aber nicht ausgerechnet zum Ferienbeginn einrichten.“ Obwohl Straßen NRW für die Arbeiten an der Weserstrombrücke ein halbes Jahr kalkuliert, erwartet der Landesbetrieb hier keine besonderen Probleme. Das war bei der Weserflutbrücke anders, die bereits zwei größere Reparaturversuche hinter sich hat und nun ein drittes Mal angepackt wird. Denn die Probleme hier sind grundsätzlicher Art. „Das ist einfach Murks“, lautet Hilds Urteil. Murks, der 1977 entstand, als an die alte, noch zu Hitlers Zeiten 1938 erbaute Brücke eine weitere angebaut wurde, um die Fahrbahn zu verbreitern. Doch weil Hitlers Brücke aus Beton und Mauerwerk gebaut wurde und die neue aus Stahlbeton ist, erweist sich eine vernünftige Abdichtung der Fugen zwischen beiden als schwierig. Ganz besonders dort, wo die Längsfugen auch noch auf die queren Dehnungsfugen der Brücke treffen. 2018 musste Straßen NRW die gesamte Brücke bereits „notfallmäßig“ reparieren, weil die Querfugen beschädigt waren. Während die Reparatur mit einem flummiartigen Kunststoff (eine Polyurethanmischung mit Polymerbeton) in Richtung Osnabrück und Dortmund klappte, ging die Reparatur auf der Gegenfahrbahn in Richtung Hannover schief. Straßen NRW pochte auf Gewährleistung. Im Sommer 2019 wurden die Querfugen erneut geöffnet und provisorisch mit Gussasphalt verschlossen. Diese letzte Reparatur sollte lediglich die Zeit überbrücken, bis eine längerfristige Lösung gefunden ist. Die soll nun in den kleineren Fugen wieder mit einem Spezialkunststoff und in den großen Fugen mit einer wellenförmigen Stahlblechkonstruktion umgesetzt werden. „Eine perfekte Lösung werden wir hier nicht bekommen“, fürchtet Hild.

Zwei Bad Oeynhausener Brücken werden saniert - A2 wird zur Dauerbaustelle

Die Weserflutbrücke der Autobahn 2 in Bad Oeynhausen muss noch einmal repariert werden. Es ist der dritte Versuch in drei Jahren, das Bauwerk instandzusetzen. Foto: Ulf Hanke © Ulf Hanke

Bad Oeynhausen (nw). Die zweite Jahreshälfte wird der Autobahn 2 in Bad Oeynhausen eine Dauer-Baustelle bescheren. Oder besser gesagt: zwei. Denn gleich zwei Brücken will Straßen NRW von Juli an parallel reparieren lassen: die Weserflutbrücke und die Weserstrombrücke.

Dabei ist die erneute Sanierung der Weserflutbrücke keine Überraschung. Denn schon im vergangenen Jahr war nach der Reparatur der Fahrbahnübergänge an dem Bauwerk, das die A 2 über die Wiesen vor der Weser führt, klar, dass dies nur ein Provisorium sein würde. „Dann aber haben wir festgestellt, dass wir in diesem Jahr auch die Übergänge an der Weserstrombrücke sanieren müssen“, berichtet Thorsten Hild, Abteilungsleiter für Brückenbau bei Straßen NRW Hamm, dem für die Unterhaltung der Autobahnen zuständigen Landesbetrieb. Sechs Monate Bauzeit kalkuliert Hild für die Instandsetzung der Weserquerung der A2. „Wir würden damit gern Anfang Juli loslegen und hoffen dann, vor dem Jahreswechsel fertig zu sein.“

Und da dann sowieso Fahrbahnsperrungen notwendig sein werden, wollen die Brückenbauer diese Zeit nutzen, um parallel auch die Weserflutbrücke erneut zu sanieren. Allerdings steht der genaue Starttermin noch nicht fest. Der soll am 17. Juni in einem gemeinsamen Gespräch mit Polizei, der Stadt Bad Oeynhausen und der Autobahnmeisterei abgestimmt werden, berichtet Hild.

Dabei soll es auch um die Verkehrsführung durch die Baustelle gehen. „Wir planen diesmal, auch in der Bauphase jeweils drei Fahrspuren in jede Fahrtrichtung zu erhalten“, kündigt Hild an. Dazu müsse eine Fahrspur mit auf die Gegenfahrbahn verlegt werden, um auf der anderen Seite Platz zum Bauen zu gewinnen. Die Spuren werden also entsprechend verengt werden. „Dadurch hoffen wir, dass wir das ganz große Verkehrschaos vermeiden können“, sagt der Abteilungsleiter von Straßen NRW. Bei den vergangenen Sanierungsarbeiten hatte die Reduzierung auf zwei Spuren je Fahrtrichtung zu erheblichen Behinderungen geführt, die teilweise bis weit in den Bad Oeynhausener Stadtverkehr und bis auf die A 30 wirkten.

Mit einem angestrebten Baubeginn Anfang Juli kommen die Sanierungsarbeiten aber auch in den Bereich der Sommerferien. In NRW beginnen sie am 29. Juni, in Niedersachsen am 16. Juli. Auch wenn die Reisewelle im Corona-Jahr womöglich nicht ganz so mächtig wird wie in anderen Jahren, versichert Hild doch: „Wir werden die Baustelle aber nicht ausgerechnet zum Ferienbeginn einrichten.“

Obwohl Straßen NRW für die Arbeiten an der Weserstrombrücke ein halbes Jahr kalkuliert, erwartet der Landesbetrieb hier keine besonderen Probleme. Das war bei der Weserflutbrücke anders, die bereits zwei größere Reparaturversuche hinter sich hat und nun ein drittes Mal angepackt wird.

Denn die Probleme hier sind grundsätzlicher Art. „Das ist einfach Murks“, lautet Hilds Urteil. Murks, der 1977 entstand, als an die alte, noch zu Hitlers Zeiten 1938 erbaute Brücke eine weitere angebaut wurde, um die Fahrbahn zu verbreitern. Doch weil Hitlers Brücke aus Beton und Mauerwerk gebaut wurde und die neue aus Stahlbeton ist, erweist sich eine vernünftige Abdichtung der Fugen zwischen beiden als schwierig. Ganz besonders dort, wo die Längsfugen auch noch auf die queren Dehnungsfugen der Brücke treffen.

2018 musste Straßen NRW die gesamte Brücke bereits „notfallmäßig“ reparieren, weil die Querfugen beschädigt waren. Während die Reparatur mit einem flummiartigen Kunststoff (eine Polyurethanmischung mit Polymerbeton) in Richtung Osnabrück und Dortmund klappte, ging die Reparatur auf der Gegenfahrbahn in Richtung Hannover schief. Straßen NRW pochte auf Gewährleistung. Im Sommer 2019 wurden die Querfugen erneut geöffnet und provisorisch mit Gussasphalt verschlossen. Diese letzte Reparatur sollte lediglich die Zeit überbrücken, bis eine längerfristige Lösung gefunden ist. Die soll nun in den kleineren Fugen wieder mit einem Spezialkunststoff und in den großen Fugen mit einer wellenförmigen Stahlblechkonstruktion umgesetzt werden. „Eine perfekte Lösung werden wir hier nicht bekommen“, fürchtet Hild.

Copyright © Mindener Tageblatt 2020
Texte und Fotos von MT.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.
Weiterlesen in Regionales