Zeitplan für den Neubau des 40 Millionen Euro teuren Medi-Campus in Bad Oeynhausen vorgestellt Jörg Stuke Bad Oeynhausen (nw). Das Modegeschäft: leer. Der Tabakwarenladen: ausgeräumt. Der Bäcker: abgezogen. Die Spielhalle: ausgestorben. Das Fitnessstudio: verlassen. Die Mieter haben das City-Center geräumt. Eigentlich könnte nun der Bagger kommen und den 40 Jahre alten Betonklotz im Herzen Bad Oeynhausens abreißen. Und das soll er auch – zumindest noch in diesem Jahr. So kündigt es die IG Real Estate Asset Kappa GmbH (IGRE) aus Berlin an, die seit Anfang des Jahres planmäßig neue Eigentümerin des City-Centers geworden ist. Die Berliner Immobiliengesellschaft hat das City Center von den dänischen Eigentümern Jensen gekauft, um auf dem Grundstück ein nach eigener Aussage „hochmodernes Gesundheitszentrum mit bundesweiter Strahlkraft“ zu bauen. Wie die IGRE im Mai vergangenen Jahres ankündigte, will sie 40 Millionen Euro in das Projekt investieren. Mit der Übernahme der Immobilie hat die IGRE nun auch den Auftrag für die Planung des Medi-Campus genannten Projektes vergeben. Wie Romy Robst, die die Öffentlichkeitsarbeit für die IGRE bei diesem Projekt übernommen hat, mitteilt, wird die Sweco den Entwurf und die Architekturplanung für den Medi-Campus übernehmen. Die Sweco-Gruppe mit Hauptsitz in Stockholm gehört mit 16.000 Mitarbeitern zu den zehn größten Architekturbüros der Welt. Wie Sweco selbst auf ihrer Internetseite mitteilt, ist auf dem Gelände des City-Centers ein Neubau auf vier Ebenen mit einer Gesamtmietfläche von 11.000 Quadratmetern geplant. In dem neuen Gesundheitszentrum sollen Arztpraxen, barrierefreie Appartements für betreutes Wohnen, Mitarbeiter-Wohnungen sowie Gewerbeflächen zum Beispiel für Apotheken, Drogerien und Gastronomie entstehen. Außerdem werden Pkw-Stellplätze eingeplant. Noch in diesem Jahr solle das alte City-Center-Gebäude abgerissen werden, kündigt die IGRE an. „Eine Abrissgenehmigung wurde aber noch nicht beantragt“, sagt Stadt-Pressesprecher Volker Müller-Ulrich auf Anfrage. Bislang liegt nur eine – positiv beschiedene – Bauvoranfrage bei der Stadt vor. Patrick Zahn, Wirtschaftsförderer der Stadt, geht davon aus, dass der Abriss vermutlich erst gegen Ende des Jahres starten werde. „Darüber wäre ich auch nicht böse. Denn dann wären wir mit dem Bau des Fahrradparkhauses am Bahnhof voraussichtlich durch“, so Zahn. Den weiteren groben Zeitplan skizziert die Sweco mit drei „Zeitpflöcken“ so: Ende 2021 soll der Bauantrag bei der Stadt eingereicht werden. Der Bau solle dann voraussichtlich im Frühjahr 2022 beginnen. „Wenn alles nach Plan verläuft, wird der Medi-Campus 2024 fertiggestellt, so dass im Sommer 2024 die ersten Mieter einziehen können“, heißt es bei Sweco. Zu den möglichen Mietern schweigt die IGRE noch, versichert nur, dass es Gespräche gebe. Nach wie vor ist offenbar eine große Radiologie-Praxis eine Option als größerer Komplex im Medi-Campus. So hatte die Immobiliengesellschaft im Mai 2020 bei Vorstellung ihres Konzeptes erläutert, dass der Neubau auch die Möglichkeiten schaffe, den derzeit größten in der klinischen Anwendung befindlichen und mit 24 Tonnen auch schwersten Magnetresonanztomograf (MRT) unterzubringen. Im übrigen hätten auch die Erfahrungen mit der Corona-Pandemie zu einer Überarbeitung des Konzeptes geführt, erklärt die IGRE. So sei zum einem ein „ausgereiftes Hygienekonzept mit intelligenter Wegführung“ erarbeitet worden. „Darüber hinaus wurde auch im Bereich der Digitalisierung, die beispielsweise mit Videosprechstunden auch in der Medizin derzeit einen Aufschwung erlebt, nachgebessert“, teilt das Berliner Unternehmen mit. So seien ein gemeinsames Terminmanagement aller Mieter im Empfangsbereich inklusive Online-Plattform, eine direkte Anbindung über Glasfaser sowie eine komplette digitale Infrastruktur mit Backup-Szenarien im Rechenzentrum Bestandteil der Überlegungen. Nach Einschätzung von Patrick Zahn sind die technischen Voraussetzungen für einen Glasfaseranschluss hier im Bereich der Bad Oeynhausener Kernstadt auf jeden Fall gegeben. Für Christian R. Ernst, Geschäftsführer der IGRE, ist das auch ein Argument bei der Vermarktung der künftigen Flächen: „Wir können in diesem Bereich richtig viel anbieten, so dass unsere Mieter mit Einzug sofort auch digital startklar sind und sich um nichts kümmern müssen.“ Die Architekten der Sweco betonen, dass ein besonderer Fokus auf die Flexibilität, Modularität und Zukunftsfähigkeit des Gebäudes gelegt werde. So sollen eine „modulare Struktur und eine sinnvolle Flächenaufteilung die Anpassung an medizinische, technische oder organisatorische Veränderungen erleichtern. Ändern sich die Anforderungen der Mieter, kann flexibel darauf reagiert werden.“ Es werde noch geprüft, ob eine gemeinsame Nutzung von Räumen ermöglicht werden kann. So wäre zum Beispiel ein zentraler Empfang im Haupteingangsbereich mit einer Warte- und Aufenthaltslounge inklusive Gastronomie-Bereich denkbar. Auch Sanitärräume, Besprechungsräume oder Umkleidekabinen könnten „mieterübergreifend“ genutzt werden. „Wir freuen uns, mit dem Medi-Campus Bad Oeynhausen ein modernes Gesundheitszentrum zu planen, das flexibel nutzbar und auf dem neuesten Stand der Technik ist. Bei der Planung wird viel Wert auf ein nachhaltiges Gebäude gelegt. Eine Nachhaltigkeitszertifizierung wird angestrebt“, erklärt Patrick Hedwig, Ressortleiter Architektur Planung bei Sweco in Berlin.

Zeitplan für den Neubau des 40 Millionen Euro teuren Medi-Campus in Bad Oeynhausen vorgestellt

Das City-Center steht leer. Alle Mieter haben das Gebäude verlassen. Der 1980 eingeweihte Betonbau soll noch in diesem Jahr abgerissen werden. Dafür soll ein 40 Millionen Euro teurer Medi-Campus entstehen. Foto: Heidi Froreich © Heidi Froreich

Bad Oeynhausen (nw). Das Modegeschäft: leer. Der Tabakwarenladen: ausgeräumt. Der Bäcker: abgezogen. Die Spielhalle: ausgestorben. Das Fitnessstudio: verlassen. Die Mieter haben das City-Center geräumt. Eigentlich könnte nun der Bagger kommen und den 40 Jahre alten Betonklotz im Herzen Bad Oeynhausens abreißen. Und das soll er auch – zumindest noch in diesem Jahr. So kündigt es die IG Real Estate Asset Kappa GmbH (IGRE) aus Berlin an, die seit Anfang des Jahres planmäßig neue Eigentümerin des City-Centers geworden ist.

Die Berliner Immobiliengesellschaft hat das City Center von den dänischen Eigentümern Jensen gekauft, um auf dem Grundstück ein nach eigener Aussage „hochmodernes Gesundheitszentrum mit bundesweiter Strahlkraft“ zu bauen. Wie die IGRE im Mai vergangenen Jahres ankündigte, will sie 40 Millionen Euro in das Projekt investieren.

Mit der Übernahme der Immobilie hat die IGRE nun auch den Auftrag für die Planung des Medi-Campus genannten Projektes vergeben. Wie Romy Robst, die die Öffentlichkeitsarbeit für die IGRE bei diesem Projekt übernommen hat, mitteilt, wird die Sweco den Entwurf und die Architekturplanung für den Medi-Campus übernehmen. Die Sweco-Gruppe mit Hauptsitz in Stockholm gehört mit 16.000 Mitarbeitern zu den zehn größten Architekturbüros der Welt.

Wie Sweco selbst auf ihrer Internetseite mitteilt, ist auf dem Gelände des City-Centers ein Neubau auf vier Ebenen mit einer Gesamtmietfläche von 11.000 Quadratmetern geplant. In dem neuen Gesundheitszentrum sollen Arztpraxen, barrierefreie Appartements für betreutes Wohnen, Mitarbeiter-Wohnungen sowie Gewerbeflächen zum Beispiel für Apotheken, Drogerien und Gastronomie entstehen. Außerdem werden Pkw-Stellplätze eingeplant.

Noch in diesem Jahr solle das alte City-Center-Gebäude abgerissen werden, kündigt die IGRE an. „Eine Abrissgenehmigung wurde aber noch nicht beantragt“, sagt Stadt-Pressesprecher Volker Müller-Ulrich auf Anfrage. Bislang liegt nur eine – positiv beschiedene – Bauvoranfrage bei der Stadt vor. Patrick Zahn, Wirtschaftsförderer der Stadt, geht davon aus, dass der Abriss vermutlich erst gegen Ende des Jahres starten werde. „Darüber wäre ich auch nicht böse. Denn dann wären wir mit dem Bau des Fahrradparkhauses am Bahnhof voraussichtlich durch“, so Zahn.

Den weiteren groben Zeitplan skizziert die Sweco mit drei „Zeitpflöcken“ so: Ende 2021 soll der Bauantrag bei der Stadt eingereicht werden. Der Bau solle dann voraussichtlich im Frühjahr 2022 beginnen. „Wenn alles nach Plan verläuft, wird der Medi-Campus 2024 fertiggestellt, so dass im Sommer 2024 die ersten Mieter einziehen können“, heißt es bei Sweco. Zu den möglichen Mietern schweigt die IGRE noch, versichert nur, dass es Gespräche gebe.

Nach wie vor ist offenbar eine große Radiologie-Praxis eine Option als größerer Komplex im Medi-Campus. So hatte die Immobiliengesellschaft im Mai 2020 bei Vorstellung ihres Konzeptes erläutert, dass der Neubau auch die Möglichkeiten schaffe, den derzeit größten in der klinischen Anwendung befindlichen und mit 24 Tonnen auch schwersten Magnetresonanztomograf (MRT) unterzubringen.

Im übrigen hätten auch die Erfahrungen mit der Corona-Pandemie zu einer Überarbeitung des Konzeptes geführt, erklärt die IGRE. So sei zum einem ein „ausgereiftes Hygienekonzept mit intelligenter Wegführung“ erarbeitet worden. „Darüber hinaus wurde auch im Bereich der Digitalisierung, die beispielsweise mit Videosprechstunden auch in der Medizin derzeit einen Aufschwung erlebt, nachgebessert“, teilt das Berliner Unternehmen mit.

So seien ein gemeinsames Terminmanagement aller Mieter im Empfangsbereich inklusive Online-Plattform, eine direkte Anbindung über Glasfaser sowie eine komplette digitale Infrastruktur mit Backup-Szenarien im Rechenzentrum Bestandteil der Überlegungen.

Nach Einschätzung von Patrick Zahn sind die technischen Voraussetzungen für einen Glasfaseranschluss hier im Bereich der Bad Oeynhausener Kernstadt auf jeden Fall gegeben.

Für Christian R. Ernst, Geschäftsführer der IGRE, ist das auch ein Argument bei der Vermarktung der künftigen Flächen: „Wir können in diesem Bereich richtig viel anbieten, so dass unsere Mieter mit Einzug sofort auch digital startklar sind und sich um nichts kümmern müssen.“

Die Architekten der Sweco betonen, dass ein besonderer Fokus auf die Flexibilität, Modularität und Zukunftsfähigkeit des Gebäudes gelegt werde. So sollen eine „modulare Struktur und eine sinnvolle Flächenaufteilung die Anpassung an medizinische, technische oder organisatorische Veränderungen erleichtern. Ändern sich die Anforderungen der Mieter, kann flexibel darauf reagiert werden.“

Es werde noch geprüft, ob eine gemeinsame Nutzung von Räumen ermöglicht werden kann. So wäre zum Beispiel ein zentraler Empfang im Haupteingangsbereich mit einer Warte- und Aufenthaltslounge inklusive Gastronomie-Bereich denkbar. Auch Sanitärräume, Besprechungsräume oder Umkleidekabinen könnten „mieterübergreifend“ genutzt werden.

„Wir freuen uns, mit dem Medi-Campus Bad Oeynhausen ein modernes Gesundheitszentrum zu planen, das flexibel nutzbar und auf dem neuesten Stand der Technik ist. Bei der Planung wird viel Wert auf ein nachhaltiges Gebäude gelegt. Eine Nachhaltigkeitszertifizierung wird angestrebt“, erklärt Patrick Hedwig, Ressortleiter Architektur Planung bei Sweco in Berlin.

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