Zeckengefahr aktuell besonders hoch Lukas Brekenkamp Bielefeld. Klar, bei bestem Wetter treibt es viele Menschen ins Freie und in die Natur. Die Temperaturen werden höher, die Kleidung zum Teil kürzer. Doch in der Natur lauert auch ein unangenehmer Parasit: Zecken. Experten warnen in diesem Jahr vor einer hohen Gefahr durch die spinnenartigen Tierchen. Anders als einige annehmen, beißen Zecken keineswegs – sie stechen. Doch egal, ob Biss oder Stich – es ist besonders Eines: unangenehm. Hinzu kommt das Risiko, dass die Spinnentiere Krankheiten wie die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) und Borreliose übertragen können. Darauf weist etwa das Deutsche Rote Kreuz (DRK) hin. Demnach ist die Gefahr in diesem Jahr durchaus höher. Denn durch den milden Winter gebe es aktuell mehr Zecken als in den Vorjahren, wie Professor Peter Sefrin, Bundesarzt des DRK, berichtet. „Begonnen hat die Zeckensaison diesmal schon im März.“ Die Gefahr eines Zeckenstichs sei also sehr hoch. Zeckenexperte Franz Rubel befürchtet wegen des Anstiegs der Zeckenpopulation zudem einen neuen Höchstwert der FSME-Erkrankungen. Doch man kann sich schützen. So sollte man während der Zeckensaison, die noch bis Oktober dauere, in der Natur auf helle Kleidung mit dicht anliegenden langen Ärmeln und Hosenbeinen setzen. Socken und feste Schuhe sollten ebenfalls getragen werden. Es gibt zudem insektenabweisende Mittel. Oder aber man vermeidet das Laufen durch dichtes Unterholz oder hohes Gras – denn vor allem dort sind Zecken zu Hause, laut Experten in einer Höhe von maximal 1,5 Metern. Heißt: Die Parasiten lassen sich also nicht von Bäumen fallen, wie zum Teil geglaubt wird. Trotzdem ist eine Kontrolle nach dem Aufenthalt im Freien wichtig – besonders an Kniekehlen, Achselhöhlen, Bauchnabel, Hals, Haaransatz, Hautfalten und behaarten Körperstellen. Laut einer aktuellen Umfrage wurde immerhin jeder zweite Deutsche bereits von einer Zecke gestochen. Aufpassen sollte man jedoch nicht nur im Sommer. Laut dem Informationsportal zecken.de sind die Parasiten ab einer Temperatur von sieben Grad aktiv. Das Risiko eines Zeckenstichs besteht also auch im Frühjahr oder Spätherbst. Doch was tun, wenn die Zecke zugestochen hat und am Körper festsitzt? „Eine Zecke entfernt man am besten mit einer Pinzette oder alternativ mit einer Zeckenkarte oder Zeckenzange aus der Apotheke“, heißt es vom DRK. Mit der Pinzette sollte man demnach den Parasit möglichst nah an der Haut fassen und schließlich langsam und senkrecht herausziehen. Das DRK betont, dass man unbedingt Drehbewegungen vermeiden sollte! Dabei kann der Kopf abgerissen werden und es käme zu einer Quetschung des Zeckenkörpers. „Dadurch können Krankheitserreger in die Wunde abgegeben werden“, so das DRK. Achtung: Gängige „Hausmittel“ wie Öl, Kleber, Nagellack oder Benzin sind zur Entfernung nicht geeignet – sie können laut DRK sogar gefährlich sein, da Zecken beim Ersticken vermehrt womöglich infiziertes Sekret absondern. Übrigens: Gleiches gilt auch, wenn der „ungebetene Gast“ bei Haustieren wie Hunden zusticht. Nach einem Zeckenstich sollten die Betroffenen zudem die Haut genau beobachten. „Bildet sich ein roter Kreis um die Stichstelle, könnte das ein erstes Anzeichen für Borreliose sein, die häufiger auftritt als FSME“, heißt es vom DRK. Typisch für beide Krankheiten seien jedoch grippeähnliche Symptome wie Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen. Diese sollten unbedingt ärztlich behandelt werden. Gegen FSME gibt es zudem Impfmöglichkeiten. FSME-Risikogebiete sind derweil laut Robert-Koch-Institut vor allem süddeutsche Regionen, es gibt jedoch auch vereinzelte Ausnahmen. Dazu zählt zum Beispiel das Emsland. Aber: Das bedeutet jedoch nicht, dass Zeckenstiche in anderen Regionen ungefährlich sind!

Zeckengefahr aktuell besonders hoch

Zecken sind spinnenartige Tiere, die sich vom Blut ihres Wirts ernähren. Symbolfoto: pr © imago images/Andreas Gora

Bielefeld. Klar, bei bestem Wetter treibt es viele Menschen ins Freie und in die Natur. Die Temperaturen werden höher, die Kleidung zum Teil kürzer. Doch in der Natur lauert auch ein unangenehmer Parasit: Zecken. Experten warnen in diesem Jahr vor einer hohen Gefahr durch die spinnenartigen Tierchen.

Anders als einige annehmen, beißen Zecken keineswegs – sie stechen. Doch egal, ob Biss oder Stich – es ist besonders Eines: unangenehm. Hinzu kommt das Risiko, dass die Spinnentiere Krankheiten wie die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) und Borreliose übertragen können. Darauf weist etwa das Deutsche Rote Kreuz (DRK) hin.

Demnach ist die Gefahr in diesem Jahr durchaus höher. Denn durch den milden Winter gebe es aktuell mehr Zecken als in den Vorjahren, wie Professor Peter Sefrin, Bundesarzt des DRK, berichtet. „Begonnen hat die Zeckensaison diesmal schon im März.“ Die Gefahr eines Zeckenstichs sei also sehr hoch. Zeckenexperte Franz Rubel befürchtet wegen des Anstiegs der Zeckenpopulation zudem einen neuen Höchstwert der FSME-Erkrankungen.

Doch man kann sich schützen. So sollte man während der Zeckensaison, die noch bis Oktober dauere, in der Natur auf helle Kleidung mit dicht anliegenden langen Ärmeln und Hosenbeinen setzen. Socken und feste Schuhe sollten ebenfalls getragen werden. Es gibt zudem insektenabweisende Mittel. Oder aber man vermeidet das Laufen durch dichtes Unterholz oder hohes Gras – denn vor allem dort sind Zecken zu Hause, laut Experten in einer Höhe von maximal 1,5 Metern. Heißt: Die Parasiten lassen sich also nicht von Bäumen fallen, wie zum Teil geglaubt wird.

Trotzdem ist eine Kontrolle nach dem Aufenthalt im Freien wichtig – besonders an Kniekehlen, Achselhöhlen, Bauchnabel, Hals, Haaransatz, Hautfalten und behaarten Körperstellen. Laut einer aktuellen Umfrage wurde immerhin jeder zweite Deutsche bereits von einer Zecke gestochen.

Aufpassen sollte man jedoch nicht nur im Sommer. Laut dem Informationsportal zecken.de sind die Parasiten ab einer Temperatur von sieben Grad aktiv. Das Risiko eines Zeckenstichs besteht also auch im Frühjahr oder Spätherbst.

Doch was tun, wenn die Zecke zugestochen hat und am Körper festsitzt? „Eine Zecke entfernt man am besten mit einer Pinzette oder alternativ mit einer Zeckenkarte oder Zeckenzange aus der Apotheke“, heißt es vom DRK. Mit der Pinzette sollte man demnach den Parasit möglichst nah an der Haut fassen und schließlich langsam und senkrecht herausziehen.

Das DRK betont, dass man unbedingt Drehbewegungen vermeiden sollte! Dabei kann der Kopf abgerissen werden und es käme zu einer Quetschung des Zeckenkörpers. „Dadurch können Krankheitserreger in die Wunde abgegeben werden“, so das DRK.

Achtung: Gängige „Hausmittel“ wie Öl, Kleber, Nagellack oder Benzin sind zur Entfernung nicht geeignet – sie können laut DRK sogar gefährlich sein, da Zecken beim Ersticken vermehrt womöglich infiziertes Sekret absondern. Übrigens: Gleiches gilt auch, wenn der „ungebetene Gast“ bei Haustieren wie Hunden zusticht.

Nach einem Zeckenstich sollten die Betroffenen zudem die Haut genau beobachten. „Bildet sich ein roter Kreis um die Stichstelle, könnte das ein erstes Anzeichen für Borreliose sein, die häufiger auftritt als FSME“, heißt es vom DRK. Typisch für beide Krankheiten seien jedoch grippeähnliche Symptome wie Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen. Diese sollten unbedingt ärztlich behandelt werden.

Gegen FSME gibt es zudem Impfmöglichkeiten. FSME-Risikogebiete sind derweil laut Robert-Koch-Institut vor allem süddeutsche Regionen, es gibt jedoch auch vereinzelte Ausnahmen. Dazu zählt zum Beispiel das Emsland. Aber: Das bedeutet jedoch nicht, dass Zeckenstiche in anderen Regionen ungefährlich sind!

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