Wohnmobile werden zum Wirtschaftsfaktor Holzminden freut sich über die Touristen / Bis zu 1200 Brötchen täglich geordert / Mehr als die Hälfte sind Stammkunden Von Matthias Brunnert Holzminden (lni). Nicht nur in Minden, sondern auch andernorts an der Weser finden Wohnmobilisten ihre Anlaufstellen. Wenn Ralf Schwager über den Wohnmobilhafen in Holzminden erzählt, gerät er ins Schwärmen. "Der Platz beschert den Geschäften in der Innenstadt viele zusätzliche Kunden", sagt der Geschäftsführer der Holzmindener Stadtmarketing Gesellschaft. "Und das nicht nur an den Ausflugstagen wie Himmelfahrt oder Pfingsten." Mit bis zu 400 Stellmöglichkeiten gehöre die Anlage in Holzminden zu den größten ihrer Art in Norddeutschland, sagt die Geschäftsführerin der Weserbergland-Tourismusorganisation, Petra Wegener. Die Gäste kommen aus allen Teilen Deutschlands, aber auch aus Dänemark oder der Schweiz. Und eine holländische Besucherin wundert sich nicht, dass sie schon auf den ersten Blick ein Dutzend Landsleute ausmachen kann. "Das ist ideal hier."Der Wohnmobilhafen sei eigentlich immer voll, freut sich auch eine Sprecherin von Holzmindens Bürgermeister Jürgen Daul (parteilos). Kein Wunder, findet Ralf Schwager: Für die Wohnmobilisten sei der Platz an der Weser ideal. "Die Leute müssen nur über die Brücke laufen. Dann sind sie schon in der Innenstadt." Und dort profitieren von den Reisenden dann nicht nur Lebensmittelgeschäfte oder Cafés und Kneipen: "Sie kaufen auch Kleidung und was man sonst noch so braucht."Beziffern lasse sich der Umsatz, den der Wohnmobilhafen der Kreisstadt mit ihren rund 20000 Einwohnern bringt, nicht genau. "Es gibt keine Erhebung", sagt Schwager. Aber mit den Wohnmobilen seien vor allem Menschen im besten Alter unterwegs, die Zeit und Geld zum Einkaufen haben. Fest stehe: "Ohne die Wohnmobil-Touristen sähe es in der Innenstadt oft leer aus."Dass der Platz rund ums Jahr so gut besucht ist, liege vor allem an Wilfried Wagner, sagt Tourismus-Managerin Wegener. Der Inhaber sei unter Wohnmobil-Reisenden in ganz Europa bekannt und sehr beliebt. "Er zieht die Womo-Touristen magisch an."An einem ganz normalen Tag sind fast alle Stellplätze belegt. "In der ersten Reihe direkt am Fluss gibt es eigentlich nie eine Lücke", sagt Wagner, der alle Hände voll zu tun hat, Neuankömmlinge zu begrüßen und Weiterreisende zu verabschieden. "Viele Gäste kommen aus dem Ruhrgebiet, andere aus Hessen, aber auch aus Norddeutschland und zunehmend aus dem Ausland", sagt der 49-Jährige. "Die meisten bleiben zwei, drei Tage, dann geht es weiter."Während der Saison, "und die ist hier eigentlich immer", befindet sich Wagner an sieben Tagen in der Woche rund um die Uhr im Einsatz. "Das beginnt mit dem Verkauf von bis zu 1200 Brötchen." Mit vielen Gästen - "über die Hälfte sind Stammkunden" - hält er ein Schwätzchen, anderen verkauft er Eis am Stil oder gibt Tipps für Ausflüge in der Umgebung. "Dass der Womo-Hafen direkt am Weser-Radweg liegt, macht ihn als Station noch attraktiver", sagt Tourismus-Managerin Wegener, die sich über den Boom in Holzminden freut.Und dieser werde immer größer, sagt Wagner. "Von Jahr zu Jahr kommen mehr Besucher." Zu seinen eigenen Stellplätzen hat er deshalb längst weitere hinzugepachtet. Und bei Bedarf mietet er dann auch noch einen angrenzenden Parkplatz.Wenn er selbst einmal Urlaub macht, fahre er niemals mit dem Wohnmobil, sagt Wagner. "Ich bin dann lieber in einem Hotel, wo mich keiner kennt."

Wohnmobile werden zum Wirtschaftsfaktor

Holzminden (lni). Nicht nur in Minden, sondern auch andernorts an der Weser finden Wohnmobilisten ihre Anlaufstellen. Wenn Ralf Schwager über den Wohnmobilhafen in Holzminden erzählt, gerät er ins Schwärmen. "Der Platz beschert den Geschäften in der Innenstadt viele zusätzliche Kunden", sagt der Geschäftsführer der Holzmindener Stadtmarketing Gesellschaft. "Und das nicht nur an den Ausflugstagen wie Himmelfahrt oder Pfingsten."

Wilfried Wagner betreibt den Wohnmobilhafen in Holzminden. - © Foto: lni
Wilfried Wagner betreibt den Wohnmobilhafen in Holzminden. - © Foto: lni

Mit bis zu 400 Stellmöglichkeiten gehöre die Anlage in Holzminden zu den größten ihrer Art in Norddeutschland, sagt die Geschäftsführerin der Weserbergland-Tourismusorganisation, Petra Wegener. Die Gäste kommen aus allen Teilen Deutschlands, aber auch aus Dänemark oder der Schweiz. Und eine holländische Besucherin wundert sich nicht, dass sie schon auf den ersten Blick ein Dutzend Landsleute ausmachen kann. "Das ist ideal hier."

Der Wohnmobilhafen sei eigentlich immer voll, freut sich auch eine Sprecherin von Holzmindens Bürgermeister Jürgen Daul (parteilos). Kein Wunder, findet Ralf Schwager: Für die Wohnmobilisten sei der Platz an der Weser ideal. "Die Leute müssen nur über die Brücke laufen. Dann sind sie schon in der Innenstadt." Und dort profitieren von den Reisenden dann nicht nur Lebensmittelgeschäfte oder Cafés und Kneipen: "Sie kaufen auch Kleidung und was man sonst noch so braucht."

Beziffern lasse sich der Umsatz, den der Wohnmobilhafen der Kreisstadt mit ihren rund 20000 Einwohnern bringt, nicht genau. "Es gibt keine Erhebung", sagt Schwager. Aber mit den Wohnmobilen seien vor allem Menschen im besten Alter unterwegs, die Zeit und Geld zum Einkaufen haben. Fest stehe: "Ohne die Wohnmobil-Touristen sähe es in der Innenstadt oft leer aus."

Dass der Platz rund ums Jahr so gut besucht ist, liege vor allem an Wilfried Wagner, sagt Tourismus-Managerin Wegener. Der Inhaber sei unter Wohnmobil-Reisenden in ganz Europa bekannt und sehr beliebt. "Er zieht die Womo-Touristen magisch an."

An einem ganz normalen Tag sind fast alle Stellplätze belegt. "In der ersten Reihe direkt am Fluss gibt es eigentlich nie eine Lücke", sagt Wagner, der alle Hände voll zu tun hat, Neuankömmlinge zu begrüßen und Weiterreisende zu verabschieden. "Viele Gäste kommen aus dem Ruhrgebiet, andere aus Hessen, aber auch aus Norddeutschland und zunehmend aus dem Ausland", sagt der 49-Jährige. "Die meisten bleiben zwei, drei Tage, dann geht es weiter."

Während der Saison, "und die ist hier eigentlich immer", befindet sich Wagner an sieben Tagen in der Woche rund um die Uhr im Einsatz. "Das beginnt mit dem Verkauf von bis zu 1200 Brötchen." Mit vielen Gästen - "über die Hälfte sind Stammkunden" - hält er ein Schwätzchen, anderen verkauft er Eis am Stil oder gibt Tipps für Ausflüge in der Umgebung. "Dass der Womo-Hafen direkt am Weser-Radweg liegt, macht ihn als Station noch attraktiver", sagt Tourismus-Managerin Wegener, die sich über den Boom in Holzminden freut.

Und dieser werde immer größer, sagt Wagner. "Von Jahr zu Jahr kommen mehr Besucher." Zu seinen eigenen Stellplätzen hat er deshalb längst weitere hinzugepachtet. Und bei Bedarf mietet er dann auch noch einen angrenzenden Parkplatz.

Wenn er selbst einmal Urlaub macht, fahre er niemals mit dem Wohnmobil, sagt Wagner. "Ich bin dann lieber in einem Hotel, wo mich keiner kennt."

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