Wird der Gevattersee zur Bewässerung des Sportplatzes in Evesen angezapft? Leonhard Behmann Bückeburg (szlz). Die Stadt will in Zukunft in Evesen das Grundwasser anzapfen, um damit die Sportplätze bewässern zu können – doch das ist nicht so einfach, wie zunächst gedacht. Nun werden vom Bauamt Alternativen zu einem Brunnen geprüft. Auch solche, die schon längst verworfen worden waren. Schon bei einer ersten Probebohrung waren Experten auf zu wenig Wasser unter dem B-Platz gestoßen. Im Dezember rückten deswegen erneut Experten aus Petershagen mit Hightech an – sie bohrten tiefer. Mit einem großen Spezialgerät, das auf Ketten fährt, hatten Experten 50 Meter tief in den Untergrund gebohrt. Nun steht fest: „Es konnte nicht die gewünschte Menge an Wasser gefördert werden“, berichtet Bauamtsleiter Björn Sassenberg auf Nachfrage. Die Nachricht bereitet den Experten im Bauamt Kopfzerbrechen. „Wir prüfen derzeit verschiedene Alternativen“, sagt Sassenberg. Für die Beregnung wären pro Stunde 9.000 Liter Wasser nötig. Eigentlich sollte der geplante Brunnen sowohl den B- als auch den A-Platz mit Wasser versorgen. Schon von vornherein waren nach Angaben von Lennard Braun-Werdin, Fachgebietsleiter Bürgerservice, drei unterirdische Vorratsbehälter mit einem Gesamtfüllvolumen von 22 500 Litern zur Speisung der automatischen Beregnungsanlagen geplant – um auch in trockenen und heißen Sommern den Platz mit ausreichend Wasser versorgen zu können. Geprüft werde, so Sassenberg, ob Tanks mit einem größeren Speicherbecken eine Lösung für das Problem seien. Eine Variante sei aber auch, den Platz weiterhin zusätzlich mit kostbarem Trinkwasser zu bewässern, erklärt der Bauamtsleiter. Die derzeitige Beregnung mit Trinkwasser verursacht nach Angaben der Stadt pro Jahr Kosten in Höhe von 13.500 Euro. Jeder Quadratmeter des zukünftigen 6.000 Quadratmeter großen Sportplatzes muss bei einem angenommenen Beregnungszeitraum von sieben Monaten (April bis Oktober) nach Rechnungen der Verwaltung mit 20 Litern Wasser pro Woche beregnet werden. Das Bauamt prüft aber auch noch eine ganz andere Möglichkeit, den Platz zu bewässern – ganz ohne Trink- und Brunnenwasser. So könnte der Gevattersee anzapft werden und mit starken Pumpen und über Rohre das Wasser aus dem See zum Sportplatz transportiert werden. Diese Idee hatte der CDU-Politiker Dieter Wilharm-Lohmann bereits im November bei einer Sitzung des zuständigen Fachausschusses ins Spiel gebracht. „Im See ist viel Wasser vorhanden – und wir müssten dann nicht das Grundwasser anzapfen, denn das wollen auch andere haben“, hatte Wilharm-Lohmann argumentiert. Die Verwaltung hatte aber erklärt, diese Variante sei teurer, als ein Brunnen. Angesichts der Probleme beim Brunnenbau, rückt die eigentlich verworfene Idee wieder in den Vordergrund. „Auch diese Möglichkeit kommt nun in Betracht“, sagte Sassenberg. Zunächst müssten dafür aber die ökologischen Auswirkungen geprüft und wasserrechtliche Genehmigungen eingeholt werden, heißt es aus dem Bauamt. Ein Ergebnis steht noch nicht fest. „Sobald wir eines haben, wird es der Politik vorgestellt“, sagt der Bauamtsleiter.

Wird der Gevattersee zur Bewässerung des Sportplatzes in Evesen angezapft?

Mit einem Spezialgerät auf Ketten haben Experten im Dezember 50 Meter in die Tiefe gebohrt – der Suche nach einem ergiebigen unterirdischen Wasserreservoir. Jedoch ohne Erfolg. Aus diesem Grund prüft das Bauamt nun Altanativen. Foto: Leonhard Behmann © leonhard behmann

Bückeburg (szlz). Die Stadt will in Zukunft in Evesen das Grundwasser anzapfen, um damit die Sportplätze bewässern zu können – doch das ist nicht so einfach, wie zunächst gedacht. Nun werden vom Bauamt Alternativen zu einem Brunnen geprüft. Auch solche, die schon längst verworfen worden waren.

Schon bei einer ersten Probebohrung waren Experten auf zu wenig Wasser unter dem B-Platz gestoßen. Im Dezember rückten deswegen erneut Experten aus Petershagen mit Hightech an – sie bohrten tiefer. Mit einem großen Spezialgerät, das auf Ketten fährt, hatten Experten 50 Meter tief in den Untergrund gebohrt. Nun steht fest: „Es konnte nicht die gewünschte Menge an Wasser gefördert werden“, berichtet Bauamtsleiter Björn Sassenberg auf Nachfrage.

Die Nachricht bereitet den Experten im Bauamt Kopfzerbrechen. „Wir prüfen derzeit verschiedene Alternativen“, sagt Sassenberg. Für die Beregnung wären pro Stunde 9.000 Liter Wasser nötig. Eigentlich sollte der geplante Brunnen sowohl den B- als auch den A-Platz mit Wasser versorgen. Schon von vornherein waren nach Angaben von Lennard Braun-Werdin, Fachgebietsleiter Bürgerservice, drei unterirdische Vorratsbehälter mit einem Gesamtfüllvolumen von 22 500 Litern zur Speisung der automatischen Beregnungsanlagen geplant – um auch in trockenen und heißen Sommern den Platz mit ausreichend Wasser versorgen zu können. Geprüft werde, so Sassenberg, ob Tanks mit einem größeren Speicherbecken eine Lösung für das Problem seien.

Eine Variante sei aber auch, den Platz weiterhin zusätzlich mit kostbarem Trinkwasser zu bewässern, erklärt der Bauamtsleiter. Die derzeitige Beregnung mit Trinkwasser verursacht nach Angaben der Stadt pro Jahr Kosten in Höhe von 13.500 Euro. Jeder Quadratmeter des zukünftigen 6.000 Quadratmeter großen Sportplatzes muss bei einem angenommenen Beregnungszeitraum von sieben Monaten (April bis Oktober) nach Rechnungen der Verwaltung mit 20 Litern Wasser pro Woche beregnet werden.

Das Bauamt prüft aber auch noch eine ganz andere Möglichkeit, den Platz zu bewässern – ganz ohne Trink- und Brunnenwasser. So könnte der Gevattersee anzapft werden und mit starken Pumpen und über Rohre das Wasser aus dem See zum Sportplatz transportiert werden.

Diese Idee hatte der CDU-Politiker Dieter Wilharm-Lohmann bereits im November bei einer Sitzung des zuständigen Fachausschusses ins Spiel gebracht. „Im See ist viel Wasser vorhanden – und wir müssten dann nicht das Grundwasser anzapfen, denn das wollen auch andere haben“, hatte Wilharm-Lohmann argumentiert. Die Verwaltung hatte aber erklärt, diese Variante sei teurer, als ein Brunnen. Angesichts der Probleme beim Brunnenbau, rückt die eigentlich verworfene Idee wieder in den Vordergrund. „Auch diese Möglichkeit kommt nun in Betracht“, sagte Sassenberg. Zunächst müssten dafür aber die ökologischen Auswirkungen geprüft und wasserrechtliche Genehmigungen eingeholt werden, heißt es aus dem Bauamt. Ein Ergebnis steht noch nicht fest. „Sobald wir eines haben, wird es der Politik vorgestellt“, sagt der Bauamtsleiter.

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