Löhne Weltreise wegen Corona abgesagt: Das ist der Plan B eines Löhner Paars Löhne. Sie wollten längst weg sein, weit weg. Sophie Luchtmeier und ihr Freund Lukas Linnenbrügger wären jetzt eigentlich irgendwo in Asien. Vielleicht in Thailand, vielleicht in Indonesien. Ab Mai wollten sich die zwei Löhner ihren großen Traum von einer Weltreise erfüllen. Doch statt eine Reise mit offenem Ende zu beginnen, wurden sie durch Corona schon vor dem Start ausgebremst. Jetzt gibt es einen neuen Plan. Am 20. August geht es los. Die Entscheidung, sich unter den eingeschränkten Möglichkeiten wegen der Corona-Pandemie dennoch auf den Weg zu machen, fiel in den letzten Wochen. "Es bringt nichts, zu Hause zu warten, weil völlig unklar ist, wann man unter normalen Bedingungen wieder weltweit reisen kann", sagt Sophie Luchtmeier. Das sei erst wieder möglich, wenn ein Impfstoff nicht nur gefunden ist, sondern auch große Teile der Weltbevölkerung geimpft sind, weiß die Krankenschwester. Bis es dazu kommt, könnte es noch Jahre dauern. Und so wäre ihr Traum in immer weitere Ferne gerückt. "Das wollten wir aber nicht einfach so akzeptieren", sagt Sophie Luchtmeier. Der Plan B reifte und am 20. August startet der Flieger nach Portugal. Über Lissabon geht es auf die Azoren. Die aus neun Inseln bestehende Inselgruppe liegt im Atlantik und ist laut Wikipedia 1.369 Kilometer entfernt vom europäischen Festland: Cabo da Roca, in Portugal. Die Auswahl der Reiseziele ist für Sophie Luchtmeier und Lukas Linnenbrügger zurzeit sehr eingeschränkt. "Klar war bei der Planung, dass wir in kein Land fahren, das von der Reisewarnung der Bundesregierung betroffen ist, weil dort Corona nicht unter Kontrolle ist", sagt die 26-Jährige. Da geht es nicht nur um das höhere Ansteckungsrisiko. "Bei Reisewarnungen greifen die Auslandskrankenversicherungen nicht. Und ohne Versicherungsschutz reisen wir nicht, das ist viel zu riskant." So war schnell klar, dass sie sich auf absehbare Zeit auf Europa konzentrieren müssen. "Nach Portugal wollten wir immer schon mal und dann haben wir uns für den Start für die Azoren entschieden." Weil Reisen in Europa grundsätzlich teurer ist als in Asien würden die zwei Löhner schnell ihr Budget sprengen, wenn sie nur Ausgaben und keine Einnahmen haben. "Wir arbeiten dort für Kost und Logis", sagt Sophie Luchtmeier. Bis Ende Oktober in einem Bed and Breakfast auf der Insel Sao Jorge. "Dort wird im September ein kleines Festival organiesert, da helfen wir mit und auch danach ist dort genug zu tun für uns", ist sie sich sicher. Dann wird die Insel gewechselt. "Ab 1. November sind wir auf Sao Miguel. Dort sind wir bei einem deutschen Ehepaar, das mit seinen Müttern auf die Azoren ausgewandert ist, um ihnen einen schönen Lebensabend zu ermöglichen." Ihre Aufgabe sei, die Mütter bei Einkäufen und anderen Dingen des Alltags zu unterstützen. Da ist bei der Bewerbung gut angekommen, dass Sophie Luchtmeier bis vor Kurzem als Krankenschwester im Klinikum Herford gearbeitet hat. Dort kann sie auch nach der Reise wieder anfangen. Gefunden haben die Löhner die Jobs auf der Internet-Plattform Work Away. "Das ist so ähnlich wie Ebay-Kleinanzeigen." Wie es anschließend weitergeht ist noch offen. "Asien bleibt weiterhin unser Ziel, aber nur wenn die Reisewarnung aufgehoben ist. Da gibt es einfach kein Land, wo wir nicht hin möchten. Wer weiß, wie Anfang nächsten Jahres die Lage ist. Eine weitere Option wären auf jeden Fall die kanarischen Inseln." Angst vor einer Ansteckung auf Reisen haben die beiden nicht. "Abstand halten und Maske tragen ist wichtig. Man muss sich immer bewusst machen, dass Corona nicht weg ist", sagt die erfahrene Krankenschwester. Sie hat in ihrem Beruf die Extreme erlebt: Patienten sind gestorben, während andere mit einem positiven Verlauf und leichten Symptomen schnell entlassen werden konnten. Sollte sich die Lage auf den Azoren verschlechtern, dann könne man immer noch leichter nach Hause kommen, als von einem Staat außerhalb Europas. "Da könnten wir zur Not auch mit Schiff und Bahn wieder in die Heimat zurückkehren." Dass es soweit kommt, davon gehen die beiden nicht aus.
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Weltreise wegen Corona abgesagt: Das ist der Plan B eines Löhner Paars

Sophie Luchtmeier wollte eigentlich die Welt bereisen und in Asien starten. Doch Corona werfen die Reisepläne durcheinander. © Luchtmeier

Löhne. Sie wollten längst weg sein, weit weg. Sophie Luchtmeier und ihr Freund Lukas Linnenbrügger wären jetzt eigentlich irgendwo in Asien. Vielleicht in Thailand, vielleicht in Indonesien. Ab Mai wollten sich die zwei Löhner ihren großen Traum von einer Weltreise erfüllen. Doch statt eine Reise mit offenem Ende zu beginnen, wurden sie durch Corona schon vor dem Start ausgebremst. Jetzt gibt es einen neuen Plan. Am 20. August geht es los.

Die Entscheidung, sich unter den eingeschränkten Möglichkeiten wegen der Corona-Pandemie dennoch auf den Weg zu machen, fiel in den letzten Wochen. "Es bringt nichts, zu Hause zu warten, weil völlig unklar ist, wann man unter normalen Bedingungen wieder weltweit reisen kann", sagt Sophie Luchtmeier. Das sei erst wieder möglich, wenn ein Impfstoff nicht nur gefunden ist, sondern auch große Teile der Weltbevölkerung geimpft sind, weiß die Krankenschwester.

Bis es dazu kommt, könnte es noch Jahre dauern. Und so wäre ihr Traum in immer weitere Ferne gerückt. "Das wollten wir aber nicht einfach so akzeptieren", sagt Sophie Luchtmeier. Der Plan B reifte und am 20. August startet der Flieger nach Portugal. Über Lissabon geht es auf die Azoren. Die aus neun Inseln bestehende Inselgruppe liegt im Atlantik und ist laut Wikipedia 1.369 Kilometer entfernt vom europäischen Festland: Cabo da Roca, in Portugal.

Die Auswahl der Reiseziele ist für Sophie Luchtmeier und Lukas Linnenbrügger zurzeit sehr eingeschränkt. "Klar war bei der Planung, dass wir in kein Land fahren, das von der Reisewarnung der Bundesregierung betroffen ist, weil dort Corona nicht unter Kontrolle ist", sagt die 26-Jährige. Da geht es nicht nur um das höhere Ansteckungsrisiko. "Bei Reisewarnungen greifen die Auslandskrankenversicherungen nicht. Und ohne Versicherungsschutz reisen wir nicht, das ist viel zu riskant."

So war schnell klar, dass sie sich auf absehbare Zeit auf Europa konzentrieren müssen. "Nach Portugal wollten wir immer schon mal und dann haben wir uns für den Start für die Azoren entschieden." Weil Reisen in Europa grundsätzlich teurer ist als in Asien würden die zwei Löhner schnell ihr Budget sprengen, wenn sie nur Ausgaben und keine Einnahmen haben. "Wir arbeiten dort für Kost und Logis", sagt Sophie Luchtmeier. Bis Ende Oktober in einem Bed and Breakfast auf der Insel Sao Jorge. "Dort wird im September ein kleines Festival organiesert, da helfen wir mit und auch danach ist dort genug zu tun für uns", ist sie sich sicher.

Dann wird die Insel gewechselt. "Ab 1. November sind wir auf Sao Miguel. Dort sind wir bei einem deutschen Ehepaar, das mit seinen Müttern auf die Azoren ausgewandert ist, um ihnen einen schönen Lebensabend zu ermöglichen." Ihre Aufgabe sei, die Mütter bei Einkäufen und anderen Dingen des Alltags zu unterstützen. Da ist bei der Bewerbung gut angekommen, dass Sophie Luchtmeier bis vor Kurzem als Krankenschwester im Klinikum Herford gearbeitet hat. Dort kann sie auch nach der Reise wieder anfangen.

Gefunden haben die Löhner die Jobs auf der Internet-Plattform Work Away. "Das ist so ähnlich wie Ebay-Kleinanzeigen."

Wie es anschließend weitergeht ist noch offen. "Asien bleibt weiterhin unser Ziel, aber nur wenn die Reisewarnung aufgehoben ist. Da gibt es einfach kein Land, wo wir nicht hin möchten. Wer weiß, wie Anfang nächsten Jahres die Lage ist. Eine weitere Option wären auf jeden Fall die kanarischen Inseln."

Angst vor einer Ansteckung auf Reisen haben die beiden nicht. "Abstand halten und Maske tragen ist wichtig. Man muss sich immer bewusst machen, dass Corona nicht weg ist", sagt die erfahrene Krankenschwester. Sie hat in ihrem Beruf die Extreme erlebt: Patienten sind gestorben, während andere mit einem positiven Verlauf und leichten Symptomen schnell entlassen werden konnten.

Sollte sich die Lage auf den Azoren verschlechtern, dann könne man immer noch leichter nach Hause kommen, als von einem Staat außerhalb Europas. "Da könnten wir zur Not auch mit Schiff und Bahn wieder in die Heimat zurückkehren." Dass es soweit kommt, davon gehen die beiden nicht aus.

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