"Speisekarten eingedampft" Wegen Personalkrise: Erste Gastro-Betriebe in OWL reduzieren Öffnungszeiten Restaurants in OWL suchen händeringend nach Fachkräften. Das macht sich stellenweise deutlich bemerkbar. Matthias Bungeroth Bielefeld/Detmold. War das Jahr 2020 mit seinen coronabedingten Lockdowns für die Gastronomie noch ein wahres Horrorjahr, so hellt sich die Stimmung in der Branche nun zusehends auf, was die Geschäfte angeht. "Zurzeit liegen wir auf Vorkrisenniveau. Es hat sich gut entwickelt", sagt Kai Buhrke, Geschäftsführer des Hotel- und  Gaststättenverbandes (DEHOGA) Lippe, im Gespräch mit nw.de. Regine Tönsing, Hauptgeschäftsführerin der DEHOGA Ostwestfalen, sagt: "Im Allgemeinen ist es sehr positiv." Was der Branche nun aber zusehends Sorgen bereitet, ist der Personalmangel. "Wir brauchen jede Hand " Dieser sei "flächendeckend" festzustellen, sagt Buhrke. In einigen Betrieben fehlten 20 bis 30 Prozent der normalerweise notwendigen Arbeitskräfte. Das hat nicht selten Folgen. "Veranstaltungen werden teilweise abgesagt, Speisekarten werden eingedampft", beschreibt Buhrke die Situation in Mitgliedsbetrieben. Zudem würden hier und da auch Öffnungszeiten reduziert. Köche und Servicekräfte würden fast überall gesucht. !function(){"use strict";window.addEventListener("message",(function(e){if(void 0!==e.data["datawrapper-height"]){var t=document.querySelectorAll("iframe");for(var a in e.data["datawrapper-height"])for(var r=0;r
"Speisekarten eingedampft"

Wegen Personalkrise: Erste Gastro-Betriebe in OWL reduzieren Öffnungszeiten

Servicekräfte, aber auch Köche, werden in der Gastronomie derzeit händeringend gesucht. Denn die Geschäfte laufen wieder gut. © Oliver Krato (Symbolbild)

Bielefeld/Detmold. War das Jahr 2020 mit seinen coronabedingten Lockdowns für die Gastronomie noch ein wahres Horrorjahr, so hellt sich die Stimmung in der Branche nun zusehends auf, was die Geschäfte angeht. "Zurzeit liegen wir auf Vorkrisenniveau. Es hat sich gut entwickelt", sagt Kai Buhrke, Geschäftsführer des Hotel- und  Gaststättenverbandes (DEHOGA) Lippe, im Gespräch mit nw.de. Regine Tönsing, Hauptgeschäftsführerin der DEHOGA Ostwestfalen, sagt: "Im Allgemeinen ist es sehr positiv." Was der Branche nun aber zusehends Sorgen bereitet, ist der Personalmangel.

"Wir brauchen jede Hand "

Dieser sei "flächendeckend" festzustellen, sagt Buhrke. In einigen Betrieben fehlten 20 bis 30 Prozent der normalerweise notwendigen Arbeitskräfte. Das hat nicht selten Folgen. "Veranstaltungen werden teilweise abgesagt, Speisekarten werden eingedampft", beschreibt Buhrke die Situation in Mitgliedsbetrieben. Zudem würden hier und da auch Öffnungszeiten reduziert. Köche und Servicekräfte würden fast überall gesucht.

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"Wir brauchen jede Hand", sagt Tönsing. Über die langen Zeiten der Lockdowns im vergangenen Jahr seien viele Beschäftigte nicht zu halten gewesen. "Fachpersonal ist nach wie vor ein ganz, ganz großes Problem", sagt die DEHOGA-Chefin. Das Bild sei hier in der Gastronomie nicht anders als in vielen anderen Berufsbildern, die im Rahmen einer dualen Ausbildung erlernt werden könnten. Dass immer mehr jungen Menschen offenbar zunächst ein Studium bevorzugen, statt in eine solche Ausbildung zu gehen, kann Tönsing nicht verstehen.

"Wir haben auch frei, wenn andere arbeiten müssen"

"Im Studium gibt es nicht die Fachpraxis", sagt Tönsing. Nur ein solcher Ausbildungsgang verschaffe einen aussagekräftigen Einblick in einen bestimmten Beruf. Die Gastronomie sei hier eine hervorragende Wahl, findet Tönsing. "Unser Beruf ist so toll. Ich würde ihn immer wieder machen", gerät sie förmlich ins Schwärmen. Die Vergütung für die Auszubildenden liege im guten Mittelfeld. Wer sich für eine solche Ausbildung interessiere, habe auch in diesem Jahr noch Chancen, diese zu beginnen, wirbt Buhrke. "Da kann man noch einsteigen. Am besten ist es, direkt in den Betrieben nachzufragen."

Zu vermeintlichen Nachteilen, die die Berufe in der Gastronomie wegen ihrer Arbeitszeiten hätten, sagt Tönsing: "Wir haben auch frei, wenn andere arbeiten müssen." Zudem gebe es in den Betrieben zumeist einen hervorragenden Zusammenhalt. "Wir sind wie eine große Familie." Ihr eigenes Arbeitsmotto sei, "frohen Mutes, mit ganz viel Lust und Spannung" an die Arbeit zu gehen, so die Gastronomin.

"Die Lust am Ausgehen ist sehr groß"

Trotz der Probleme mit dem Fachkräftemangel blicken die Gastronomen in OWL wieder mit einer guten Portion Optimismus in die kommenden Wochen. Selbst große Feierlichkeiten wie im Bielefeler Lokschuppen oder in Diskotheken seien bereits trotz Corona gut verlaufen, berichtet Tönsing. Erste Buchungen für Weihnachtsfeiern gebe es auch bereits. "Es werden nicht die großen Partys geschmissen. Kleinere, feinere Events sind gefragt", hat Tönsing beobachtet.

Ähnlich berichtet es auch Buhrke: "Firmenfeiern werden eher nicht gebucht, eher kleinere Feiern." Alles in allem aber hat sich das Bild erkennbar aufgehellt. Denn die Stimmungslage bei den Gästen ist gut. Buhrke: "Die Lust am Ausgehen und am geselligen Zusammensein ist sehr groß."

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