Wechselvoller Schulstart von Montag an in Bad Oeynhausen Nicole Sielermann Bad Oeynhausen (nw). Nach sieben Wochen können Schülerinnen, Schüler und Eltern in Bad Oeynhausen aufatmen: Die Schule startet wieder – wenn auch eingeschränkt. Während die Grundschulen von Montag an mit Wechselunterricht beginnen, kehren an den meisten weiterführenden Schulen ganze Abschlussklassen zurück. An allen Schulen schwingt die Hoffnung mit, dass bald wieder „normaler“ Unterricht für alle möglich ist. Grundschulen Um ein einheitliches Modell an den Grundschulen zu haben, haben sich die Schulleitungen auf eine gemeinsame Linie geeinigt. An allen Grundschulstandorten wird es vom kommenden Montag an ein Wechselmodell für die ersten bis vierten Klassen geben. „Jede Klasse wird in zwei Gruppen eingeteilt, die dann im wochenweisen Wechsel in die Schulen kommen“, so Simone Günther, Schulleitung der Altstadtschule und Sprecherin der Grundschulen. Daraus resultierend hat jede Gruppe weiterhin Distanzunterricht – ebenfalls im Wechsel. Wenn am Montag die ersten Kinder in die Klassen zurückkehren, geht es an den Grundschulen aber nicht gleich in die Vollen: „Wir müssen erst einmal schauen, wie der aktuelle Lernstand der Kinder ist.“ In den vergangenen sieben Wochen hätten die Kinder bearbeitete Materialien wöchentlich zurückgegeben, aber niemand wisse, ob sie die Themen auch verstanden hätten. „Die Lehrer müssen genau schauen, wo jeder einzelne steht.“ Ist das geschehen, soll es in der jeweiligen Schulwoche der Kinder mit neuen Unterrichtsinhalten vorangehen: „Der wird dann in der darauffolgenden Woche des Distanzlernens zuhause mit Aufgaben vertieft.“ Immanuel-Kant-Gymnasium Am Gymnasium kehren die Jahrgänge elf und zwölf zurück. Ein zehnköpfiges Gremium hat beschlossen, dass es für die Oberstufe nur Präsenzunterricht geben wird. „Dass für die Q1er, also die Jahrgangsstufe elf, der Unterricht nach aktuellem Stundenplan stattfinden wird, hat uns die Schulmail vorgegeben“, erklärt die kommissarische Schulleiterin Annett Vetter. „Für die Q2, also die Jahrgangsstufe zwölf, haben wir uns für einen kompletten Unterricht laut Stundenplan entschieden.“ Für beide Jahrgangsstufen gilt, dass eine Teilung großer Lerngruppen auf zwei benachbarte Kursräume realisiert werden soll. Somit werde die Einhaltung des Mindestabstandes von 1,5 Metern gewährleistet. Vetter: „Das bedeutet, dass in keinem Raum mehr als 14 Schülerinnen und Schüler sein werden.“ Der Abiturjahrgang hätte sonst nur noch zwei Wochen Unterricht vor den Osterferien. Zu wenig. Die Schulmail des Ministeriums führe sehr deutlich aus, dass auch die derzeitige Lernsituation Noten erfordere. „Das Unterrichten sowohl im Präsenz- als auch im Distanzunterricht, der dann kaum mehr als Videokonferenz möglich ist, bindet enorm viel Vorbereitungs- und Nachbereitungszeit“, führt Vetter die Nachteile an. Auch wenn die Lehrer aufgrund der räumlichen Trennung der Kurse nicht durchgängig im Raum seien, bekämen die Schülerinnen und Schüler so die Chance, sich auszutauschen und ein Stückweit Schulnormalität zu erleben. Vetter: „Die Oberstufe berichtete zuletzt von deutlich nachlassender Motivation, steigender Frustration und der zunehmenden fehlenden Struktur. Schultage, die kurz vor dem Abitur noch einmal an den zwölfjährigen Schulalltag erinnern, sind jetzt vielleicht genau das Richtige.“ Realschule Nord „Bei uns kommen von Montag an alle Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe zehn wieder in den Unterricht, wobei die Klassen geteilt sind, um Abstände einhalten zu können“, erklärt die 2. Konrektorin und kommissarische Schulleiterin, Käthe Heinis. „Uns als Schule ist es wichtig, unseren Zehnern möglichst viel Präsenzunterricht anbieten zu können.“ Dieses Vorgehen beruhe nicht nur auf der Verantwortung gegenüber der Abschlussklassen, sondern auch auf Gesprächen mit der Schüler- und Elternschaft, in denen dieser Wunsch mehrheitlich geäußert worden sei. „Um alle Teilgruppen abdecken zu können, erfordert das einen zusätzlichen Einsatz der Kolleginnen und Kollegen, die noch parallel die anderen Jahrgangsstufen im Distanzlernen versorgen müssen“, weiß Heinis. Auch aus diesem Grund bleiben einige Fächer des zehnten Jahrgangs im Distanzlernen: „So können wir eine Entzerrung des Stundenplanes erreichen und auch Unterrichtsbeginn und -ende für einzelne Gruppen flexibler gestalten“, erklärt sie. Damit nicht alle Schüler gleichzeitig die Schule betreten oder verlassen müssten. Realschule Süd Die Realschule Süd hat sich für ein reines Wechselmodell entschieden. „Wir haben die Klassen jeweils in zwei Hälften geteilt“, sagt Konrektor Ingo Krimling. In der Praxis sieht das einen tageweisen Wechsel vor. „Montag startet die erste Gruppe, Dienstag folgt dann die zweite Hälfte.“ Ist eine Gruppe in der Schule, wird die andere zuhause lernen. „Es gibt an den Tagen des Präsenzunterrichtes jeweils die Aufgaben für den darauffolgenden Tag mit“, erklärt Krimling. Unterrichtet werden die Hauptfächer und einige Nebenfächer. Schulschluss ist mittags. So dass noch Zeit bleibt, am Nachmittag im Distanzlernen daheim weiterzuarbeiten. Trotz der geringeren Schülerzahl bleiben an den Schulen die Hygienevorschriften natürlich bestehen. An der Realschule Süd wird dafür zum Beispiel wieder der Pausenhof unterteilt, es besteht Maskenpflicht auf dem Schulgelände, im Schulgebäude und auch im Unterricht. „Und wir werden natürlich weiterhin alle 20 Minuten lüften“, verspricht Ingo Krimling. War der Konrektor vor wenigen Tagen noch zuversichtlich, alle seine Schüler vor Ostern in der Schule wiederzusehen, schwindet die Hoffnung: „Durch die Corona-Mutante wird es offenbar wieder schwieriger und problematischer. Einen Zeitpunkt für weitere Öffnungen zu nennen, wäre derzeit ein Blick in eine Glaskugel“, winkt er ab. Europaschule Der Abiturjahrgang und die Zehner-Klassen werden von Montag an von der ersten bis zur sechsten Stunde Unterricht an der Europaschule bekommen. „Nachmittags geht es dann digital von zuhause aus weiter“, erklärt Konrektorin Andrea Brabender. „Weil wir momentan noch keine Verpflegung für die Schüler anbieten dürfen, haben wir den Schultag gesplittet“, erklärt sie. Unterrichtet werde die „volle Stundentafel“, bei zu großen Kursen gebe es eine Zweiteilung auf benachbarte Räume. Einzelne Schüler der zehnten Klassen werden zudem morgens zeitversetzt beginnen. „Um den Busverkehr und die Anreise zu entzerren“, so Brabender. „Die Jahrgangsstufe zwölf wird von Montag an zeitversetzt zur Q2, also zur Klasse 13, unterrichtet.“ Die ersten Stunden von Zuhause per Videokonferenz, dann wechseln sie für die fünfte bis neunte Stunde (Ende 16 Uhr) in die Schule. „Wir haben den Stundenplan um die Abschlussklassen herumgebaut und so aufgestellt, dass problemlos weitere Jahrgänge in den Präsenzunterricht zurückkehren können.“ Wie berichtet ist die Gesamtschule die einzige Schule der Stadt, die im Distanzlernen alle Schüler per Videokonferenz unterrichtet. Drei Jahrgangsstufen, drei verschiedene Schultrakte, drei verschiedene Pausenhöfe – auf denen alle Hygiene- und Abstandsregeln weiter Bestand haben. Wann alle Klassen im Präsenzunterricht sein werden? „Ich gehe davon aus, dass sich das Ministerium bemühen wird, dass jedes Kind einmal vor den Osterferien in der Schule gewesen sein wird – in welcher Form auch immer.“

Wechselvoller Schulstart von Montag an in Bad Oeynhausen

Wenn am Montag der Unterricht in Teilen wieder beginnt, werden die Lehrer mit Mund-Nase-Schutz vor den Klassen stehen. Foto: Sebastian Gollnow © Sebastian Gollnow

Bad Oeynhausen (nw). Nach sieben Wochen können Schülerinnen, Schüler und Eltern in Bad Oeynhausen aufatmen: Die Schule startet wieder – wenn auch eingeschränkt. Während die Grundschulen von Montag an mit Wechselunterricht beginnen, kehren an den meisten weiterführenden Schulen ganze Abschlussklassen zurück. An allen Schulen schwingt die Hoffnung mit, dass bald wieder „normaler“ Unterricht für alle möglich ist.

Grundschulen

Um ein einheitliches Modell an den Grundschulen zu haben, haben sich die Schulleitungen auf eine gemeinsame Linie geeinigt. An allen Grundschulstandorten wird es vom kommenden Montag an ein Wechselmodell für die ersten bis vierten Klassen geben. „Jede Klasse wird in zwei Gruppen eingeteilt, die dann im wochenweisen Wechsel in die Schulen kommen“, so Simone Günther, Schulleitung der Altstadtschule und Sprecherin der Grundschulen. Daraus resultierend hat jede Gruppe weiterhin Distanzunterricht – ebenfalls im Wechsel.

Wenn am Montag die ersten Kinder in die Klassen zurückkehren, geht es an den Grundschulen aber nicht gleich in die Vollen: „Wir müssen erst einmal schauen, wie der aktuelle Lernstand der Kinder ist.“ In den vergangenen sieben Wochen hätten die Kinder bearbeitete Materialien wöchentlich zurückgegeben, aber niemand wisse, ob sie die Themen auch verstanden hätten. „Die Lehrer müssen genau schauen, wo jeder einzelne steht.“ Ist das geschehen, soll es in der jeweiligen Schulwoche der Kinder mit neuen Unterrichtsinhalten vorangehen: „Der wird dann in der darauffolgenden Woche des Distanzlernens zuhause mit Aufgaben vertieft.“

Immanuel-Kant-Gymnasium

Am Gymnasium kehren die Jahrgänge elf und zwölf zurück. Ein zehnköpfiges Gremium hat beschlossen, dass es für die Oberstufe nur Präsenzunterricht geben wird. „Dass für die Q1er, also die Jahrgangsstufe elf, der Unterricht nach aktuellem Stundenplan stattfinden wird, hat uns die Schulmail vorgegeben“, erklärt die kommissarische Schulleiterin Annett Vetter. „Für die Q2, also die Jahrgangsstufe zwölf, haben wir uns für einen kompletten Unterricht laut Stundenplan entschieden.“ Für beide Jahrgangsstufen gilt, dass eine Teilung großer Lerngruppen auf zwei benachbarte Kursräume realisiert werden soll. Somit werde die Einhaltung des Mindestabstandes von 1,5 Metern gewährleistet. Vetter: „Das bedeutet, dass in keinem Raum mehr als 14 Schülerinnen und Schüler sein werden.“ Der Abiturjahrgang hätte sonst nur noch zwei Wochen Unterricht vor den Osterferien. Zu wenig. Die Schulmail des Ministeriums führe sehr deutlich aus, dass auch die derzeitige Lernsituation Noten erfordere. „Das Unterrichten sowohl im Präsenz- als auch im Distanzunterricht, der dann kaum mehr als Videokonferenz möglich ist, bindet enorm viel Vorbereitungs- und Nachbereitungszeit“, führt Vetter die Nachteile an.

Auch wenn die Lehrer aufgrund der räumlichen Trennung der Kurse nicht durchgängig im Raum seien, bekämen die Schülerinnen und Schüler so die Chance, sich auszutauschen und ein Stückweit Schulnormalität zu erleben. Vetter: „Die Oberstufe berichtete zuletzt von deutlich nachlassender Motivation, steigender Frustration und der zunehmenden fehlenden Struktur. Schultage, die kurz vor dem Abitur noch einmal an den zwölfjährigen Schulalltag erinnern, sind jetzt vielleicht genau das Richtige.“

Realschule Nord

„Bei uns kommen von Montag an alle Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe zehn wieder in den Unterricht, wobei die Klassen geteilt sind, um Abstände einhalten zu können“, erklärt die 2. Konrektorin und kommissarische Schulleiterin, Käthe Heinis. „Uns als Schule ist es wichtig, unseren Zehnern möglichst viel Präsenzunterricht anbieten zu können.“ Dieses Vorgehen beruhe nicht nur auf der Verantwortung gegenüber der Abschlussklassen, sondern auch auf Gesprächen mit der Schüler- und Elternschaft, in denen dieser Wunsch mehrheitlich geäußert worden sei.

„Um alle Teilgruppen abdecken zu können, erfordert das einen zusätzlichen Einsatz der Kolleginnen und Kollegen, die noch parallel die anderen Jahrgangsstufen im Distanzlernen versorgen müssen“, weiß Heinis. Auch aus diesem Grund bleiben einige Fächer des zehnten Jahrgangs im Distanzlernen: „So können wir eine Entzerrung des Stundenplanes erreichen und auch Unterrichtsbeginn und -ende für einzelne Gruppen flexibler gestalten“, erklärt sie. Damit nicht alle Schüler gleichzeitig die Schule betreten oder verlassen müssten.

Realschule Süd

Die Realschule Süd hat sich für ein reines Wechselmodell entschieden. „Wir haben die Klassen jeweils in zwei Hälften geteilt“, sagt Konrektor Ingo Krimling. In der Praxis sieht das einen tageweisen Wechsel vor. „Montag startet die erste Gruppe, Dienstag folgt dann die zweite Hälfte.“ Ist eine Gruppe in der Schule, wird die andere zuhause lernen. „Es gibt an den Tagen des Präsenzunterrichtes jeweils die Aufgaben für den darauffolgenden Tag mit“, erklärt Krimling. Unterrichtet werden die Hauptfächer und einige Nebenfächer. Schulschluss ist mittags. So dass noch Zeit bleibt, am Nachmittag im Distanzlernen daheim weiterzuarbeiten.

Trotz der geringeren Schülerzahl bleiben an den Schulen die Hygienevorschriften natürlich bestehen. An der Realschule Süd wird dafür zum Beispiel wieder der Pausenhof unterteilt, es besteht Maskenpflicht auf dem Schulgelände, im Schulgebäude und auch im Unterricht. „Und wir werden natürlich weiterhin alle 20 Minuten lüften“, verspricht Ingo Krimling. War der Konrektor vor wenigen Tagen noch zuversichtlich, alle seine Schüler vor Ostern in der Schule wiederzusehen, schwindet die Hoffnung: „Durch die Corona-Mutante wird es offenbar wieder schwieriger und problematischer. Einen Zeitpunkt für weitere Öffnungen zu nennen, wäre derzeit ein Blick in eine Glaskugel“, winkt er ab.

Europaschule

Der Abiturjahrgang und die Zehner-Klassen werden von Montag an von der ersten bis zur sechsten Stunde Unterricht an der Europaschule bekommen. „Nachmittags geht es dann digital von zuhause aus weiter“, erklärt Konrektorin Andrea Brabender. „Weil wir momentan noch keine Verpflegung für die Schüler anbieten dürfen, haben wir den Schultag gesplittet“, erklärt sie. Unterrichtet werde die „volle Stundentafel“, bei zu großen Kursen gebe es eine Zweiteilung auf benachbarte Räume. Einzelne Schüler der zehnten Klassen werden zudem morgens zeitversetzt beginnen. „Um den Busverkehr und die Anreise zu entzerren“, so Brabender.

„Die Jahrgangsstufe zwölf wird von Montag an zeitversetzt zur Q2, also zur Klasse 13, unterrichtet.“ Die ersten Stunden von Zuhause per Videokonferenz, dann wechseln sie für die fünfte bis neunte Stunde (Ende 16 Uhr) in die Schule. „Wir haben den Stundenplan um die Abschlussklassen herumgebaut und so aufgestellt, dass problemlos weitere Jahrgänge in den Präsenzunterricht zurückkehren können.“ Wie berichtet ist die Gesamtschule die einzige Schule der Stadt, die im Distanzlernen alle Schüler per Videokonferenz unterrichtet.

Drei Jahrgangsstufen, drei verschiedene Schultrakte, drei verschiedene Pausenhöfe – auf denen alle Hygiene- und Abstandsregeln weiter Bestand haben. Wann alle Klassen im Präsenzunterricht sein werden? „Ich gehe davon aus, dass sich das Ministerium bemühen wird, dass jedes Kind einmal vor den Osterferien in der Schule gewesen sein wird – in welcher Form auch immer.“

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