Wahl des SPD-Landratskandidaten: Klare Mehrheit für Ingo Ellerkamp Frank Hartmann Lübbecke. Im Kreiswahlprogramm, das 130 Delegierte der Wahlkreiskonferenz der SPD Minden-Lübbecke am Freitagabend in der Stadthalle Lübbecke einstimmig beschlossen haben, kommt Familie Gieseking nicht vor. Aber in der inhaltlich weitgehend identischen „Vision eines guten und gelungenen Lebens" im Mühlenkreis, wie der Kreisvorsitzende Michael Buhre es formulierte. Die Geschichte, mit der man „etwas Neues gewagt" habe, handelt von Familie Gieseking im Jahr 2030. Großeltern, Eltern und Kinder fühlen sich ganz wohl hier und beschreiben das mit dem ostwestfälischen Lob „Kannste nix von sagen". Anhand der auf mehrere Städte und Gemeinden im Kreis verteilt lebenden Familienmitglieder schildert die Kreis-SPD, wie sie bei der Kommunalwahl im September die Mehrheit im Kreistag erreichen und Ingo Ellerkamp (46) zum Gewinn der Landratswahl verhelfen will: mit einer Politik für eine „gerechte und solidarische Gesellschaft, in der die Menschen im Mittelpunkt stehen". Keine Kita-Beiträge ab 2025 Die 15 Punkte im Kreiswahlprogramm umfassen große Sachbereiche wie Arbeit, Umwelt, Soziales und Wohnen – aber auch eine moderne Kreisverwaltung, Demokratie und Vielfalt sowie bürgerschaftliches Engagement. Applaus erhielt Buhre, der das Programm vorstellte, unter anderem für die Aussage, dass die Kitabeiträge in Absprache mit den Kommunen bis 2025 abgeschafft werden sollen. Geklatscht wurde auch, als Buhre sagte: „Der Reinigungsdienst der Mühlenkreiskliniken wird wieder ausschließlich mit eigenen Kräften durchgeführt." Das seit langem umstrittene Thema Kampa-Halle beziehungsweise Multifunktionshalle in Minden findet sich ebenfalls auf dem insgesamt sechs Seiten langen Kreiswahlprogramm wieder. Die SPD wolle dafür sorgen, heißt es darin, dass am Standort Kampa-Halle ein modernes Kreis-Sportzentrum für den Schul-, Vereins- und Breitensport realisiert werde. Die SPD stehe aber auch für eine Beteiligung des Kreises am Projekt Multifunktionshalle. Die entsprechenden Mittel für das Sportzentrum würden im nächsten Haushalt bereitgestellt: „Das gilt auch für den zugesagten einmaligen Investitionszuschuss von 14,5 Millionen Euro für den Bau der Multifunktionshalle." In der könnten dann künftig die Handball-Derbys zwischen GWD Minden und dem TuS N-Lübbecke ausgetragen werden, sagte Buhre, dem die Vorfreude darauf im Gesicht abzulesen war. 128 von 129 abgegebenen Stimmen „Ich fühle mich getragen und freue mich auf den Wahlkampf", sagte wenig später Ingo Ellerkamp, der nun auch offiziell Kandidat der SPD Minden-Lübbecke für die Landratswahl ist. Von den 129 abgegebenen Stimmen der Delegierten entfielen 128 auf ihn, bei einer Nein-Stimme. Damit vereinigte der Petershäger, der als Baudezernent im Lübbecker Rathaus tätig ist, 99,2 Prozent der Stimmen auf sich. Er wolle die Wahl gewinnen und Landrat werden – „mit euch zusammen und mit den Menschen im Kreis". Zuvor hatte Ellerkamp rechten Terror und Rassismus angesprochen: „Daran kann und will ich mich nicht gewöhnen." Nationalisten vergifteten die Stimmung, „auch bei uns" betonte Ellerkamp. Er werde dafür kämpfen, dass Minden-Lübbecke weltoffen bleibe. Für diese deutlichen Aussagen erhielt er viel Applaus. Auf die SPD sollen die Menschen sich verlassen können Als der Kandidat aufzählte, wofür er steht, ging es um medizinische Versorgung, Seniorenbetreuung, Integration und Inklusion. Aber auch um eine bessere Kommunikation zwischen dem Kreis und den Städten und Gemeinden. Wichtig seien ihm zudem transparente und für die Bürger nachvollziehbare Entscheidungen: „Die Menschen sollen wissen, woran sie sind." Eines wissen die Bürger seit Freitagabend über Ingo Ellerkamp ganz sicher: „Das bäuerlich geprägte Gesicht unserer Landschaft gehört für mich dazu" – zu einem gelungenen Leben im Mühlenkreis. „Lasst uns die sein, auf die die Menschen sich verlassen können", lautete sein Schluss-Appell an die Delegierten, die Ellerkamps Rede mit lang anhaltendem Beifall honorierten.

Wahl des SPD-Landratskandidaten: Klare Mehrheit für Ingo Ellerkamp

© Joern Spreen-Ledebur

Lübbecke. Im Kreiswahlprogramm, das 130 Delegierte der Wahlkreiskonferenz der SPD Minden-Lübbecke am Freitagabend in der Stadthalle Lübbecke einstimmig beschlossen haben, kommt Familie Gieseking nicht vor. Aber in der inhaltlich weitgehend identischen „Vision eines guten und gelungenen Lebens" im Mühlenkreis, wie der Kreisvorsitzende Michael Buhre es formulierte. Die Geschichte, mit der man „etwas Neues gewagt" habe, handelt von Familie Gieseking im Jahr 2030. Großeltern, Eltern und Kinder fühlen sich ganz wohl hier und beschreiben das mit dem ostwestfälischen Lob „Kannste nix von sagen".

Anhand der auf mehrere Städte und Gemeinden im Kreis verteilt lebenden Familienmitglieder schildert die Kreis-SPD, wie sie bei der Kommunalwahl im September die Mehrheit im Kreistag erreichen und Ingo Ellerkamp (46) zum Gewinn der Landratswahl verhelfen will: mit einer Politik für eine „gerechte und solidarische Gesellschaft, in der die Menschen im Mittelpunkt stehen".

Keine Kita-Beiträge ab 2025

- © Joern Spreen-Ledebur
© Joern Spreen-Ledebur

Die 15 Punkte im Kreiswahlprogramm umfassen große Sachbereiche wie Arbeit, Umwelt, Soziales und Wohnen – aber auch eine moderne Kreisverwaltung, Demokratie und Vielfalt sowie bürgerschaftliches Engagement. Applaus erhielt Buhre, der das Programm vorstellte, unter anderem für die Aussage, dass die Kitabeiträge in Absprache mit den Kommunen bis 2025 abgeschafft werden sollen. Geklatscht wurde auch, als Buhre sagte: „Der Reinigungsdienst der Mühlenkreiskliniken wird wieder ausschließlich mit eigenen Kräften durchgeführt."

Das seit langem umstrittene Thema Kampa-Halle beziehungsweise Multifunktionshalle in Minden findet sich ebenfalls auf dem insgesamt sechs Seiten langen Kreiswahlprogramm wieder. Die SPD wolle dafür sorgen, heißt es darin, dass am Standort Kampa-Halle ein modernes Kreis-Sportzentrum für den Schul-, Vereins- und Breitensport realisiert werde. Die SPD stehe aber auch für eine Beteiligung des Kreises am Projekt Multifunktionshalle. Die entsprechenden Mittel für das Sportzentrum würden im nächsten Haushalt bereitgestellt: „Das gilt auch für den zugesagten einmaligen Investitionszuschuss von 14,5 Millionen Euro für den Bau der Multifunktionshalle." In der könnten dann künftig die Handball-Derbys zwischen GWD Minden und dem TuS N-Lübbecke ausgetragen werden, sagte Buhre, dem die Vorfreude darauf im Gesicht abzulesen war.

128 von 129 abgegebenen Stimmen

„Ich fühle mich getragen und freue mich auf den Wahlkampf", sagte wenig später Ingo Ellerkamp, der nun auch offiziell Kandidat der SPD Minden-Lübbecke für die Landratswahl ist. Von den 129 abgegebenen Stimmen der Delegierten entfielen 128 auf ihn, bei einer Nein-Stimme. Damit vereinigte der Petershäger, der als Baudezernent im Lübbecker Rathaus tätig ist, 99,2 Prozent der Stimmen auf sich. Er wolle die Wahl gewinnen und Landrat werden – „mit euch zusammen und mit den Menschen im Kreis".

Zuvor hatte Ellerkamp rechten Terror und Rassismus angesprochen: „Daran kann und will ich mich nicht gewöhnen." Nationalisten vergifteten die Stimmung, „auch bei uns" betonte Ellerkamp. Er werde dafür kämpfen, dass Minden-Lübbecke weltoffen bleibe. Für diese deutlichen Aussagen erhielt er viel Applaus.

Auf die SPD sollen die Menschen sich verlassen können

Als der Kandidat aufzählte, wofür er steht, ging es um medizinische Versorgung, Seniorenbetreuung, Integration und Inklusion. Aber auch um eine bessere Kommunikation zwischen dem Kreis und den Städten und Gemeinden. Wichtig seien ihm zudem transparente und für die Bürger nachvollziehbare Entscheidungen: „Die Menschen sollen wissen, woran sie sind."

Eines wissen die Bürger seit Freitagabend über Ingo Ellerkamp ganz sicher: „Das bäuerlich geprägte Gesicht unserer Landschaft gehört für mich dazu" – zu einem gelungenen Leben im Mühlenkreis. „Lasst uns die sein, auf die die Menschen sich verlassen können", lautete sein Schluss-Appell an die Delegierten, die Ellerkamps Rede mit lang anhaltendem Beifall honorierten.

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