Von 2.000 neuen Tests in Bevölkerung nur einer positiv Oliver Auster,Carsten Linnhoff Düsseldorf (nw). Ein Hoffnungsschimmer für die Menschen in den Kreisen Gütersloh und Warendorf: Von 2.000 aktuell geführten Corona-Tests sei nur einer positiv ausgefallen. Das sagte Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) am Donnerstag in einer Sondersitzung des Gesundheitsausschusses. Er habe gerade eine SMS mit diesen Zahlen bekommen, sagte Laumann. Ein Sprecher des Gesundheitsministeriums bestätigte auf Nachfrage, dass es sich bei den 2.000 Getesteten um Menschen aus der Allgemeinbevölkerung handele. Laumann hatte im Ausschuss mit Blick auf die zurzeit laufenden freiwilligen Massentestungen gesagt, dass man danach wohl beurteilen könne, ob die Corona-Infektionen bei Tönnies-Mitarbeitern auf andere Bereiche der Gesellschaftübergesprungen seien. Mit Ergebnissen rechne er am Sonntag. Fortsetzung des Lockdowns hängt von Infiziertenzahlen ab Die Frage ist mitentscheidend für eine Fortsetzung des neuen, eingeschränkten Lockdowns, der für die Kreise Gütersloh und Warendorf bis zunächst zum 30. Juni verhängt worden war. Laut Robert Koch-Institut ist die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb der vergangenen sieben Tage am Donnerstag im KreisGütersloh signifikant auf 192,8 gesunken. Am Dienstag betrug der Wert laut NRW-Gesundheitsministerium noch 270,2. Im benachbarten Kreis Warendorf sank der Wert auf 50,4, zuvor lag er noch bei 66,2. Damit liegt der Kreis Warendorf nur noch knapp über der Marke 50, die von Bund und Ländern als Grenzwert für wieder stärkere Einschränkungen vereinbart worden war. Zudem haben mehrere Bundesländer den Wert inzwischen als Maßstab für Beherbergungsverbote für Besucher aus einem solchen Kreis gemacht. Am Mittwochabend teilte auch Baden-Württemberg mit, dass man Reisende aus dem nordrhein-westfälischen Corona-Risikogebiet nicht mehr im Land übernachten lasse. Bayern und Niedersachsen hatten bereits Beherbergungsverbote beschlossen, Schleswig-Holstein erließ eine Quarantäneregelung. Ausnahmen gelten auch in Baden-Württemberg für Personen, die mit einem ärztlichen Attest belegen können, nicht infiziert zu sein. Kreis Gütersloh baut Testkapazitäten aus An den Testzentren in den Kreisen Warendorf und Gütersloh hatten sich bereits am Mittwoch lange Schlangen von Menschen gebildet, die einen Corona-Test machen wollten, um mit einem negativen Ergebnis Sicherheit für ihren Urlaub zu haben. Wegen des großen Andrangs baut der Kreis Gütersloh unterdessen seine Testkapazitäten weiter aus: Nach Angaben von Landrat Sven-Georg Adenauer (CDU) sollen pro Tag jetzt 10.000 kostenfreie Corona-Testsmöglich sein. Um dieses Ziel zu erreichen, habe der Kreis inZusammenarbeit mit der Kassenärztlichen Vereinigung weitere Testzentren eingerichtet, hieß es in einer Mitteilung vom Donnerstag. Wer sich testen lassen will, muss sich dennoch auf längereWartezeiten einstellen. Der Kreis empfahl, Sonnenschutz, Getränken und Klappstühle mitzubringen. Diskussion um möglichen Ausbruch durch Gottesdienst Im Gesundheitsausschuss wurde am Donnerstagmorgen erneut über die mutmaßlichen Ursachen und die Folgen des Corona-Ausbruchs beim Fleischbetrieb Tönnies diskutiert. Eine erste Welle von Infizierten bei Tönnies hat es nach Angaben des Gesundheitsministeriums Mitte Maiim Zusammenhang mit einer "kirchlichen Veranstaltung" gegeben. Das sage Staatssekretär Edmund Heller in der Sondersitzung. Nach Recherchen des Portals t-online.de handelte es sich um einen Gottesdienst, der am 17. Mai stattfand. Bei diesem Gottesdienst seien auch Arbeiter eines Tönnies-Konkurrenten dabei gewesen. Der Sprecher des Kreises Gütersloh bestätigte entsprechende Erkenntnisse. Es seiensowohl Mitarbeiter von Tönnies als auch eines anderen Unternehmens aus der Branche vor Ort gewesen. Auch waren Besucher ohne Bezug zur Fleischindustrie bei dem Gottesdienst. Ob aber diese Veranstaltung Grund für den Corona-Ausbruch bei Tönnies ist, sei völlig offen, sagte der Sprecher des Kreises. Es sei jetzt Aufgabe der Experten des Robert Koch-Instituts, diese Frage zu klären. Erste Infizierte im Kreis Gütersloh habe es nachweislich bereits Wochen zuvor im Zusammenhang mit Rückreisenden aus dem Winterurlaub gegeben.

Von 2.000 neuen Tests in Bevölkerung nur einer positiv

Vor dem Testzentrum in Gütersloh bilden sich seit Tagen lange Schlangen. © Andreas Frücht

Düsseldorf (nw). Ein Hoffnungsschimmer für die Menschen in den Kreisen Gütersloh und Warendorf: Von 2.000 aktuell geführten Corona-Tests sei nur einer positiv ausgefallen. Das sagte Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) am Donnerstag in einer Sondersitzung des Gesundheitsausschusses. Er habe gerade eine SMS mit diesen Zahlen bekommen, sagte Laumann.

Ein Sprecher des Gesundheitsministeriums bestätigte auf Nachfrage, dass es sich bei den 2.000 Getesteten um Menschen aus der Allgemeinbevölkerung handele. Laumann hatte im Ausschuss mit Blick auf die zurzeit laufenden freiwilligen Massentestungen gesagt, dass man danach wohl beurteilen könne, ob die Corona-Infektionen bei Tönnies-Mitarbeitern auf andere Bereiche der Gesellschaft
übergesprungen seien. Mit Ergebnissen rechne er am Sonntag.

Fortsetzung des Lockdowns hängt von Infiziertenzahlen ab

Die Frage ist mitentscheidend für eine Fortsetzung des neuen, eingeschränkten Lockdowns, der für die Kreise Gütersloh und Warendorf bis zunächst zum 30. Juni verhängt worden war. Laut Robert Koch-Institut ist die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb der vergangenen sieben Tage am Donnerstag im Kreis
Gütersloh signifikant auf 192,8 gesunken. Am Dienstag betrug der Wert laut NRW-Gesundheitsministerium noch 270,2. Im benachbarten Kreis Warendorf sank der Wert auf 50,4, zuvor lag er noch bei 66,2.

Damit liegt der Kreis Warendorf nur noch knapp über der Marke 50, die von Bund und Ländern als Grenzwert für wieder stärkere Einschränkungen vereinbart worden war. Zudem haben mehrere Bundesländer den Wert inzwischen als Maßstab für Beherbergungsverbote für Besucher aus einem solchen Kreis gemacht.

Am Mittwochabend teilte auch Baden-Württemberg mit, dass man Reisende aus dem nordrhein-westfälischen Corona-Risikogebiet nicht mehr im Land übernachten lasse. Bayern und Niedersachsen hatten bereits Beherbergungsverbote beschlossen, Schleswig-Holstein erließ eine Quarantäneregelung. Ausnahmen gelten auch in Baden-Württemberg für Personen, die mit einem ärztlichen Attest belegen können, nicht infiziert zu sein.

Kreis Gütersloh baut Testkapazitäten aus

An den Testzentren in den Kreisen Warendorf und Gütersloh hatten sich bereits am Mittwoch lange Schlangen von Menschen gebildet, die einen Corona-Test machen wollten, um mit einem negativen Ergebnis Sicherheit für ihren Urlaub zu haben.

Wegen des großen Andrangs baut der Kreis Gütersloh unterdessen seine Testkapazitäten weiter aus: Nach Angaben von Landrat Sven-Georg Adenauer (CDU) sollen pro Tag jetzt 10.000 kostenfreie Corona-Tests
möglich sein. Um dieses Ziel zu erreichen, habe der Kreis in
Zusammenarbeit mit der Kassenärztlichen Vereinigung weitere Testzentren eingerichtet, hieß es in einer Mitteilung vom Donnerstag.

Wer sich testen lassen will, muss sich dennoch auf längere
Wartezeiten einstellen. Der Kreis empfahl, Sonnenschutz, Getränken und Klappstühle mitzubringen.

Diskussion um möglichen Ausbruch durch Gottesdienst

Im Gesundheitsausschuss wurde am Donnerstagmorgen erneut über die mutmaßlichen Ursachen und die Folgen des Corona-Ausbruchs beim Fleischbetrieb Tönnies diskutiert. Eine erste Welle von Infizierten bei Tönnies hat es nach Angaben des Gesundheitsministeriums Mitte Mai
im Zusammenhang mit einer "kirchlichen Veranstaltung" gegeben. Das sage Staatssekretär Edmund Heller in der Sondersitzung.

Nach Recherchen des Portals t-online.de handelte es sich um einen Gottesdienst, der am 17. Mai stattfand. Bei diesem Gottesdienst seien auch Arbeiter eines Tönnies-Konkurrenten dabei gewesen. Der Sprecher des Kreises Gütersloh bestätigte entsprechende Erkenntnisse. Es seien
sowohl Mitarbeiter von Tönnies als auch eines anderen Unternehmens aus der Branche vor Ort gewesen. Auch waren Besucher ohne Bezug zur Fleischindustrie bei dem Gottesdienst.

Ob aber diese Veranstaltung Grund für den Corona-Ausbruch bei Tönnies ist, sei völlig offen, sagte der Sprecher des Kreises. Es sei jetzt Aufgabe der Experten des Robert Koch-Instituts, diese Frage zu klären. Erste Infizierte im Kreis Gütersloh habe es nachweislich bereits Wochen zuvor im Zusammenhang mit Rückreisenden aus dem Winterurlaub gegeben.

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