Vom Mühlenkreis in die Welt des Profi-Sports: Hüllhorster interviewt Fußball-Größen Kirsten Tirre Hüllhorst/München (nw). Der Fußball rollt wieder. Wenn auch nur zumeist in Geisterspielen. Welche Auswirkungen die Corona-Pandemie und der Lockdown auf die Bundesliga hatten und noch immer haben beleuchtet die Dokumentation „Weiter, immer weiter...- Corona. Die Bundesliga. Der Restart.“, welche die ARD am kommenden Sonntag um 18.30 Uhr ausstrahlt. Macher des Films ist Mario Kottkamp (45), der aus Hüllhorst kommt. Kottkamp lebt heute in Rosenheim und betreibt in München eine eigene Produktionsfirma „JAU!Media“. In Hüllhorst, wo seine Wurzeln sind, ist er noch mehrfach im Jahr, denn hier leben seine Eltern, seine Oma (in Pr. Oldendorf) oder auch beste Freunde wie der Hüllhorster CDU-Chef Sven Öpping, den er seit dem Kindergarten kennt. Der Filmproduzent hatte schon früh ein Faible für den Fußball. Als kleiner Dötz spielte er beim TuS Tengern, in der Jugend dann beim VFL Mennighüffen in der Bezirksliga und auch eine Zeit beim SV Schnathorst. Schon früh begann er beim Bolzen mit Freunden die Spielzüge zu kommentieren und mit Anfang 20 setzte sich bei ihm die Erkenntnis durch, dass sein Talent doch wohl eher in der Spielanalyse als im aktiven Spielen liegt. In Köln studierte Kottkamp nach dem Abitur am Löhner Gymnasium Medien und Kommunikation an der Sporthochschule, besuchte dann die RTL-Journalistenschule und arbeitete mehrere Jahre bei RTL/NTV als Beitragsmacher, On-Air-Reporter, CVD und Sportchef von Punkt 6. 2011 folgte der Ruf von Sky aus München, wo er für Formate wie „Sky90“, „Samstag Live“, „Mein Stadion“ oder „einsEins“ verantwortlich war. Vor fünf Jahren gründete der 45-Jährige seine Produktionsfirma „Jau!Media“, die in aller Welt Dokumentationen, Werbefilme und TV-Spots für den Sportbereich und Unternehmen dreht. Zum ehemaligen Sportchef des ZDF, Dieter Gruschwitz, pflegt Mario Kottkamp berufsbedingt gute Kontakte und bei einem Treffen entstand gemeinsam mit dem DFL-Chef Christian Seifert die Idee, die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den Profi-Fußball zu beleuchten. In Interviews mit hochkarätigen Gesprächspartnern wie dem ehemaligen Dortmund- und heutigen FC Liverpool-Trainer Jürgen Klopp. „Es war auf einmal da!“, sagt Jürgen Klopp in der Dokumentation und besser könne man nicht beschreiben, was viele Millionen Menschen gedacht haben, als Corona im Februar 2020 nach Deutschland kam. Das Virus wird zur Pandemie, stoppt das soziale Leben in Deutschland, in der Welt und führt auch zu der ersten Unterbrechung der Fußball-Bundesliga seit Bestehen 1963, so heißt es in der Pressemitteilung zu der Doku. „Corona betrifft jeden“, sagt Kottkamp und wir haben in unserem Film die Auswirkungen auf den Fußball heruntergebrochen. Und das nicht nur wegen der Millionen Fans, die der Fußball in Deutschland hat, sondern auch weil es sich um einen der führenden Wirtschaftszweige handele, in dem Milliarden von Euro unterwegs seien und an dem allein in Deutschland 50.000 bis 60.000 Arbeitsplätze hängen würden. Für das Projekt haben der Filmemacher und der ehemalige Sportchef des ZDF insgesamt 33 nationale und internationale Interviewpartner getroffen, darunter auch den Geschäftsführer von Borussia Dortmund, Hans-Joachim Watzke, die Torwart-Legende Oliver Kahn, Bundestrainer Jogi Löw oder Fußball-Funktionär Uli Hoeneß. Auch ein Vertreter der Fan-Seite, der Ethikrat und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn kommen zu Wort. Gedreht wurde an Schauplätzen wie Stadien, Geschäftsstellen oder auch Hotels, wie im Fall von „Kloppo“, der mit dem FC Liverpool gerade ein Trainingslager im österreichischen Saalfelden aufgeschlagen hatte. Zum Zeitpunkt des Interviews mit Jürgen Klopp im August, gab es auch gerade einen frischen Corona-Fall im Betreuerteam. 11,5 Stunden Interviewmaterial sind dabei zusammengekommen. In 30 Tagen Schnitt sei daraus ein nachdenklicher und reflektierender Film für die ARD geworden, der auf dem Sendeplatz der Sonntags-Sportschau ausgestrahlt wird und auch in der Mediathek und eine Woche später bei Amazon Prime als etwas längere Fassung verfügbar sein wird. Kottkamp: „Es ist eine Zusammenfassung der letzten Monate im deutschen Fußball unter Coronabedingungen. Es geht um die Auswirkungen aber auch um die Folgen für die Zukunft.“ Denn nach den Recherchen der Filmemacher standen wegen des Lockdowns 13 von 36 Erst- und Zweitliga-Vereinen im Mai 2020 kurz vor der Pleite. „Die Vereine haben durch Corona erkannt, dass sie nicht krisenfest sind und sich umstellen und umstrukturieren müssen.“ Auch die Lobbyarbeit im deutschen Fußball findet Erwähnung in dem Beitrag. Ob der nur für eingefleischte Fußballfreunde von Interesse ist? „Nein“, sagt Kottkamp. „Das Feedback von verschiedensten Menschen, die den Film vorab schon einmal schauen konnten, war gut.“ Auch Nicht-Fußballfans fanden ihn spannend.

Vom Mühlenkreis in die Welt des Profi-Sports: Hüllhorster interviewt Fußball-Größen

Liverpool-Trainer Jürgen Klopp (von links), die Kameramänner Manuel May und Duc Pham, Ton-Ingenieur Matthias Paul sowie die Produzenten Dieter Gruschwitz (ehemaliger Sportchef ZDF) und Mario Kottkamp, der aus Hüllhorst kommt. © Foto: Mario Kottkamp/Jau!Media

Hüllhorst/München (nw). Der Fußball rollt wieder. Wenn auch nur zumeist in Geisterspielen. Welche Auswirkungen die Corona-Pandemie und der Lockdown auf die Bundesliga hatten und noch immer haben beleuchtet die Dokumentation „Weiter, immer weiter...- Corona. Die Bundesliga. Der Restart.“, welche die ARD am kommenden Sonntag um 18.30 Uhr ausstrahlt. Macher des Films ist Mario Kottkamp (45), der aus Hüllhorst kommt.

Kottkamp lebt heute in Rosenheim und betreibt in München eine eigene Produktionsfirma „JAU!Media“. In Hüllhorst, wo seine Wurzeln sind, ist er noch mehrfach im Jahr, denn hier leben seine Eltern, seine Oma (in Pr. Oldendorf) oder auch beste Freunde wie der Hüllhorster CDU-Chef Sven Öpping, den er seit dem Kindergarten kennt.

Der Filmproduzent hatte schon früh ein Faible für den Fußball. Als kleiner Dötz spielte er beim TuS Tengern, in der Jugend dann beim VFL Mennighüffen in der Bezirksliga und auch eine Zeit beim SV Schnathorst. Schon früh begann er beim Bolzen mit Freunden die Spielzüge zu kommentieren und mit Anfang 20 setzte sich bei ihm die Erkenntnis durch, dass sein Talent doch wohl eher in der Spielanalyse als im aktiven Spielen liegt.

In Köln studierte Kottkamp nach dem Abitur am Löhner Gymnasium Medien und Kommunikation an der Sporthochschule, besuchte dann die RTL-Journalistenschule und arbeitete mehrere Jahre bei RTL/NTV als Beitragsmacher, On-Air-Reporter, CVD und Sportchef von Punkt 6. 2011 folgte der Ruf von Sky aus München, wo er für Formate wie „Sky90“, „Samstag Live“, „Mein Stadion“ oder „einsEins“ verantwortlich war. Vor fünf Jahren gründete der 45-Jährige seine Produktionsfirma „Jau!Media“, die in aller Welt Dokumentationen, Werbefilme und TV-Spots für den Sportbereich und Unternehmen dreht.

Zum ehemaligen Sportchef des ZDF, Dieter Gruschwitz, pflegt Mario Kottkamp berufsbedingt gute Kontakte und bei einem Treffen entstand gemeinsam mit dem DFL-Chef Christian Seifert die Idee, die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den Profi-Fußball zu beleuchten. In Interviews mit hochkarätigen Gesprächspartnern wie dem ehemaligen Dortmund- und heutigen FC Liverpool-Trainer Jürgen Klopp.

„Es war auf einmal da!“, sagt Jürgen Klopp in der Dokumentation und besser könne man nicht beschreiben, was viele Millionen Menschen gedacht haben, als Corona im Februar 2020 nach Deutschland kam. Das Virus wird zur Pandemie, stoppt das soziale Leben in Deutschland, in der Welt und führt auch zu der ersten Unterbrechung der Fußball-Bundesliga seit Bestehen 1963, so heißt es in der Pressemitteilung zu der Doku.

„Corona betrifft jeden“, sagt Kottkamp und wir haben in unserem Film die Auswirkungen auf den Fußball heruntergebrochen. Und das nicht nur wegen der Millionen Fans, die der Fußball in Deutschland hat, sondern auch weil es sich um einen der führenden Wirtschaftszweige handele, in dem Milliarden von Euro unterwegs seien und an dem allein in Deutschland 50.000 bis 60.000 Arbeitsplätze hängen würden.

Für das Projekt haben der Filmemacher und der ehemalige Sportchef des ZDF insgesamt 33 nationale und internationale Interviewpartner getroffen, darunter auch den Geschäftsführer von Borussia Dortmund, Hans-Joachim Watzke, die Torwart-Legende Oliver Kahn, Bundestrainer Jogi Löw oder Fußball-Funktionär Uli Hoeneß. Auch ein Vertreter der Fan-Seite, der Ethikrat und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn kommen zu Wort.

Gedreht wurde an Schauplätzen wie Stadien, Geschäftsstellen oder auch Hotels, wie im Fall von „Kloppo“, der mit dem FC Liverpool gerade ein Trainingslager im österreichischen Saalfelden aufgeschlagen hatte. Zum Zeitpunkt des Interviews mit Jürgen Klopp im August, gab es auch gerade einen frischen Corona-Fall im Betreuerteam.

11,5 Stunden Interviewmaterial sind dabei zusammengekommen. In 30 Tagen Schnitt sei daraus ein nachdenklicher und reflektierender Film für die ARD geworden, der auf dem Sendeplatz der Sonntags-Sportschau ausgestrahlt wird und auch in der Mediathek und eine Woche später bei Amazon Prime als etwas längere Fassung verfügbar sein wird. Kottkamp: „Es ist eine Zusammenfassung der letzten Monate im deutschen Fußball unter Coronabedingungen. Es geht um die Auswirkungen aber auch um die Folgen für die Zukunft.“

Denn nach den Recherchen der Filmemacher standen wegen des Lockdowns 13 von 36 Erst- und Zweitliga-Vereinen im Mai 2020 kurz vor der Pleite. „Die Vereine haben durch Corona erkannt, dass sie nicht krisenfest sind und sich umstellen und umstrukturieren müssen.“

Auch die Lobbyarbeit im deutschen Fußball findet Erwähnung in dem Beitrag. Ob der nur für eingefleischte Fußballfreunde von Interesse ist? „Nein“, sagt Kottkamp. „Das Feedback von verschiedensten Menschen, die den Film vorab schon einmal schauen konnten, war gut.“ Auch Nicht-Fußballfans fanden ihn spannend.

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