Vier Verhaftungen: Die Razzien in Volksdorf und Sachsenhagen hängen zusammen Verena Gehing,Jakob Gokl Kreis Schaumburg (szlz). Zwischen den Razzien am Montag in Volksdorf und der am 6. Mai ausgehobenen großen Cannabis-Plantage in Sachsenhagen besteht ein Zusammenhang. Das bestätigt das zuständige Landeskriminalamt (LKA) Niedersachsen. Im Mittelpunkt sollen zwei gut vernetzte Geschäftsmänner aus Schaumburg stehen, beide sind jetzt verhaftet. Doch möglicherweise gibt es noch größere Verbindungen: Denn die Razzien fanden im Zuge einer weltweiten Aktion statt. Nach Informationen dieser Zeitung sollten bei dem Zugriff am Montag in dem Dorf Volksdorf (Gemeinde Meerbeck) zwei Haftbefehle vollstreckt werden, ein Verdächtiger wurde festgenommen. Nach Auskunft der Polizeibehörde wurden noch drei weitere Gesuchte bei Razzien angetroffen – in der Region Hannover, dem Landkreis Celle und Steinfurt. Der in NRW Festgenommene ist dem Vernehmen nach eigentlich in Volksdorf gemeldet. Den konnten die Beamten dort aber nicht antreffen. Die Männer aus Deutschland sind nach Angaben des LKA 32, 34, 41 und 43 Jahre alt. Zwei Beschuldigte hätten bereits gegen das Betäubungsmittelgesetz verstoßen. Wie berichtet, stürmten am Montag Spezialeinsatzkräfte (SEK) zwei Wohnhäuser an der Bornstraße in Volksdorf. Dabei nahmen sie einen Mann fest und stellten etliches Beweismaterial sicher. Augenzeugen berichteten, dass die Beamten Päckchen – mutmaßlich mit Drogen – aus einer Wohnung getragen haben. Zuvor hatten die schwer bewaffneten Einsatzkräfte drei Türen mit einer Ramme aufgebrochen. Der morgendliche Zugriff in Schaumburg war Teil einer weltweiten Operation gegen Drogenringe. Dabei haben internationale Ermittler laut Europol mehr als 800 Personen festgenommen – darunter die Männer aus Volksdorf. Nach Angaben der Behörde wurden bei der größten Polizei-Aktion aller Zeiten mehr als 700 Häuser durchsucht, Tonnen an Drogen beschlagnahmt sowie große Mengen Bargeld, Waffen und Juwelen sichergestellt. Das teilte Europol bei einer Pressekonferenz in Den Haag mit. Ermittler in 16 Ländern seien beteiligt gewesen. Ausgangspunkt in Deutschland sei ein Ermittlungskomplex der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main und des Bundeskriminalamtes. Das dortige LKA hatte die Federführung. Schwerpunkt der Zugriffe in Deutschland war Hessen. Dass es einen Zusammenhang zu der großen Cannabis-Plantage in Sachsenhagen gibt, erklärt auch, warum sich das LKA in Hannover seinerzeit sehr zugeknöpft gezeigt hatte, was weitere Details zu der Razzia Anfang Mai betrifft. Dabei stellte das SEK in der ehemaligen Tennishalle – unweit der Kita und der Grundschule – 4000 Hanfpflanzen sicher. Die bis zu 1,80 Meter hohen Pflanzen hatten laut LKA einen Ertrag von etwa 400 Kilogramm Marihuana und einen Verkaufswert von bis zu vier Millionen Euro. Bei dem Einsatz in Sachsenhagen hatten die Beamten vier Tatverdächtige im Alter zwischen 21 und 61 Jahren festgenommen – darunter dem Vernehmen nach auch den Betreiber der Plantage. Später erfolgte noch eine weitere Festnahme. Nach Ansicht der Experten handelte es sich bei der Einrichtung am Ziegenbach um eine außerordentlich professionell betriebene Anlage. Die Plantage erstreckte sich über 2500 Quadratmeter. Die Bewässerung, Stromversorgung sowie Be- und Entlüftung liefen in Teilen voll automatisiert. Die ausgehobene Anlage sei in ihrem Umfang eine der größten in Niedersachsen. Die Polizei benötigte mehrere Tage, um die Pflanzen abzuernten und zu vernichten. Das sei nötig, um den tatsächlichen Gehalt des dort angebauten Marihuanas zu bestimmen. Bei dem zweiten Festgenommenen aus Volksdorf soll es sich um einen Geschäftsmann handeln, der in der Vergangenheit eine Firma im Gewerbepark Schaumburg in Stadthagen betrieben haben soll. Dabei pflegte er wohl auch eine geschäftliche Beziehung zu dem tatverdächtigen Betreiber der Indoor-Plantage in Sachsenhagen, der derzeit in Untersuchungshaft sitzt. Eine Verbindung soll es gerüchteweise auch zu einer Ende April in Petershagen ausgehobenen Drogenplantage geben. Seinerzeit stellten die Ermittler dort 300 Pflanzen sicher (wir berichteten). Alle Beteiligten sitzen in Untersuchungshaft.

Vier Verhaftungen: Die Razzien in Volksdorf und Sachsenhagen hängen zusammen

Der großangelegter Polizeieinsatz wegen Drogenkriminalität führte weltweit zu mehr als 800 Festnahmen. Auch im Landkreis Schaumburg wurden Objekte durchsucht und vier Personen verhaftet. Foto: dpa © Marcel Kusch

Kreis Schaumburg (szlz). Zwischen den Razzien am Montag in Volksdorf und der am 6. Mai ausgehobenen großen Cannabis-Plantage in Sachsenhagen besteht ein Zusammenhang. Das bestätigt das zuständige Landeskriminalamt (LKA) Niedersachsen. Im Mittelpunkt sollen zwei gut vernetzte Geschäftsmänner aus Schaumburg stehen, beide sind jetzt verhaftet. Doch möglicherweise gibt es noch größere Verbindungen: Denn die Razzien fanden im Zuge einer weltweiten Aktion statt.

Nach Informationen dieser Zeitung sollten bei dem Zugriff am Montag in dem Dorf Volksdorf (Gemeinde Meerbeck) zwei Haftbefehle vollstreckt werden, ein Verdächtiger wurde festgenommen. Nach Auskunft der Polizeibehörde wurden noch drei weitere Gesuchte bei Razzien angetroffen – in der Region Hannover, dem Landkreis Celle und Steinfurt. Der in NRW Festgenommene ist dem Vernehmen nach eigentlich in Volksdorf gemeldet. Den konnten die Beamten dort aber nicht antreffen.

Die Männer aus Deutschland sind nach Angaben des LKA 32, 34, 41 und 43 Jahre alt. Zwei Beschuldigte hätten bereits gegen das Betäubungsmittelgesetz verstoßen.

Wie berichtet, stürmten am Montag Spezialeinsatzkräfte (SEK) zwei Wohnhäuser an der Bornstraße in Volksdorf. Dabei nahmen sie einen Mann fest und stellten etliches Beweismaterial sicher. Augenzeugen berichteten, dass die Beamten Päckchen – mutmaßlich mit Drogen – aus einer Wohnung getragen haben. Zuvor hatten die schwer bewaffneten Einsatzkräfte drei Türen mit einer Ramme aufgebrochen.

Der morgendliche Zugriff in Schaumburg war Teil einer weltweiten Operation gegen Drogenringe. Dabei haben internationale Ermittler laut Europol mehr als 800 Personen festgenommen – darunter die Männer aus Volksdorf. Nach Angaben der Behörde wurden bei der größten Polizei-Aktion aller Zeiten mehr als 700 Häuser durchsucht, Tonnen an Drogen beschlagnahmt sowie große Mengen Bargeld, Waffen und Juwelen sichergestellt. Das teilte Europol bei einer Pressekonferenz in Den Haag mit. Ermittler in 16 Ländern seien beteiligt gewesen.

Ausgangspunkt in Deutschland sei ein Ermittlungskomplex der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main und des Bundeskriminalamtes. Das dortige LKA hatte die Federführung. Schwerpunkt der Zugriffe in Deutschland war Hessen.

Dass es einen Zusammenhang zu der großen Cannabis-Plantage in Sachsenhagen gibt, erklärt auch, warum sich das LKA in Hannover seinerzeit sehr zugeknöpft gezeigt hatte, was weitere Details zu der Razzia Anfang Mai betrifft. Dabei stellte das SEK in der ehemaligen Tennishalle – unweit der Kita und der Grundschule – 4000 Hanfpflanzen sicher. Die bis zu 1,80 Meter hohen Pflanzen hatten laut LKA einen Ertrag von etwa 400 Kilogramm Marihuana und einen Verkaufswert von bis zu vier Millionen Euro.

Bei dem Einsatz in Sachsenhagen hatten die Beamten vier Tatverdächtige im Alter zwischen 21 und 61 Jahren festgenommen – darunter dem Vernehmen nach auch den Betreiber der Plantage. Später erfolgte noch eine weitere Festnahme. Nach Ansicht der Experten handelte es sich bei der Einrichtung am Ziegenbach um eine außerordentlich professionell betriebene Anlage. Die Plantage erstreckte sich über 2500 Quadratmeter. Die Bewässerung, Stromversorgung sowie Be- und Entlüftung liefen in Teilen voll automatisiert. Die ausgehobene Anlage sei in ihrem Umfang eine der größten in Niedersachsen. Die Polizei benötigte mehrere Tage, um die Pflanzen abzuernten und zu vernichten. Das sei nötig, um den tatsächlichen Gehalt des dort angebauten Marihuanas zu bestimmen.

Bei dem zweiten Festgenommenen aus Volksdorf soll es sich um einen Geschäftsmann handeln, der in der Vergangenheit eine Firma im Gewerbepark Schaumburg in Stadthagen betrieben haben soll. Dabei pflegte er wohl auch eine geschäftliche Beziehung zu dem tatverdächtigen Betreiber der Indoor-Plantage in Sachsenhagen, der derzeit in Untersuchungshaft sitzt.

Eine Verbindung soll es gerüchteweise auch zu einer Ende April in Petershagen ausgehobenen Drogenplantage geben. Seinerzeit stellten die Ermittler dort 300 Pflanzen sicher (wir berichteten). Alle Beteiligten sitzen in Untersuchungshaft.

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