Ursula Haverbeck kommt frei - und muss direkt wieder vor Gericht Bielefeld. Sie leugnet den Mord an Millionen Juden - und stellt ihn sogar als Lüge dar. Ursula Haverbeck aus Vlotho ist verurteilte Holocaustleugnerin und bundesweit bekannt. Auch, weil sie für viele Rechtsextreme eine besondere Symbolfigur ist. Nach einer etwa eineinhalbjährigen Haftstrafe wegen Volksverhetzung kommt die mittlerweile 91-Jährige im November auf freien Fuß. Doch für wie lange? Ursula Haverbeck bestreitet den Holocaust und die grausamen Taten während der Nazizeit. Mit solchen Äußerungen beschäftigt sie immer wieder die deutsche Justiz: Mehrere Gerichte verurteilten die Frau, die bei der letzten Europawahl als Spitzenkandidatin für die Partei "Die Rechte" antrat. Bei manchen Urteilen ging es um Geldstrafen, bei anderen um Freiheitsstrafen. Gegen viele Urteile ging sie in die nächste Instanz. Berufungsverfahren liegen in Hamburg und Berlin Doch ein Urteil, das eine Haftstrafe vorsah, wurde schließlich vom Oberlandesgericht Hamm bestätigt. Im Mai 2018 musste Haverbeck ins Gefängnis - genauer: in die Justizvollzugsanstalt Bielefeld-Brackwede. Rechtsextreme aus ganz Deutschland versammelten sich daraufhin vor der Vollzugsanstalt, um ihre Solidarität zu bekunden. Nun steht das Ende der Haftstrafe an - Haverbeck wird im November entlassen. Allerdings liegen an verschiedenen Gerichten Berufungsverfahren von Haverbeck, bei denen es ebenfalls um eine Freiheitsstrafe geht. Zum einen am Landgericht Hamburg. 2015 wurde sie am Amtsgericht wegen Volksverhetzung zu zehn Monaten Haft verurteilt. Haverbeck hatte damals am Rande eines Prozesses gegen einen ehemaligen SS-Mann vor Fernsehjournalisten die Gräueltaten der Nazis im Konzentrationslager Auschwitz geleugnet. Bisher ist der Berufungsprozess jedoch nicht terminiert. Interview mit "Volkslehrer" hat ein Nachspiel Ein anderes Berufungsverfahren ist derweil am Landgericht Berlin anhängig. Zuvor hatte Haverbeck auf einer Veranstaltung in Berlin-Lichtenrade auf ähnliche Weise den Holocaust wiederholt geleugnet. Das Amtsgericht Tiergarten verurteilte sie 2017 zu sechs Monaten Haft - ohne Bewährung. Auch hier steht das Berufungsverfahren noch aus. Eine Berliner Gerichtssprecherin berichtet gegenüber nw.de, dass ein Streit über den Gesundheitszustand von Haverbeck eine tragende Rolle bei der Verzögerung spielt. Die Sprecherin berichtet außerdem von einem weiteren Verfahren an einem Amtsgericht in Berlin. Die Anklage laute wieder auf Volksverhetzung. In dem Verfahren geht es nach Informationen von nw.de um ein Video-Interview Haverbecks mit dem rechtsextremen Youtuber "Der Volkslehrer" aus dem Jahr 2018, in dem die 91-Jährige den Holocaust einmal mehr geleugnet haben soll. Auch der Youtuber gilt als Holocaust-Leugner und machte jüngst bei den Corona-Demos in Berlin auf sich aufmerksam mit Verschwörungstheorien. Dieser Prozess ist für den 17. November dieses Jahres terminiert - kurz nach Haverbecks 92. Geburtstag.

Ursula Haverbeck kommt frei - und muss direkt wieder vor Gericht

Aktuell verbüßt Ursula Haverbeck (91) in der JVA Bielefeld-Brackwede eine Freiheitsstrafe. © Bernd Thissen/dpa

Bielefeld. Sie leugnet den Mord an Millionen Juden - und stellt ihn sogar als Lüge dar. Ursula Haverbeck aus Vlotho ist verurteilte Holocaustleugnerin und bundesweit bekannt. Auch, weil sie für viele Rechtsextreme eine besondere Symbolfigur ist. Nach einer etwa eineinhalbjährigen Haftstrafe wegen Volksverhetzung kommt die mittlerweile 91-Jährige im November auf freien Fuß. Doch für wie lange?

Ursula Haverbeck bestreitet den Holocaust und die grausamen Taten während der Nazizeit. Mit solchen Äußerungen beschäftigt sie immer wieder die deutsche Justiz: Mehrere Gerichte verurteilten die Frau, die bei der letzten Europawahl als Spitzenkandidatin für die Partei "Die Rechte" antrat. Bei manchen Urteilen ging es um Geldstrafen, bei anderen um Freiheitsstrafen. Gegen viele Urteile ging sie in die nächste Instanz.

Berufungsverfahren liegen in Hamburg und Berlin

Doch ein Urteil, das eine Haftstrafe vorsah, wurde schließlich vom Oberlandesgericht Hamm bestätigt. Im Mai 2018 musste Haverbeck ins Gefängnis - genauer: in die Justizvollzugsanstalt Bielefeld-Brackwede. Rechtsextreme aus ganz Deutschland versammelten sich daraufhin vor der Vollzugsanstalt, um ihre Solidarität zu bekunden. Nun steht das Ende der Haftstrafe an - Haverbeck wird im November entlassen.

Allerdings liegen an verschiedenen Gerichten Berufungsverfahren von Haverbeck, bei denen es ebenfalls um eine Freiheitsstrafe geht. Zum einen am Landgericht Hamburg. 2015 wurde sie am Amtsgericht wegen Volksverhetzung zu zehn Monaten Haft verurteilt. Haverbeck hatte damals am Rande eines Prozesses gegen einen ehemaligen SS-Mann vor Fernsehjournalisten die Gräueltaten der Nazis im Konzentrationslager Auschwitz geleugnet. Bisher ist der Berufungsprozess jedoch nicht terminiert.

Interview mit "Volkslehrer" hat ein Nachspiel

Ein anderes Berufungsverfahren ist derweil am Landgericht Berlin anhängig. Zuvor hatte Haverbeck auf einer Veranstaltung in Berlin-Lichtenrade auf ähnliche Weise den Holocaust wiederholt geleugnet. Das Amtsgericht Tiergarten verurteilte sie 2017 zu sechs Monaten Haft - ohne Bewährung. Auch hier steht das Berufungsverfahren noch aus. Eine Berliner Gerichtssprecherin berichtet gegenüber nw.de, dass ein Streit über den Gesundheitszustand von Haverbeck eine tragende Rolle bei der Verzögerung spielt.

Die Sprecherin berichtet außerdem von einem weiteren Verfahren an einem Amtsgericht in Berlin. Die Anklage laute wieder auf Volksverhetzung. In dem Verfahren geht es nach Informationen von nw.de um ein Video-Interview Haverbecks mit dem rechtsextremen Youtuber "Der Volkslehrer" aus dem Jahr 2018, in dem die 91-Jährige den Holocaust einmal mehr geleugnet haben soll. Auch der Youtuber gilt als Holocaust-Leugner und machte jüngst bei den Corona-Demos in Berlin auf sich aufmerksam mit Verschwörungstheorien.

Dieser Prozess ist für den 17. November dieses Jahres terminiert - kurz nach Haverbecks 92. Geburtstag.

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